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Man hat Joan Sutherland die Rolle der Beatrice anvertraut und dies war eine sehr gute Wahl, denn diese außergewöhnliche Sängerin enttäuscht in keinster Art und Weise. Sie ist für ihre vokale Brillianz berühmt und hat besonders in dieser Oper besonders viele Gelegenheiten ihre Fähigkeiten zu zeigen. Schon in der ersten Arie „Respiro io qui" prahlt sie mit waghalsigen Koloraturen und brillianten Spitzentönen. Hin und wieder hat sie zwar ihr weites Vibrato nicht völlig unter Kontrolle, aber dafür schafft sie ein gelungenes Portrait und baut sogar dramatische Effekte in ihren Vortrag ein. Auch die weiteren Szenen werden mit kananrienvogelartiger Brillianz vorgetragen und mit Spitzentönen und Koloraturläufen wird nicht gespart. Die Stimme der Sutherland ist zwar ein wenig arm an Farben, aber dafür versteht sie es auf geniale Art und Weise den Zuhörer mit hohen Noten und überschwänglichen Koloraturpassagen zu verblüffen. Auch die letzte Arie der Oper ist umwerfend. „Nulla io dissi" wird mit viel Gefühl und Melancholie gesungen. Danach stürzt die Sutherland sich in die Cabaletta dieser großen Arie. Mit unglaublichem Tempo und viel Kunstverstand werden hier die Koloraturen und Spitzentöne gesungen. Sie legt wie gewohnt eine bravouröse Leistung ab.
Luciano Pavarotti steht ihr hier als Partner zur Seite. Auch er ist ein begnadeter Sänger (gewesen), der es versteht das Publikum in seinen Bann zu schlagen. Durch seine vollkommene Gesangstechnik und seinen warmen, in der Höhe fast magischen Ton, wird er zur Idealbesetzung für die Partie des Orombello. Er glänzt besonders im großen Duett mit Beatrice, „Parti...Deh! Perdona". Hier sind zwei der größten Stimmen des Jahrhunderts in einem der schönsten Opernduette miteinander vereint. Cornelius Opthof hat eine berückend schöne Stimme und kann den Filippo glaubwürdig darstellen. Er ist ein großer Dramatiker und kann besonders bei hohen Noten auftrumpfen, denn sie sind kraftvoll und voll von Energie. Selbst im Koloraturteil seiner ersten Arie kann er durch gute Technik und brilliante Stimmführung überzeugen. Josephine Veasey singt in dieser Einspielung die Rolle der Agnese del Maino. Sie ist eine sehr gute Mezzosopranistin mit guter Höhe und einem besonders warmen Timbre. Sie brilliert besonders in der ersten Arie „Ah! non pensar che pieno". Auch sie vermag ihren Charakter äußerst glaubwürdig darzustellen und singt mit viel Dramatik und Energie.
Es spielt das London Symphonie Orchestra unter der Leitung von Richard Bonynge. Er ist der Ehemann der Sutherland und er stand ihr in ihrer langen Karriere stets mit Rat und Tat zur Seite. Er geht sehr gefühlvoll auf die Sänger ein und unterstützt besonders seine Frau sehr gut. Bonynge hat zwar immer im Schatten seiner Frau gestanden, allerdings legt er hier eine Meisterleistung ab und er überzeugt durch ein gefühlvolles Dirigat und ein hohes Maß an Dynamik. Außerdem hat er durch seine hohe Musikalität ein untrügerisches Gespür für das richtige Tempo. Zusätzlich gibt es noch einige Ausschnitte aus weiteren Studioaufnahmen der Decca. Sutherland singt Arien aus "Norma", "Sonnambula" und "I Puritani"
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