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1999 -- fünf Jahre danach: Die Jahre im Gefängnis hat Jürgen Schneider genutzt, um seine Lebensgeschichte von der Kindheit bis zur Haftstrafe niederzuschreiben. War sein allererster Spielkamerad noch ein Langhaardackel, so sollten es später die Bankiers dieser Republik werden. Jugenderlebnissen und frühen Geschäftserfahrungen folgt die detaillierte Betrachtung seines Weges in die Führungsriege der deutschen Wirtschaft. Dort hielt er sich ein paar Jährchen und machte mit spektakulären Bauprojekten von sich reden, bevor seine Träume vom Immobilienimperium platzten wie die berühmte Seifenblase. Das Nachspiel lieferten die Gerichte.
Im Endergebnis ist Schneiders Werdegang -- der eng mit der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte als Ganzes verknüpft ist -- bekannt. Warum also dieses Buch lesen, könnte man fragen. Nun, weil es sehr persönliche Einsichten in die Vorgänge und ihre Vorgeschichte liefert und so die Geschehnisse verständlich macht. Allerdings ist der Satz auf dem Buchumschlag "Hier wird berichtet, wie es wirklich war" mit Vorsicht zu genießen, denn natürlich schildert Schneider alles aus seiner ureigenen, subjektiven Sicht. Sein Buch ist Teil eines Puzzles, aber die anderen Teile, egal ob Medienberichte oder Gerichtsergebnisse, sollte man nicht übersehen. Nur so ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild. --Joachim Hohwieler
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spiegelbild der deutschen Wirtschaft,
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse eines Baulöwen (Gebundene Ausgabe)
Die Möglichkeiten und Risiken für Unternehmer in Deutschland werden in diesem Buch einzigartig beschrieben, ebenfalls die herrschenden Kräfteverhältnisse. Ruhm und Erfolg lassen sich gut mit Banken teilen, jedoch nicht das unternehmerische Risiko. Ich hoffe, dass Dr. Jürgen Schneider, der sich an den Überfinanzierungen und sonstigen nicht ganz legalen Geschäften nie persönlich bereichert hat, künftig an seinen Leistungen für die deutschen Städte gemessen und nicht weiter oberflächlich über ihn geurteilt wird.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lehrstueck ueber Schein und Sein.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse eines Baulöwen (Gebundene Ausgabe)
Ein bemerkenswertes Buch. Schneider beschreibt sein Leben, beginnend in fruehester Kindheit, ueber die Jugend, sein Studium, die Arbeit im vaeterlichen Betrieb, seinen Aufstieg in selbstaendiger Existenz, seine Tricks, Betruegereien, die Flucht, Prozess und Haft. Ich begegne einem erstaunlich offenen Mann, der viel Leid ueber viele andere gebracht hat. Noch sitzt der Schock tief. Er war mein Kunde, wurde bestaunt, gelobt und zum Schluss verdammt. Konnte ich es doch nicht fassen, mit welcher Skrupellosigkeit er sich aus dem Staub gemacht hat und uns mit dem Gefuehl zurueckliess, dass das ganze Vertrauen schlicht ungerechtfertigt war. Er hatte uns beschissen und zum Aerger ueber den finanziellen Verlust kam der noch viel mehr an der Seele fressende Aerger ueber uns selbst, weil wir uns hereinlegen liessen. Was also hat sich dieser Mann gedacht? Warum hat er wann wie gehandelt? Ich erfahre viel ueber ihn, ueber seine Frau, die er so hoch lobt und ueber eine Heiratsannonce kennengelernt hat. Ueber seinen Vater, den klassischen Macho, der fast brutal, sicher aber narzisstisch sein Wesen ueber das aller anderen seiner Familie stellt und seinen Sohn Juergen bis an die Grenze des Ertraeglichen gaengelt. Was er schreibt, klingt glaubwuerdig, die einzelnen Entwicklungsschritte passen aneinander. Ich merke, dass Schneider psychologische Beratung genossen haben muss, anders kann ich mir die Souveraenitaet seiner Offenheit nicht erklaeren. Das ist gut für ihn und gut fuer seine Opfer. Denn ich lerne aus dem Buch. Kann es nur als Pflichtlektuere empfehlen fuer kaufmaennische Lehrlinge, Manager, Vorstaende, Psychologen, Philosophen und Strategen. Ich bewundere Richter Gehrke, der so treffend formuliert hat, dass der Fall Schneider auch eine Parabel auf unsere Gesellschaft ist. Auch und gerade im Prozess wird dies deutlich. Juristisch hat er jetzt alles gebuesst. Er darf von vorne anfangen. Wenn er seine Zusage haelt, moralisches Unrecht kuenftig im Sinne der Moral oeffentlich anzuprangern, stehen uns noch interessante Dinge ins Haus.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ehrlich, real, gut,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse eines Baulöwen (Gebundene Ausgabe)
Verblüffende Offenheit, von Beginn an. Gut und locker zu lesen. Interessant, wie leicht es mal mit den Banken ging, was diese alles wissen mußten,und wie ruhig dieses Spiel mitgemacht wurde. Auch sehr interessant, was die Richter den Banken ins Buch geschrieben haben.
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