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4.0 von 5 Sternen
Der Großmeister der Satire lässt hinter die Kulissen blicken, 23. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Beinahe die Wahrheit. Die Geschichte meiner Geschichten. (Taschenbuch)
Sie waren längst fällig: Die Bekenntnisse des Ephraim Kishon. Gewohnt gewitzt deutet einer der größten Humoristen aller Zeiten an, welche Ideen, welche Begebenheiten sich hinter seinen Satiren verbergen. Er zieht Parallelen zu seinem tatsächlichen Leben, allerdings immer leise schmunzelnd und in gewohnter Manier übertreibend, so dass man nie ganz sicher sein kann, ob dieser Ephraim Kishon, der sich hier präsentiert, auch der wirkliche Ephraim Kishon ist. Zum Teil gibt er aber auch Anlass zum nachdenken, wenn er zB andeutet, wie sehr er sich zwischen Ungarn, seinem Mutterland, und Israel, seiner Wahlheimat, hin und her gerissen fühlt. Mit seinen Worten: "In Israel fühle ich mich zu Hause, weil es das einzige Land ist, wo ich kein Jude bin, aber Ungarn ist das einzige Land, in dem ich keinen ungarischen Akzent habe." Der Leser erhält Einblicke in die Gedankenwelt von einem großen Satiriker und einem bewundernswerten Menschen.
Einen Stern Abzug gibt es, weil er ab und an doch zu sehr in sein altes Metier, die Satire, fällt und man dann eben doch nicht genau sagen kann, wer nun der Satiriker Kishon und wer ist der Mensch Kishon ist. Aber das ist in dem Titel auch angedeutet: Er erzählt beinahe die Wahrheit.
Und dann wären noch einige seiner köstlichsten Satiren, die Kishon auf ihre Entstehungsgeschichte oder allfällige Kuriositäten, die sich damit ergeben haben, durchleuchtet. Man erlebt da so manch ein fröhliches Wiedersehen mit alten Bekannten und davon kann man bei Kishon ja nie genug kriegen!
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