ist meine persönliche Einschätzung von David und Leigh Eddings "Belgarath der Zauberer".
Ich hatte (ähnlich wie der eine oder andere Vorrezensent) auch zuerst die Bücher Belgarath und Polgara gelesen, bevor ich auf die gloreiche Idee kam, das es dazu noch andere Bücher geben muss.
Allerdings kann ich kann ich mich in einigen Punkten nicht anschließen. Die Story ist eigentlich so geschrieben, das man jederzeit auch als nicht kenner der Belgariad Saga (meine Kaufempfehlung sei hiermit gegeben!) nachvollziehen kann um was es geht. Liest man zuerst die Belgariad Saga werden beim Lesen der Saga um das Auge Aldurs (zu dieser Reihe gehört das Buch) einige Sachen erst richtig klar, ebenso ist es umgekehrt, für meinen Begriff spielt das keine große Rolle, weil die Autoren nicht den Fehler machten und die Geschichte einfach aus den Augen eines anderen Nacherzählten.
Auch mit der angeblich unlogischen Technischen Entwicklung, kann ich nicht übereinstimmen, die Zeit vor Christus angeblicher Geburt war auch nicht gerade durch grundlegende Technische und Astrologische Meisterleistungen geprägt, von der Schifffahrt und einfachen Mechanischen Vorrichtungen ganz zu schweigen, und ich meine zu wissen, das die Steinzeit ein paar Jährchen länger her ist als 3000 Jahren. Außerdem haben wir es hier mit Bellestristik und dementsprechenden Künstlerischen Freiheiten zu tun und Fantasy muss einfach im Mittelalter spielen, sonst wärs ja Sience Fiction.
Egal, jetzt schreibe ich erst mal über das Buch an sich.
Belgarath der Zauberer handelt von einem Jungen, der in schlechten Verhältnissen aufwächst und von einem Gott zu seinem Jünger gemacht wird, um das Schicksal der Erde zu seinen (scheinbar guten) Gunsten zu verändern. Ein wahnsinniger abtrünniger Gott versucht die Erde zu unterjochen und es geht unaufhaltsam auf die Entscheidungsschlacht zu, in der sich entscheidet wie das Leben auf der Erde weitergeht.
So abgedroschen das hier klingen mag, alleine schon der Auftakt der Saga um das Auge Aldur entwickelt sich mit seinen knapp 1000 Seiten zu einem der besten Bücher der Fantasy Geschichte. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, welches so detailiert auf die Geschichte an sich, die Landschaft (mit Weltkarten), die verschiedenen Stämme oder Rassen und Geologischen Besonderheiten der erschaffenen Welt eingeht. Viele werden sich jetzt denken, "dann lese doch mal Herr der Ringe". Der Große Unterschied zwischen diesen Büchern steht in der unglaublichen Charakterskizzierung. Während bei den Meisten Büchern auf so was gar nicht eingegangen wird, hat jeder wichtige Charakter ganz eigene spezifische Eigenschaften auf Dinge zu reagieren, so das man beinahe auf die Namen verzichten könnte.
Der mürrische, manchmals fiese Belgarath, die schnell aufbrausenden und immer voller Selbstbewustsein strotzende Polgara, die Bärbeisigen Alorner, die etwas langsamen Thulls.
Wer auch schon Polgara die Zaubererin gelesen hat, wird vielleicht merken, wie sehr sich die beiden Unterscheiden und wie kompliziert es gewesen sein muss, ständig vom Charakter abhängig impulsiv, zurückhaltend oder eingeschnappt zu wirken.
Aber auch die Story an sich lässt eigentlich kaum einen Wunsch offen, man bereist verschiedene Länder, erlebt Pomp und Bettelarmut, Wüsten, Sümpfe aber auch Tundra oder Hochgebirge.
Das ganze Durchsetzt von (je nach Charakter) feinen bis hin zu ziemlich groben Humor (ich sage da nur Silk oder Beldin), macht dieses Buch zu einem der besten Fantasy Büchern.
Auch ich möchte mir einen unvermeidlichen Vergleich zu Herr der Ringe nicht verkneifen.
JJR's Meisterwerk dürfte trotz oder gerade wegen seines Alters zu den absoluten Top-Büchern der Fantasy Geschichte gehören.
Ich habe diese Buch schon vor dem Algemeinen Hype um Peter Jacksons Verfilmung des Epos gelesen und bin immer noch Fasziniert, allerdings muss ich sagen, das Film und die dazu gehörigen Spiele (vor allem diese fürchterlichen EA-Versionen!) mir das Herr der Ringe gestohlen haben, das schon fast ein Lebensgefühl gibt. Die Schönheit und auch die Furchtbarkeit der Geschichte beginnen zu verblassen. Tja so ist die Massenkommerzialisierung.
Anders ist es bei der Auge des Aldurs Reihe. Sie ist noch ganz frisch in meiner Erinnnerung und lässt mich teilweise noch träumen. Kaum ein anderes Buch hat mich so gefesselt und ein ruhigen Minuten beschäftigt (auch wenn ich nicht lesen konnte).
Absolut Spitze.
Gegen einen Film hätte ich nichts, wenn sich aber jemand entschließen sollte, ein Spiel daraus zu machen, dann bitte nicht EA, sondern eher im Stil von Oblivion.