Die Geschichte kommt holpernd in Gang, als würde ein Motor nur auf drei Zündkerzen laufen. In erster Linie führe ich das auf die schlechte Übersetzung zurück, in zweiter Linie auf die unrunden Charaktere. Warum sollte die eine Zwillingsschwester lernbegierig, freundlich und aufgeschlossen sein, die andere dagegen ein grantiger, rabiater Misanthrop? Die freundliche von beiden wird vergewaltigt und ermordet, und es scheint ein religiös motivierter Mord zu sein. Als das nächste Mordopfer gekreuzigt aufgefunden wird, bestätigt sich dieser Verdacht. Allerdings wird auf dieses Motiv in der Auflösung kaum noch eingegangen. Auch das Rassismus-Thema wird vollständig fallengelassen. Daß eine halbtote Frau einer Polizistin im Krankenhaus unbemerkt die Waffe abnehmen kann, um sich in eine ganz tote Frau zu verwandeln, halte ich für ziemlich weit hergeholt. Außerdem weiß der Leser relativ früh, wer der Mörder ist, weil die "falschen Fährten" plump gelegt werden. Allerdings hat der Mörder kein plausibles Motiv. Trotz des intensiven Bedauerns der beiden Protagonisten angesichts ihrer gescheiterten Ehe herrscht eine strenge Gefühlskälte vor. Insgesamt ein einfach, fast nachlässig gestrickter Roman, dem ich für einige mäßig spannende Momente einen zweiten Stern gebe.