Nach einem Jahr des Yogapraktizierens zählt der Autor zu den Fortgeschrittenen, aber nicht zu den erfahrenen Yogaübenden, auch wenn er am Ende des Buches mit einer Ausbildung zum Yogalehrer liebäugelt. Allerdings ist ihm zugleich auch bewusst, dass es dafür eigentlich noch zu früh ist. Aber er weiß auch, dass gerade beim Trademark-Yoga, Made in USA, viele so vorgehen und nach kurzer Bekanntschaft mit der Yogamatte bereits eine Yogalehrer-Ausbildung beginnen.
Was Rainer Dresen nachzeichnet, ist sein eigener Yogaweg. Von der Inspiration durch den Schauspieler Ralf Bauer bis zum Abwägen, ob er sich selbst mit einer Wellnessreise oder mit einer Ausbildung zum Yogalehrer belohnt. Dazwischen liegen Erfahrungen, die sowohl geographisch als auch von den schriftlich fixierten Impressionen her vielgestaltig sind. Zugleich sind es ausschließlich Begegnungen mit dem amerikanischen Trademark-Yoga, zu dem stets auch Promis und Glamour sowie eine akrobatische Körperbeherrschung gehören. Da passt der mehrfach verwendete Terminus des "Vorturnens" in der Tat.
Allerdings, und das ist das gute an diesem Buch, ist der Autor kein Yoga-Gläubiger, kein Anhänger eines "Tribe" oder ein Devotee, sondern ein Mann, der sich auf Yogaerfahrungen einlässt, aber diese zugleich auch kritisch reflektiert. Dies geschieht nicht abwägend oder besserwisserisch, sondern mit einem Augenzwinkern und sehr viel Humor.
Fazit
Das richtige Buch für alle, die gerne einen amüsanten Yoga-Selbsterfahrungsbericht lesen möchten, in dem es u.a. um die Begegnung mit dem Jivamukti-Gründerpaar Sharon Gannon und David Life geht sowie um die Besonderheiten beim Sauna-Yoga, erfunden vom "Prahlhans" Bikram.
Kurzweilige Lektüre und trotz einiger Fehler (wie zum Beispiel "das" Yoga, anstatt und richtigerweise "der" Yoga, oder "die Sprache Indisch" - die es nicht gibt -) empfehlenswert!
Mathias Tietke, Deutsches Yoga-Forum