Sänger und Gitarrist Robert Forster schreibt im Booklet zu dieser CD, daß es seine Band nie zu einem richtigen Hit gebracht hat und die ganze Sache schon irgendwie enttäuschend war. Dem muß ich entgegenhalten: Wer sich so konsequent zwischen die beiden Stühle "Mainstream" und "Underground" setzt, dem muß der kommerzielle Erfolg fast zwangsläufig versagt bleiben. Ich habe mir diese CD zusammen mit "1984-89" von Lloyd Cole und "Absolute classic masterpieces" von Felt gekauft. Drei durchaus miteinander vergleichbare Best-Of-Sampler von musikalisch sich nahestehenden Bands der 80er-Jahre. Ich glaube, ich weiß jetzt, wo der Fehler der Go-Betweens liegt: Für die Mainstream-Kundschaft finden sich auch auf ihren regulären Alben nur wenige Songs, die im Ohr hängenbleiben. Da macht auch diese Best-Of-Platte keine Ausnahme. Nach einem wunderbaren Intro wie bei "Bachelor kisses" folgt meist die Ernüchterung, wenn der Song einfach nie so richtig in die Gänge kommt. Für den Liebhaber von Independent-Rock sind die Go-Betweens ein bißchen zu harmlos und schnuckelig. Auf ihrer letzten Platte "16 Lover's lane", die sie extra glatt gebügelt haben und mit "Streets of your town" dann auch fast einen Hit hatten, waren kaum noch Rock-Ansätze zu finden. Vier, fünf gute Songs pro Album sind einfach zu wenig. Auch bei Berücksichtigung des Heimvorteils, Robert Forster lebt heute in meiner Heimatstadt und gibt hin und wieder mal ein Konzert, gibt diese Zusammenstellung nicht mehr als drei Sternchen her.