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5.0 von 5 Sternen
Von Purcell bis Offenbach, 19. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Belcanto Duets (Audio CD)
Belcanto - welche Wahrheit füllt dieses Wort in Anbetracht dieser Aufnahme. Der japanische Countertenor Yoshikazu Mera und die in der Slowakei geborene, nun in Zürich lebende Sopranistin Edita Gruberova gaben am fünften Oktober 1998 ein Konzert in der Ungarischen Staatsoper mit einem Programm, das dem Belcanto im weitesten Sinne gewidmet war. Diese Aufnahme ist das Dokument dieses Abends und es ist nicht übertrieben, sie eine der besten ihrer Art zu nennen. Die einzelnen Arien und Duette sind nach den Lebensdaten der Komponisten geordnet und decken alle drei Epochen ab, in denen der Belcanto gepflegt wurde (Barock, Klassik, Romantik). Den Anfang macht ein Duett von Henry Purcell aus der Oper „King Arthur", es folgt ein Duett aus einer Kantate von Johann Sebastian Bach, weiter geht es mit Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Gioacchino Rossini und abschließend die berühmte Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach. Ein sehr abwechslungsreiches Programm also, das viele Facetten des Belcanto offenbart, der ja zumeist eher nur mit den Italienern Rossini, Donizetti, Bellini und Verdi verbunden wird. Obwohl vom Applaus des Konzerts überhaupt nichts zu hören ist, wird man von Beginn der CD an bis zum letzten Takt der Barcarole von einer ganz besonderen Stimmung gefangen genommen, wie sie meist nur bei Live-Konzerten zu spüren ist. Man merkt kaum, dass die CD nur knapp mehr als eine dreiviertel Stunde lang ist. Das mag wohl zum großen Teil an dem gelungenen Spiel aller beteiligter Musiker liegen. Angefangen beim Failoni Chamber Orchestra unter der Leitung von Edita Gruberovas Mann, Friedrich Haider, bis hin zu den beiden Sängern. Yoshikazu Mera, der noch nicht so bekannt ist wie seine europäische Kollegin, zeigt absolutes musikalisches Gefühl und emotionales Ausdrucksvermögen bei seiner Interpretation der Stücke. Erstaunliche Sicherheit in der Höhe, wunderbar ausgeführte Verzierungen und eine Stimme die unter anderen Countertenören und Altisten ihresgleichen sucht. Besonders kommt sein Können in der Arie aus „Mitridate, Re di Ponto" von Mozart zur Geltung. Und selbst nach ihren Maßstäben überragende Kunstfertigkeit beweist auch Edita Gruberova, insbesondere zu hören in der Arie der Cleopatra aus Händels „Julio Cesare". Keine Schwäche weder im tiefen Brustregister noch in der Artikulation noch in sonstigen Aspekten - und trotzdem glaubt man ihr ihre Menschlichkeit. Wie immer bei der Sängerin bleibt keine Koloratur, kein Triller und kein Messa di voce bloß Selbstzweck, immer ist dem Zuhörer klar, was sie meint, auch ohne Textheft. Und wie ein weiteres kleines Wunder mag einem der Zusammenklang dieser beiden Stimmen erscheinen. Man fühlt sich an die Zusammenarbeit der Gruberova mit ihrer Kollegin Vesselina Kasarova erinnert (CD: „Lied-Duette" oder „Wir Schwestern zwei, wir schönen", ebenfalls bei Nightingale Classics erschienen), die bereits ein fantastisches Ergebnis hatte. Aber ehe ich den Rahmen dieser Rubrik mit weiteren Worten des Lobs dieser CD überschreite möchte ich es doch bei einer einfachen Empfehlung belassen, die ich jedem ganz uneingeschränkt machen kann.
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Kleopatras Klage..., 25. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Belcanto Duets (Audio CD)
Was für eine schöne Aufnahme! Edita Gruberova und Yoshikazu Mera, begleitet vom Failoni Chamber Orchestra unter Friedrich Haider, bieten hier ein hervorragend zusammengestelltes Konzert mit Arien, Duetten und passenden Orchesterstücken aus Romantik, Klassik und Barock. Das schönste Stück auf der CD mag wohl die Arie „Piangerò" aus „Julio Cesare" von Georg Friedrich Händel sein. Hier bekommt man zu spüren, dass es sich bei derartiger barocker Musik nicht um Stücke handelt, die schematisch nach kunstfremden Regelwerken konstruiert und ebenso darzubieten sind. Frau Gruberova versteht es, dank ihrer zunächst technischen Herangehensweise, über eben diese technische Sicherheit einen großen Ausdruck zu erzielen. Man hört, dass sie so sicher ist, dass es ihr sogar möglich wäre, auf jeden Ton einen Triller zu setzen, aber sie bewahrt das Besondere dieser Verzierung, unterscheidet bewusst zwischen dem Ansatz auf Haupt- und Nebenton und schafft so eine individuelle Linie mit eigener Aussage. Im Da Capo der Arie beschränkt sie sich ebenfalls nicht auf hohle und aufgesetzte Zusatzornamente. Stattdessen beachte man, wie sich das Timbre der Stimme verändert hat. Wenn sie im ersten Teil noch wesentlich mehr nach außen hin ihr Schicksal beklagt hat, so lässt sie uns in der Wiederholung, nach dem Ausbruch des Mittelteils, einen Blick auf ihr zu Tiefst verletztes Inneres werfen. Es klingt nun viel intimer und introvertierter; die Klage berührt den Zuhörer nun noch einmal so sehr wie anfangs. Dabei ist es wieder einmal erstaunlich wie originell und einfallsreich die Sängerin mit ihren feinen Gestalungsmitteln wie dem Piano , den Trillern und den Glissandi und Portamenti umgeht. Da ist nichts dem Zufall überlassen und trotzdem wird jeder Ton erlebt, jede Line und Verzierung zum Ausdruck des Inhalts hinter Noten und Text.
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Belcanto Duetts in Vollendung!, 28. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Belcanto Duets (Audio CD)
Wer ein Belcanto Duett Album in der Konstelation Countertenor und Koleratursopran auf Cd sucht ist hier bestens bedient. Der Klare Sopran der Gruberova gepaart mit der glockenhellen Stimme Meras lassen jedes Klassikherz höher schlagen. Die wunderbare Auswahl an Stücken von Purcell, Bach, Händel, Mozart, Rossini und Offenbach tragen dazu bei, dass diese CD ein Favorit in meinem CD Player ist, die aber leider nach ca. 50 Minuten Laufzeit schon zu Ende ist. Zum Glück gibt es aber die Wiederholungstaste.
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