Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Bekenntnisse
OT Les Confessions OA 1782 / 88 (postum) DE 1782Form Autobiografie Epoche Aufklärung
Mit den Bekenntnissen, die oftmals als das reifste Werk des Philosophen angesehen werden, begründete Jean-Jacques Rousseau die moderne Autobiografie. Offen stellte er sein ruheloses und widerspruchsvolles, von inneren Kämpfen und leidenschaftlichen Gefühlen geprägtes Leben dar und deutete es. Hierbei versuchte er sein Werk und seine Handlungsweise zu rechtfertigen und griff dabei energisch seine Feinde an. Die damalige Gesellschaft reagierte geschockt: Öffentliche Vorlesungen aus den Bekenntnissen wurden polizeilich verboten.
Inhalt: Im ersten Teil des romanhaft angelegten Werks, das sich in zwölf Bücher gliedert, schildert Rousseau seine Kindheit und Jugend bis 1741. Er berichtet von der Zeit seiner Wanderschaft, beleuchtet seine Wünsche und Sehnsüchte und lässt den Leser seine Suche nach Glück nachempfinden. Beeindruckend sind die Schilderungen des Landlebens. Neben der idyllischen Natur vermag Rousseau die erhabene Seite der Natur zu vermitteln: das Freie, Majestätische, die Welt der Berge, »die die Seele weitet«. Im zweiten Teil, der mit dem Eintritt in die Gesellschaft verbunden ist, schildert er seine große Enttäuschung. Der sozial- und zivilisationskritische Rousseau, der das höchste Glück des Menschseins in der individuellen Unabhängigkeit in einem naturverbundenen Leben sah, prangert die gesellschaftlichen Missstände an, die auf sein Schicksal einwirken. Einzige Lichtblicke sind die Flucht in die Natur, die Rousseau als ruhenden Pol und Lebensquell des Menschen betrachtete.
Wirkung: Die Intensität der Versenkung in die eigene Persönlichkeit, wie sie in den Bekenntnissen zum Ausdruck kommt, sucht in der Literatur ihresgleichen. Mit seinem autobiografischen Roman, in dem Rousseaus emotional-subjektiver Ansatz mit großer Innigkeit und Lebendigkeit umgesetzt wird, wirkte er nicht nur auf die französische Literatur der Romantik, sondern prägte auch das Denken deutschsprachiger Geistesgrößen wie R Goethe und R Schiller, Johann Gottfried Herder (17441803) und Immanuel R Kant. V. R.
Die Bekenntnisse
OT Les Confessions OA 1782 / 88 (postum) DE 1782Form Autobiografie Epoche Aufklärung
Mit den Bekenntnissen, die oftmals als das reifste Werk des Philosophen angesehen werden, begründete Jean-Jacques Rousseau die moderne Autobiografie. Offen stellte er sein ruheloses und widerspruchsvolles, von inneren Kämpfen und leidenschaftlichen Gefühlen geprägtes Leben dar und deutete es. Hierbei versuchte er sein Werk und seine Handlungsweise zu rechtfertigen und griff dabei energisch seine Feinde an. Die damalige Gesellschaft reagierte geschockt: Öffentliche Vorlesungen aus den Bekenntnissen wurden polizeilich verboten.
Inhalt: Im ersten Teil des romanhaft angelegten Werks, das sich in zwölf Bücher gliedert, schildert Rousseau seine Kindheit und Jugend bis 1741. Er berichtet von der Zeit seiner Wanderschaft, beleuchtet seine Wünsche und Sehnsüchte und lässt den Leser seine Suche nach Glück nachempfinden. Beeindruckend sind die Schilderungen des Landlebens. Neben der idyllischen Natur vermag Rousseau die erhabene Seite der Natur zu vermitteln: das Freie, Majestätische, die Welt der Berge, »die die Seele weitet«. Im zweiten Teil, der mit dem Eintritt in die Gesellschaft verbunden ist, schildert er seine große Enttäuschung. Der sozial- und zivilisationskritische Rousseau, der das höchste Glück des Menschseins in der individuellen Unabhängigkeit in einem naturverbundenen Leben sah, prangert die gesellschaftlichen Missstände an, die auf sein Schicksal einwirken. Einzige Lichtblicke sind die Flucht in die Natur, die Rousseau als ruhenden Pol und Lebensquell des Menschen betrachtete.
Wirkung: Die Intensität der Versenkung in die eigene Persönlichkeit, wie sie in den Bekenntnissen zum Ausdruck kommt, sucht in der Literatur ihresgleichen. Mit seinem autobiografischen Roman, in dem Rousseaus emotional-subjektiver Ansatz mit großer Innigkeit und Lebendigkeit umgesetzt wird, wirkte er nicht nur auf die französische Literatur der Romantik, sondern prägte auch das Denken deutschsprachiger Geistesgrößen wie R Goethe und R Schiller, Johann Gottfried Herder (17441803) und Immanuel R Kant. V. R.
Kurzbeschreibung
Rousseau hat mit den Bekenntnissen eine neue Ära der autobiographischen Literatur eingeläutet. Während die Memoiren-Literatur bis dahin eine intime Kenntnis des Zeitgeschehens vermitteln wollte, schilderte Rousseau die "Erinnerung an den empfangenen Eindruck" und die "gegenwärtige Empfindung", also einen zweifachen Seelenzustand bei der Beschreibung seines Lebensweges.
Über den Autor
Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau (1712- 1778) ist einer der wichtigsten französischen Aufklärer des 18. Jahrhunderts. Er gilt als einer der ideellen Wegbereiter der Französischen Revolution und als einer der bedeutendsten Pädagogen der Neuzeit. Seine erziehungs- und demokratietheoretischen Gedanken übten einen großen Einfluss auf Kant, Fichte, Goethe, Schiller, Pestalozzi und Marx aus, um nur einige zu nennen.