Hätten Emo und Pop Punk ein Kind - es würde "Fall Out Boy" heißen. Bereits mit der Veröffentlichung ihres 3. Albums "From under the cork tree" (2005) auf der Erfolgsspur, katapultiert sie "Infinity on high" zwei Jahre später in die internationale Rockstarumlaufbahn. Die Fueled By Ramen/Decaydance Pop Punk Mafia ist geboren und bringt unter der Schirmherrschaft von Vorzeigebassist Pete Wentz und Sänger Patrick Stump erfolgreiche Ableger wie "Panic At The Disco", "Paramore" oder "Cobra Starship" hervor. Dabei haben mindestens 5ß% der Bandmitglieder ihre Wurzeln im Hardcorebereich, was man lediglich noch bei den energiegeladenen Auftritten des Chicagoer Quartetts zu spüren bekommt. Nun also Hochglanz, der in Komposition und Ausstattung so mitreißend ausfällt, daß drei MTV Video Music Awards, Platinauszeichnungen und Grammynominierungen nur selbstverständlich erscheinen. Vom Independent Act zu Jugendidolen zu geschickt agierenden Geschäftsleuten. "Folie à Deux" das vorerst letzte Studioalbum, während im Zuge der gemeinsamen Tour mit "Blink 182" bereits Gerüchte über den Split der Band verbreitet werden. Den Wagemut von einst bereits abgelegt, hat sich die Veränderung durchaus in der Musik bemerkbar gemacht.
Sehen wir "Believers never die" - nach der Liveplatte "Live in Phoenix", das erste Greatest Hits Album aus dem Hause "Fall Out Boy" - mehr als Abschied auf Zeit. Die Kreativität braucht ihre Pause und die gewonnene Reife hat in Sachen Erfolg auch den Kollegen von "Panic At The Disco" bei Album Nummer 2 nur bedingt gut getan. Nun also ein Rückblick auf mindestens 6 Jahre Bandgeschichte. Alle Hits haben sich darin versammelt. "Sugar, we're going down", "Dance, dance", "This ain't a scene, it's an arms race", "I don't care" und natürlich das Michael Jackson Cover "Beat it". Chronologisch aufgebaut, bekommt man die Veränderung von purem Spaß an der Musik hin zur Professionalität mit Kalkül doch ein wenig zu schmerzhaft vorgezeigt. "Folie à Deux" mitnichten ein schlechtes Album, aber bei weitem nicht so ideen-, varianten- und facettenreich wie seine Vorgänger. "Alpha dog" als Singleauskopplung und einer von zwei neuen Songs auf der Scheibe ebenfalls nur Mittelmaß. Dafür kann "From now on we are enemies" endlich wieder mal mit einer Prise alter Energie und Härte überzeugen. Wäre noch die Weihnachtsnummer "Yule shoot your eye out" aus dem Jahre 2003, sowie das vergleichsweise mit Democharakter versehene "Growing up" vom Debütalbum "Fall Out Boy's Evening Out with Your Girlfriend" als Raritäten zu erwähnen. Ein vollständiger Rundumschlag, den man mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet. Die Pause sei ihnen gegönnt und hoffen wir auf eine Rückkehr in gewohnter Stärke.
Anspieltipps: "Saturday", "Dance, dance " und "From now on we are enemies"