...weil "Bel-ami" zum Kanon der französischsprachigen Literatur gehört und man es als vorbildliche Französischstudentin (zu denen ich mich selbstverständlich zähle ;-)) natürlich irgendwann einmal lesen sollte. Dann aber stellte sich heraus, dass sich die Lektüre sehr wohl lohnt, auch für den interessierten Laien. ;-)
Sprachlich ist "Bel-ami" erstaunlich einfach zu verstehen, also trotz des relativ "dicken Schinkens" wirklich für alle, die gute Französischkenntnisse haben, geeignet. Im Vergleich zu anderen Klassikern des französischen Realismus und Naturalismus wie Flaubert, Balzac oder Zola ist "Bel-ami" von Maupassant ein relativ klarer, leichter (von der Thematik her) Roman, der durch seine psychologischen Analysen des Protagonisten, dessen Emporkommen in der Gesellschaft mit Hilfe wohlhabender Frauen geschildert wird, und seine klare, wunderschöne Sprache besticht.
Ich muss allerding gestehen, dass ich das Buch noch nicht ganz zu Ende gelesen habe, es verspricht aber, ebenso interessant und gewinnbringend weiter zu gehen. Außerdem ist "Bel-ami" ohnehin kein Roman, der auf reißerische Spannung setzt, sondern einer, der die Handlung mehr dahin plätschern lässt (aber im Positiven!!). Deswegen denke ich, dass ich schon einen ganz guten Eindruck gewonnen habe.
Sehr empfehlenswert für Romanistikstudenten (natürlich), für Liebhaber des französischen Realismus und für alle, die einen guten klassischen Roman zu schätzen wissen (man kann es ja auch in der Übersetzung lesen ;-))