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Belgische Riesen: Roman
 
 
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Belgische Riesen: Roman [Taschenbuch]

Burkhard Spinnen
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442728177
  • ISBN-13: 978-3442728176
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Burkhard Spinnen
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein Herz für Kinder
Für Kinder, das weiß man spätestens seit Erich Kästner, muss man so schreiben wie für Erwachsene -- nur besser. Als Burkhard Spinnen vor 5 Jahren seinen Roman Langer Samstag vorlegte, reagierte die Kritik landauf, landab begeistert: Zwar war die Geschichte um den 37-jährigen Verwaltungsangestellten Ulrich Lofart alles andere als spektakulär, doch Spinnens schlanke, glasklare Sprache ließ den Blick auf die Tücken des ganz normalen bundesrepublikanischen Alltags zum Leseerlebnis werden -- ein großes Buch über die kleinen Dinge. Nun hat Spinnen, selbst Vater von zwei Söhnen, einen Roman für Kinder und Erwachsene vorgelegt -- ein Unternehmen, das in der jüngeren Literaturgeschichte oft postuliert, aber -- siehe Kästner! -- nur selten gültig eingelöst wurde.

Spinnen erzählt aus der Perspektive des zehnjährigen Konrad Bantelmann, der mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder eben in eine Reihenhaussiedlung gezogen ist, die daherkommt wie aus der Bausparwerbung: Eine wohlaufgeräumte, kinderfreundliche Welt mit frisch gestutzten Buchsbaumhecken und dem Mittelklasse-Kombi samt "Baby-an-Bord"-Aufkleber in der Einfahrt. Bislang ist Konrad Schwierigkeiten im Allgemeinen und Mädchen im Besonderen sorgfältig aus dem Weg gegangen. Doch bei der Erkundung des Viertels lernt er Friederike, genannt Fridz, kennen -- rothaarig, quirlig und frech wie Pippi Langstrumpf, aber mit ganz modernen Problemen: ihre Eltern sind frisch getrennt, ihr chaotischer Alltag kontrastiert scharf mit dem kuschelweichgespültem Leben im Dransfeld. Ausgerechnet der stille und harmoniesüchtige Konrad bringt Fridz auf die Idee, sich an der neuen Freundin ihres Vaters zu rächen -- und er muss den Rachefeldzug, dessen Geheimwaffe das titelgebende Riesen-Kaninchen wird, zu allem Überfluss auch noch organisieren...

Spinnen entwickelt seinen Plot routiniert, schnörkellos und mit einigem Witz, manchmal leidet die Erzählung allerdings unter der Anstrengung des Autors, es kleinen und großen Lesern recht zu machen. Für die einen hält Spinnen einen prallgefüllten Sack mit Kinderüberraschungen bereit, lässt er Alltagsrealistisches reichlich dosiert in turbulente, slapstikhafte Situationskomik umkippen. Den Erwachsenen zwinkert Vater Spinnen ironisch zu -- sie können das Leben und die Erziehungsrituale der Muster-, pardon: Bantelmanns mühelos als Gesellschaftsporträt von Schröders Neuer Mitte dechiffrieren. Was den Leser, bei allen Einwänden im Detail, am Ende für den Roman einnimmt: Die Geschichte um Konrad, Fridz und ihren "Belgischen Riesen" bleibt offen, pädagogisch wertvolle Lösungen werden nicht geboten. Sie wären heute, da die "Patchworkfamilie" längst zu unserem Alltag gehört, auch nicht mehr zeitgemäß. --Niklas Feldtkamp -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Spinnenfängerinnen und spanische Riesen

Zwei realistische Kinderbücher voller Phantasie

Wie Kinderbücher am besten zu den Kindern kommen, hat man anhand des Harry-Potter-Fiebers sehr genau beobachten können: indem sie von Erwachsenen ernst genommen und auch von ihnen gelesen werden. Massenphänomene haben nun aber den Nachteil, dass sie Klischees formen. Im Falle Harry Potters heisst das entsprechende Klischee: Kinderliteratur ist Fantasy. Falsch. Kinderliteratur ist so vielfältig, wie Literatur nur eben sein kann. Wenn sie beispielsweise sehr realistisch ist, kann sie dabei gleichzeitig auch ausgesprochen phantasievoll sein. Das beweisen zwei besonders gelungene Bücher, die sehr unterschiedlich sind und doch sehr viel gemeinsam haben: Sowohl in Burkhard Spinnens «Belgische Riesen» wie auch in Jutta Richters «Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen» geht es um die fragile Freundschaft zwischen einem Knaben und einem Mädchen. Um eine Freundschaft, in der sich das soziale Umfeld mit seinen Erziehungsrealitäten spiegelt. Um Integration und Ausgrenzung. Um das «Normale» und das «Andere». Und auch um die Schnittstellen zwischen Kindheit und Erwachsensein.

Burkhard Spinnen verarbeitet im recht umfangreichen Kinderroman «Belgische Riesen» ganz offensichtlich seine Erfahrungen als junger Vater. Mit viel Witz erzählt er aus der Perspektive eines heutigen Kindes, und mit ein wenig ironischer Distanz gelingt es ihm, die Perspektive der erziehenden Eltern auch gleich noch mit einzubeziehen. Eine sehr offensichtliche doppelte Codierung könnte man das nennen, die grossen Spass macht und listig um Verständnis für die Positionen beidseits des Erziehungsgrabens wirbt. – Der zehnjährige Konrad Bantelmann ist ein sehr präziser Analytiker familiärer Prozesse. Denn Konrad Bantelmann weiss genau, dass «der Papa» sich auch nach zehn Jahren noch nicht so ganz ans Papasein gewöhnt hat. Zum Beispiel am Sonntagmorgen. Oder beim abendlichen Abenteuergeschichtenerzählen, wenn Konrads kleiner Bruder den Papa vor Aufregung über die neuesten Entwicklungen in Sachen «Waldschlange Anabasis und das Expeditionsteam um Franzkarl Forscher» heftig in den Bauch tritt. Konrad wohnt mit seiner Familie in einem neuen Haus in einer neuen Siedlung, in der alle Häuser gleich aussehen, auch von innen. Das hat etwas Beruhigendes für Konrad, der seine Umgebung systematisch erforscht.

Und dann passiert's. Konrad hätte sich dem Haus 28 b wohl gar nicht nähern sollen, denn es sieht schon von weitem irgendwie anders aus als alle anderen Häuser. Und als er dann mit der Bewohnerin, einem sehr frechen, sehr dominanten, sehr rothaarigen Mädchen namens Fridz, in Kontakt kommt, ist es um die Ruhe des Konrad Bantelmann geschehen. Denn Fridz hat nicht nur einen «Belgischen Riesen», ein Riesenkaninchen, sondern auch Sorgen: Ihre Eltern haben sich getrennt. Und jetzt kann ihre Mutter das Haus nicht bezahlen, und der Vater kümmert sich mehr um die neue Freundin als um Fridz. Deshalb muss dieser Freundin eins ausgewischt werden. Und zwar mit Hilfe von Konrad. Und das bringt den ehrlichen, vernünftigen Konrad Bantelmann ganz schön in Bedrängnis. – Natürlich geht die Sache am Ende gut aus. Die Leichtigkeit von Spinnens Erzählweise lässt daran niemals Zweifel aufkommen.

Die humoristische Seite des Seins ist nicht die Sache von Jutta Richter. Sie ist eine «Schatzsucherin», genau wie die etwa elfjährige Protagonistin in ihrem neuesten Buch «Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen». Kindheit hat darin für die Ich-Erzählerin viel mit den gesammelten Schätzen zu tun, «Knippsteine und Abziehbilder, Schneckenhäuser, Taubenfedern und die kleinen hellblau gesprenkelten Vogeleier». Und mit der bedrohlichen Kellerkatze, die niemand ausser ihr sehen kann. Jutta Richter, die Autorin, sammelt Augenblicke, in welchen sich das Leben poetisch verdichtet. Bildhafte Momente, in denen das Glück wie ein Sonnenstrahl durchs Schlüsselloch schimmert und in denen gleichzeitig auch die Weichen gestellt werden für die Tragödien des Alltags. Jutta Richter erzählt aus einer Zeit, die ihr aus ihrer eigenen Kindheit vertraut ist – irgendwann in den sechziger Jahren. Sie erzählt von Freiheiten und Zwängen, von Ängsten und Freuden, von Erfahrungen mit Nähe und Distanz und von sozialem Druck, der stärker sein kann als Freundschaft – von Verrat.

Eines Tages ist Rainer da. Er kommt aus desolaten Verhältnissen, ist schmutzig, hat raue Hände mit abgebissenen Fingernägeln, und er popelt in der Nase. Aber im Gegensatz zu Hansi, Michael, Martina und den Erwachsenen kennt er die Kellerkatze und weiss, wie man mit ihr fertig wird. Und er kann Spinnen zähmen. Kurz: Er weiss, wie man die Angst besiegt. Jedenfalls meistens. Und er nimmt die Ich-Erzählerin ernst, obwohl sie ein Mädchen ist. Für ihn gehört sie nicht zu den «doofen Weibern». Alle anderen aber wissen, was Rainer wirklich ist: «Ein Spielverderber. Ein Schlappschwanz. Ein ganz krummer Hund.» Rainer ist ja wirklich auch ein bisschen zum Fürchten. Was aber soll man machen, wenn man plötzlich nicht mehr «dazugehört», nur weil man Rainers Freundin ist? Denn «wozu ist eigentlich ein Freund gut, den man nicht leiden kann?» – Jutta Richter fragt, und gibt auch die Antwort darauf. Kurz und keineswegs schmerzlos.

Gerda Wurzenberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das ist er mal wieder, der pädagogische Zeigefinder und diesmal zeigt er auf Konrad, Fridz & Co. und ruft: "Pfui, wie klischeehaft.", "Unrealistisch!" usw.
Dabei hat B. Spinnen einfach nur eine gute, kurzweilige, lustige und eben nicht moralisch zu sehr festgelegte Geschichte routiniert aufgeschrieben.
Konrads "Entwicklung", die Ängste und Gefühle von Fridz und wie die beiden zusammenkommen, das hat Witz, einige nette Wendungen und selbstverständlich auch einige Schablonen zu bieten, die die Geschichte voranbringen. Mir hat das Buch jedenfalls Spaß gemacht.
Und was bitte ist schlecht dran, es kleinen und großen Lesern recht zu machen? Jeder erfolgreiche (gute?) Kinderfilm funktioniert so.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
wieder mal so eine Entdeckung für meine Geschichtensammlung. Eine Geschichte mit Herz und Humor. Ab 8 - 9 Jahre zu empfehlen, für Jungs und Mädchen, nicht nur gut, aber auch, wenn Eltern sich getrennt haben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
unglaublich lustig 30. August 2003
Format:Taschenbuch
Ich habe mir das Buch im Urlaub gekauft, weil mich die Titelseite sehr angesprochen hat. Hab angefangen zu lesen und mir war nach ein paar Seiten klar, dass es sich um ein superlustiges Buch handelt. Es ist einfach herrlich einen Umzug in ein anderes Haus aus Kindersicht zu sehen.
Ich kann es nur weiterempfehlen und es ist auch sehr gut geeignet es als Einschlafgeschichte Kindern vorzulesen.
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