Selten ist in einem Essay das Leben wohl so spannend beschrieben worden. Der Autor spielt selbst Tennis. Was ihn die Lage versetzt, Spiele von John McEnroe so zu beschreiben, als fänden sie noch einmal statt. Er frißt sich in die Psychologie des ehemaligen Weltklassespieler hinein, zeigt ihn Satz für Satz, die Wellenbewegung zwischen Sieg und Niederlage, das atemberaubende Gefühl gewonnen zu haben, wie die Depression nach einer Niederlage. Einer der anrührernsten Momente im Buch besteht in McEnroes Trauer nach Borgs Rücktritt. Plötzlich fehlt ihm der Gegner und nach lall den Jahren fragte er sich, wie gut Borg und er noch hätten werden können, wenn Borg nicht zurückgetreten wäre. Natürlich gab es auch noch andere Gegner, aber Borg und er, das war wie eine Liebesgeschichte, getrennt durch ein Netz zwischen Außenlinien. Adams beschreibt sein Verhalten auf und abseits des Tennisplatzes als Reaktion auf sein Umfeld, seine Widerborstigkeit entsprang den überkommenen Konventionen der Tennisszene. Es ist eine Geschichte zwischen Warten, Stress und dem Abrufen von Höchstleitungen. McEnroe gehörte nicht zu den Trainingsfleißigsten, er spielte lieber mit Flemming Doppel und verließ sich auf sein Talent. Adams findet abseits der bekannten Bilder auch die Annäherung an die Privatperson McEnroes, bei dem man oft befürchten musste, dass er innerlich verbrannte, wenn er sich mit Schiedsrichtern, wie Linienrichtern, mit Presseleuten wie Publikum anlegte. Mit McEnroe begann und endete vielleicht das Aufbegehren. Es ging zwar damals auch um Preisgeld und Pokale, doch vor allem ging es um eins: John wollte es sich und allen anderen beweisen. Und das hat er geschafft.