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Bekannt geworden ist Simmons bei uns mit Salzwasser, der stimmungsvoll-dramatischen Geschichte einer jugendlichen Sommerliebe. In Belles Lettres schlägt er ganz andere Töne an. Gemeinsam ist beiden Büchern aber eine gewisse Leichtigkeit. Mühelos schlürft man diese Sätze auf und kennt vor der letzten Seite kein Halten. Romane, die in der Berufswelt spielen, sind ohnehin eher selten. Simmons Innensicht einer Literaturredaktion ist aber mehr als bloß witzig-amüsant. Feinfühlig wird hier das Zwischenmenschliche analysiert und zur Freude des Lesers satirisch veredelt. Auch wenn Icherzähler Frank Page als Figur etwas blass bleibt, erweist er sich doch als essenzielles Mitglied im redaktionellen Mikrokosmos.
Beispielsweise als Ratgeber des Chefredakteurs, als der eine Sekretärin verführt, die im Gegenzug aufbegehrt und selbst Buchkritiken schreiben möchte. Zwischen die Fronten gerät Page allerdings, als ein neuer Chefredakteur die Belegschaft "verschlanken" soll. Das Ganze gipfelt jedoch in einer Lehrstunde zum Thema "Wie wird man einen fiesen Chef wieder los". Schade nur, dass das Lesevergnügen nach 180 Seiten schon wieder vorbei ist. --Christian Stahl
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleine Zoten oder: Für Literaturliebhaber bestens geeignet!,
Von Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Belles Lettres: Roman (Taschenbuch)
Bedauerlicherweise ist Charles Simmons, der nicht nur mit diesem Buch ein kleine feine Freude für Literaturfreunde, sondern mit Salzwasser auch einen geradezu großartigen Roman über die Jugend und mit Geständnisse eines ungeübten Sünders erstklassige Unterhaltung vorgelegt hat, in seiner Heimat, wie auch hier in Deutschland, größtenteils noch ungerühmt. Vielleicht liegt dies an seinem schmalen Werk, vielleicht an seinen eigenwilligen Ideen in Sachen Schreibkunst - so gibt er in diesem Buch zum Beispiel jeder Figur einen 'sprechenden' Nachnamen (z.B.: Frank "Page", natürlich nicht übersetzt, weil es atmosphärisch irgendwie daneben gewesen wäre), oder an seinen unkomplizierten Erzählstrukturen; doch das sind alles mehr oder weniger Fehler, die man nur findet, wenn man sie ankreidet.Ich finde gerade diesen Roman, auch wenn er von allen Seiten mit Kleinlichkeit schnell Schwächen aufweißt, sehr gelungen ist. Es ist ein so freudiges Stück Literatur, dass man versucht ist, es in einem Schwung durchzulesen. Dabei kümmert weniger die Chronologie der Geschichte, als all die Ideen, die Simmons in seinen Roman einbindet, offenkundig, um dem Leser eine Freude nach der anderen zu bereiten. Egal ob es Bürointrigen, schwule Shakespearesonette, gefälschte Bestsellerlisten oder ein satirische Lesung aus dem neusten Jahrhundertroman ist - jedes Kapitel verspricht eine neue Wendung. In der Redaktion von Belles Lettres kann man vielleicht nicht den Besten Einblick in die Literaturzeitschriftenszene gewinnen und auch mag man am Ende nicht sagen können, ob dies Buch Farce, Märchen, Satire, Roman oder nacherzählte Geschichte ist, doch auf jeden Fall wird man so unterhalten, dass man nicht auf die Idee kommt, es gäbe mehr, was sich von einem wunderbaren Leseabend erwarten ließe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bissig wie Enyd Blyton,
Von
Rezension bezieht sich auf: Belles Lettres (Gebundene Ausgabe)
Winfrid Garamont, die kurz zuvor ihr Examen am Radcliff-College abgelegt hatte, will den Millionär Buckram nur unter der Bedingung heiraten, dass sie eine eigene, berufliche Karriere starten kann. Buckram schenkt ihr eine Literaturzeitung: Belles Lettres.Doch einige Jahre später brennt Winifred mit einem Redakteur der Zeitschrift durch und Aubrey Buckram verkauft an Protean, ein Verlag, der eine ganze Reihe Lifestyle Zeitschriften herausgibt, über Wein, über Theater und jetzt eben auch über Literatur. Belles Lettres wird die auflagenstärkste Literaturzeitschrift. Mrs. Tooling, genannt „Tool", die Frau des Verlegers, hält sich für literaturkundig und mischt sich immer mehr in die Redaktionsgeschäfte ein, der Chefredakteur „Marge" Margin, der sich in schöngeistigen Ansprachen ergeht, kann sie nicht hindern. Im Gegenteil. Tool will, dass Belles Lettres nicht nur spekuliert, wer den Literaturnobelpreis erhält, sie will, dass die Zeitschrift den Preisträger bestimmt. Als Vorbereitung soll eine Liste mit den besten 25 amerikanischen Autoren erstellt werden. Kein einfaches Unterfangen, den wonach soll die Reihenfolge bestimmt werden? Doch Frank Page, der jüngste Redakteur weiß Rat. Und Tool setzt Newbold Press als neuen Chefredakteur ein, einen Mann, der zwar keine Ahnung von Literatur, dafür aber den richtigen „Biss" hat. Die Redakteure hassen ihn und er macht Frank Page, den Ich-Erzähler zu seinem Stellvertreter. Dann tauchen auch noch neue, bisher unbekannte Shakespeare Sonette auf und nichts kann Belles Lettres weiteren Aufstieg verhindern. Aber ... Charles Simmons, lange Jahre selbst Mitarbeiter New York Times Book Review, weiß, wovon er schreibt. Und er hat auch alle Zutaten für einen bösen, bissigen Roman über den Literaturbetrieb. Doch leider fehlt ihm das Wichtigste: Er ist so zynisch wie Enid Blyton, so bissig wie eine zahnlose Bulldogge. Schon das erste Kapitel, ein Auszug aus einer Examensarbeit über Belles Letters, ist so spannend, so witzig wie ein Bafög-Formular. Niemand verlangt von einer Examensarbeit Witz, aber niemand außer Charles Simmons würde sie in einem Buch abdrucken. Obendrein ist Ich-Erzähler Frank Page ein Phänomen. Auf alle Fragen weiß er die richtige Antwort, allen Situationen ist er gewachsen, er verbündet sich mit dem neuen Chefredakteur und dennoch macht er sich die Hände nicht schmutzig, sondern sorgt mit dafür, dass Newbold scheitert. Verständlich, dass ein Autor seinem Ich-Erzähler Gutes tun möchte, aber dieser Versuch ist noch immer fehlgeschlagen. Die Figur gewinnt so kein Leben, sondern wird zum Old Shatterhand der Literaturszene. Und auch die anderen Personen, deren Macken genug Witz böten, gewinnen nur begrenzt Leben, dem Informanten des Verlegers in der Redaktion und dem Dichter, den Newsbold vorstellt, gewährt der Autor nicht einmal einen Namen. Die Intrigen, die er schildert, sind langweilig erzählt und ihr Potential bleibt ungenutzt. Die augenblicklichen Diskussionsbeiträge um den National Book Award für Stephen King und den Booker Prize, mancher Artikel aus Literature, oder die Affaire Reich-Ranitzki ./. Siegrid Löffler bieten weit mehr Witz - auch wenn der unfreiwillig ist. Ich habe den Eindruck, dass der Autor noch viel zu wenig Abstand zum Literaturmarkt mit all seinen Absurditäten hat, um eine wirklich bösartige Satire schreiben zu können. Und dass er seinem Alter Ego, Frank Page, bei weitem zu unkritisch gegenübersteht. So wurde eine gute Chance leider vertan. (C) Hans Peter Roentgen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine kleine Perle,
Von austera "austera" (kassel) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Belles Lettres (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen, ohne zuvor etwas darüber gelesen oder davon gehört zu haben und auch sein Autor war mir bis dato noch mit keinem anderen Werk begegnet.Anfänglich habe ich mich beim Lesen mit der Frage beschäftigt, wie sinnvoll ein Buch als Schulterblick in die internen (eigentlich vollkommen "unspannenden") Vorgänge einer Literaturzeitschrift ist. Diese Frage verlor jedoch Seite um Seite ihre Relevanz. In einer wunderbar leichten und - wie ich finde - ausgesprochen schönen Sprache beschreibt der Autor mit einem hintersinnigen Humor die "Machenschaften" hinter den Kulissen der Zeitschrift, die Charaktere ihrer Hauptdarsteller und die Ergebnisse ihrer - ihnen selbst - unerkannt bleibenden Selbstüberschätzung. Fast satirisch gipfelt die Geschichte in der Entdeckung bislang unbekannter Shakespeare-Sonette, mit denen - den Blick fest auf die zu erwartende Publicity gerichtet - der Beleg erbracht werden soll, daß Shakespeare in Wirklichkeit homosexuell war. Und spätestens da beginnt man zu bedauern, daß nach 180 Seiten Schluß sein soll... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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