...und geht manchem Zuschauer sicher zu weit, mit den ständigen Zoten und dem Dauergekiffe des Hauptdarstellers Ben und seiner Freunde. Für mich ist das genau der Humor, über den ich herzlich lachen kann und Beim ersten Mal ist meiner Meinung nach die ehrlichste, sympathischste und lustigste Liebeskomödie seit Meine Braut, ihr Vater und ich.
Der Film ist Balsam für die Seelen junger Paare, die zwar Kinder wollen, aber vom ständigen Rumgejammer der Medien, Politiker und Mitmenschen, über das Aussterben der Industrienationen und die Vergreisung der Gesellschaft, über die grosse Verantwortung, Kosten und Einschränkungen, die das Elternsein mit sich bringt, völlig verunsichert sind.
Während es bei der Vielzahl seichter Romantikkomödien am Ende darum geht ein Traumpaar vorm Traualtar stehen zu sehen, geht es bei diesem Film erstmal mit Gesprächen über Nacktszenen von Schauspielerinnen los. Ben und seine Freunde, die im Laufe des Film alle Arten des Marihuana-Konsums vorführen, wollen eine Homepage online stellen, in der die Filmszenen aufgelistet werden, in der eine Schauspielerin nackt zu sehen ist.
Hauptdarstellerin Alison ist auch von den Medien fasziniert und hat es grade zu einem Job vor die Kamera beim Sender E - Entertainment geschafft. Die Seitenhiebe auf das zynische Medienbusiness sind nicht zu plump, sondern sehr lustig! "Wir sind hier in Hollywood, wir lügen nicht.". Und da es gegen das Gesetz verstösst Alison zu zwingen für den Job, trotz Traumfigur, noch zehn Kilo abzunehmen, wird ihr geraten "straffer" zu werden.
Die Sprüche von Ben und seinen Freunden sind dann doch sehr viel direkter und manchem wohl zu vulgär. Aber trotzdem, ist es hier nie so blöd und flach wie bei vielen Teeniekomödien der Neunziger. Wie schon bei Apatows Vorgänger-Film "Jungfrau, 40, männlich sucht" ist es keine an den Haaren herbeigezogene Story, die nur doofe Gags aneinanderreiht, sondern ein Film mit echten Gefühlen und echten Menschen, der von Lachern aufgelockert wird.
Den Weg der beiden werdenden Eltern zu beobachten ist spannend und temporeich wie ein Actionfilm. Endlich mal eine Liebeskomödie für beide Geschlechter! Das es auch nach der Ehe noch genug spannendes zu erzählen gibt, zeigt Alisons Schwester, die den Verdacht hegt das ihr Mann sie betrügt. Die Auflösung dieses Verdachts ist mein persönlicher Lieblingsgag des Films und zusammen mit der Vagina-Szene im Krankenhaus einer der stärksten Momente von Beim ersten Mal.
Der offene Umgang mit Drogen, ein Mal Pilze, aber im wesentlichen Marihuana, wurde gut gelöst, meine ich. "Kein Pulver und keine Pillen", ist der Rat von Bens Vater. Apatow zeigt, das Kiffen zwar locker macht, verschweigt aber auch nicht, dass es verblödet. Und Alison stellt Ben vor die Wahl, entweder ein bekiffter Loser und Single, oder ein verantwortungsbewußter Partner.
Ein wunderbarer Film!
Ergänzung nach ausgiebiger Beschäftigung mit der DVD und dem Zusatzmaterial: wirklich vorbildlich was hier an Extras geboten wird! Über das Making-of gibt es mehr zu lachen als über einen Grossteil der typischen Ben Stiller oder Adam Sandler Komödien!