Gleich beim Auspacken fällt auf: das Speedpad ist außergewöhnlich gut verarbeitet. Hier wackelt und knarzt nichts, der Kunststoff ist massiv und stabil. Die Handballenauflage ist angenehm gummiert und sehr bequem. Das Sahnehäubchen aber sind die Tasten. Sie sind zum einen immer anders abgeschrägt - so, dass die Finger immer in einer ideal geraden Position auf die Taste treffen. Zum anderen ist der Druckpunkt schlicht genial. Die Tasten geben einen klares taktiles Feedback. Der Anschlag ist angenehm kurz, aber immer noch lang genug, dass man die Taste deutlich drückt und nach gut 3/4 des Weges einen klaren und angenehm schweren "Klackpunkt" spürt, der unmissverständlich klar macht, dass die Taste gedrückt ist. Das funktioniert auch wunderbar leichtgängig, auf Dauer ist nicht mit Ermüdungserscheinungen zu rechnen. Keine Tastatur würde mit solch einem deutlich spürbaren Druckpunkt erfolgreich sein, aber für ein Commando Pad für die linke Hand ist es einfach perfekt.
Auch optisch macht das Speedpad einiges her. Die te (= tournament edition) glänzt klavierlackähnlich tiefschwarz und ist dabei trotzdem relativ unempfindlich für Fingerabdrücke. Die Tasten und Tastenzwischenräume sind von unten absolut gleichmäßig in edlem blau beleuchtet. Die Beleuchtung ist immer an (auch wenn der PC aus ist), kann aber mit einem Schalter am Speedpad ausgeschalten werden. Das Scrollrad am Speedpad ist ebenfalls komplett blau beleuchtet.
Zu den inneren Werten: Die Installation läuft problemlos (auch unter Vista64), ein kleines Symbol in der Iconleiste erlaubt den schnellen Zugriff auf die Software. Hier können alle Tasten völlig frei programmiert werden. Auch komplexe Tastenfolgen sind möglich, dabei kann sogar die Verzögerungszeit zwischen einer und der nächsten Tastenfolge definiert werden. Dies macht das Speedpad nicht nur für Spiele mit komplexen Tastenabfolgen geeignet, sondern auch für Abfolgen in Programmen wie Photoshop beispielweise. Die Tastenprogrammierung wird dabei im Gerät selbst gespeichert - für den Abruf der Tastenkombinationen ist dabei kein Programm nötig. Das bedeutet, dass das Speedpad, einmal programmiert, an jedem beliebigen PC einfach angesteckt und benutzt werden kann. Dabei sind 3 verschiedene Profile gleichzeitig speicherbar. Eine LED in grün, rot oder blau zeigt an, welches Profil gerade aktiv ist.
Zur Bedienung: Die Hand fühlt sich einfach Wohl auf dem Speedpad. Für größere Hände kann die Ballenauflage noch etwas nach hinten verstellt werden. Die Haupttasten sind sämtlich gut erreichbar, der perfekte Druckpunkt tut sein übriges. Für den Daumen gibt es ein Richtungspad mit Joystick, dass die Cursortasten ersetzt. Der Joystick kann auch abgenommen werden, wobei dann ein normales D-Pad entsteht. Das Scrollrad ersetzt das Mausscrollrad und hat auch einen Druckpunkt der wie die 3. Maustaste funktioniert. Dazu kommen noch 2 mit dem Daumen bedienbare Tasten über und unter dem Richtungspad. Und hier liegt auch die einzige wirkliche Schwäche des Speedpad: Beide Taste haben seltsamerweise einen sehr schwammigen Druckpunkt. In der Standardbelegung ist die obere die ALT, die untere die Leertaste. Die Belegung ist praktisch für Ego-Shooter und spiegelt auch das normale Vorgehen auf der Tastatur wieder - gesprungen oder gestrafed wird per Druck mit dem Daumen. Leider aber weiß man beim Speedpad nie, aber die untere (Leertaste) nun auch wirklich gedrückt ist, ein Druckpunkt ist mit dem Daumen kaum spürbar, da man die Taste immer schräg trifft. Die obere (ALT) Taste ist da noch ein Stück schwieriger, hier ist der Druckpunkt fast garnicht mehr spürbar, so schwergängig ist sie. Dazu kommt, dass man sie nicht mit aller Kraft drücken kann, da man sonst das ganze Pad auf dem Tisch verschieben würde (oder zumindest Angst davor hat). Natürlich kann man die Tastenbelegung anders programmieren, und der Schwachpunkt betrifft eigentlich so richtig nur Ego-Shooter. Trotzdem trübt es den Gesamteindruck des sonst perfekten Speedpad doch genug um einen Stern abzuwerten. Gerade wenn man vorhat, damit Ego-Shooter zu spielen.
Fazit: Das Speedpad ist perfekt verarbeitet, sieht sehr edel und stylish aus und ist dazu stimmig beleuchtet. Der Anschlag der Haupttasten ist schlicht genial und das Beste, was ich bisher überhaupt unter den Fingern halten durfte. Die Speicherung der Programmierung im Gerät selbst ist ideal für Lanpartys oder Leute mit mehreren Computern. Dabei machen die Freiheiten der Programmierung das Speedpad auch einsetzbar als portables Quasi-Makro im Officebetrieb. Selbst wenn man nur Ego-Shooter spielt, macht die Möglichkeit das Pad getrennt von der restlichen Tastatur frei zu positionieren das Spielen angenehmer und bequemer. Die Schwachstelle sind die beiden Tasten an der Seite des Speedpad, die leider den perfekten Rest etwas trüben. Gerade Ego-Shooter Fans müssen hier grundlos leiden und auf Eingewöhnung hoffen. Für den relativ hohen Preis hätte das nicht sein müssen. Das Speedpad wäre ohne diesen Schwachpunkt volle 5 Sterne wert - benötigt man die zwei angesprochenen Tasten jedoch, sind nur 4 Sterne drin und man sollte die Tasten vorher, wenn möglich, an einem Ausstellungsstück testen.