Die Ich-Erzählerin Beeda lebt in Kapstadt und ist fest in der dortigen muslimischen Gemeinde integriert. Sie musste mehrere Schicksalsschläge einstecken , so hat ihr Mann sie verlassen, als sie ihr viertes Kind erwartete. Doch nicht zuletzt durch die Kraft ihres Glaubens gestaltete sie ihr Leben weiterhin aktiv. Ihre Geschichte, und gleichzeitig die ihrer Familie, erzählt sie auf zwei Zeitebenen: Zum einen blendet sie ca. 20 Jahre zurück, als zur Zeit der Geburt ihrer Kinder wichtige Entscheidungen fallen. Zum anderen schildert sie ihre Gegenwart, in der sie ein neues, zweifelhaftes Vergnügen kennen lernt: das Glücksspiel, und zwar ausschließlich in der Form von Spielautomaten.
Die Beträge, um die sie spielt, sind, zumindest anfangs, relativ niedrig. Sie beginnt meist mit 500 Rand, das entspricht etwas 45 Euro. Im Buch findet man keinen Wechselkurs, ich habe extra nachgeforscht :-)
Im Buch finden sich einige herzergreifende Szenen, Liebe, Verlust und Schuld rühren die Seele. Doch Beeda lässt sich nicht von den Gefühlen treiben. Sie versucht immer wieder zurück auf die rationale Schiene zu kommen, sehr oft führt die Schiene aber schnurstracks ins Casino. Dadurch schaukeln sich ihre Verstrickungen zwischen Wahrheit, Lüge und Selbstverleugnung auf, bei denen sie aber immer ihrem Glauben treu bleibt, was zu herrlich zynischen Kommentaren führt. Sie legt eine tolle Selbstironie an den Tag, die so manch andere Muslime oftmals vermissen lassen.
Da Beeda ihre gesamte Familiengeschichte ausbreitet, sammelt sich im Laufe des Buches ein sehr umfangreiches Personenregister an: Ich muss zugeben, dass ich manchmal den Überblick verloren habe und wieder zurückblättern musste, um die einzelnen Figuren wieder korrekt zuordnen zu können.