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Belles Lettres
 
 
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Belles Lettres [Gebundene Ausgabe]

Charles Simmons , Klaus Modick
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kann man einen Schlüsselroman auch dann mit Genuss lesen, wenn man die realen Zustände, die der Autor ins Visier nimmt, gar nicht kennt? Die Frage muss angesichts von Charles Simmons' kleinem Roman über die Irrungen und Wirrungen in der Redaktion einer angesehenen Literaturzeitschrift definitiv bejaht werden. Verarbeitet hat er darin -- entstanden ist der Roman bereits in den 80er-Jahren -- seine Zeit als Redakteur der New York Times Book Review. Jahrzehnte hat er dort verbracht, hat Chefredakteure kommen und gehen sehen, konnte die internen Scharmützel und kleinen Intrigen des Büroalltags beobachten, die Eitelkeiten der Autoren, die Borniertheit der Verleger.

Bekannt geworden ist Simmons bei uns mit Salzwasser, der stimmungsvoll-dramatischen Geschichte einer jugendlichen Sommerliebe. In Belles Lettres schlägt er ganz andere Töne an. Gemeinsam ist beiden Büchern aber eine gewisse Leichtigkeit. Mühelos schlürft man diese Sätze auf und kennt vor der letzten Seite kein Halten. Romane, die in der Berufswelt spielen, sind ohnehin eher selten. Simmons Innensicht einer Literaturredaktion ist aber mehr als bloß witzig-amüsant. Feinfühlig wird hier das Zwischenmenschliche analysiert und zur Freude des Lesers satirisch veredelt. Auch wenn Icherzähler Frank Page als Figur etwas blass bleibt, erweist er sich doch als essenzielles Mitglied im redaktionellen Mikrokosmos.

Beispielsweise als Ratgeber des Chefredakteurs, als der eine Sekretärin verführt, die im Gegenzug aufbegehrt und selbst Buchkritiken schreiben möchte. Zwischen die Fronten gerät Page allerdings, als ein neuer Chefredakteur die Belegschaft "verschlanken" soll. Das Ganze gipfelt jedoch in einer Lehrstunde zum Thema "Wie wird man einen fiesen Chef wieder los". Schade nur, dass das Lesevergnügen nach 180 Seiten schon wieder vorbei ist. --Christian Stahl

Kurzbeschreibung

Frank Page, der Ich-Erzähler in Charles Simmons‘ neuem Roman, der eigentlich nur eine Seminararbeit über die seit den 50er Jahren wöchentlich erscheinende, renommierte Literaturzeitschrift Belles Lettres verfaßt hat, wird in der Folge selbst dort Redakteur und erlebt die zwiespältige Wirklichkeit hinter der edlen Fassade. Die schwerreichen, aber nicht gerade belesenen Inhaber, die über ein ganzes Arsenal von Zeitschriften gebieten, wechseln nach völlig inhaltsfernen Gesichtspunkten die Chefredakteure aus, eine Sekretärin will Rezensentin werden und wird rechtzeitig auf einen hochbezahlten Posten bei einer anderen Zeitschrift weggelobt, eine Liste der 25 bedeutendsten Autoren Amerikas wird nach geradezu karnevalesken Gesichtspunkten zusammengestellt und erregt dann weltweit Aufsehen. Aber der Höhepunkt ist erreicht, als neun bislang unbekannte Sonette Shakespeares auftauchen, die auf die schwierige Frage, ob Shakespeare schwul war, eine ziemlich eindeutige Antwort geben. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei dem Kampf der Redaktion gegen einen besonders ekelhaften neuen Chefredakteur. Die ewige Mesalliance zwischen Geld und Geist, die allmähliche Entstehung der Zeitungswirklichkeit beim Beeinflußtwerden, der Abgrund zwischen hohem Anspruch und debiler Wirklichkeit wird mit böse-hinreißender Komik beschrieben. Simmons‘ äußerst unterhaltsame Donquichotterie ist ein Vergnügen für jeden Leser, der seinen Spaß an Scherz, Satire, Ironie und deren tieferer Bedeutung hat.

Der Verlag über das Buch

»Ein sehr lustiger, charmant geschriebener Schlüsselroman ... Simmons schildert seine Zeitschriftenredaktion als wunderbar fiesen, zu allerlei Bosheiten und Seitensprüngen aufgelegten Intrigantenstadel.« Marianne Wellershoff im »Spiegel« »Charles Simmons ist ein begnadeter literarischer Spieler. Er erlaubt sich im Besonderen ein bestrickendes Spiel mit der Sprache und mit den Gedichten von Shakespeare.« Michael Schmitt in der »Neuen Zürcher Zeitung« »Ein bitterböses und hochvergnügliches Buch; Balsam für alle, denen es nichts nützt, dass sie klüger sind als ihr Chef.« NZZ am Sonntag -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Charles Simmons, geboren 1924, war mehrere Jahrzehnte als Redakteur bei der New York Times Book Review tätig. Für seinen ersten Roman Powdered Eggs («Eipulver») erhielt er 1964 den Faulkner Award. Er lebt und arbeitet in New York und auf Long Island. Nach dem großen Erfolg von Salzwasser (C.H. Beck 1999) erschien 2001 im selben Verlag auch sein früherer Roman Lebensfalten auf deutsch sowie 2002 sein jüngster Roman Das Venus-Spiel.
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