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Beim Leben meiner Enkel: Wie eine DDR-Flucht zum Familiendrama wurde
 
 
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Beim Leben meiner Enkel: Wie eine DDR-Flucht zum Familiendrama wurde [Gebundene Ausgabe]

Heike Otto
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Beim Leben meiner Enkel: Wie eine DDR-Flucht zum Familiendrama wurde + Entrissen: Der Tag, als die DDR mir meine Mutter nahm + Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit: unter Mitarbeit von  Regina Carstensen Die Geschichte einer gescheiterten Republikflucht
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (10. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455502040
  • ISBN-13: 978-3455502046
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 128.269 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

März 1984: Drei junge Männer aus Thüringen fliehen in den Westen. Dass diese Flucht über Grenzzäune und Minenfelder gelingt, grenzt an ein Wunder. Umso erstaunlicher, dass einer der Männer nur drei Monate später auf dem gleichen Weg zurückkommt - aus Sehnsucht zu seiner Frau. Kurz darauf wird er von der Stasi verhaftet. Wer hat ihn verraten?

Im Morgengrauen des 3. März 1984 starten drei junge Männer Richtung Grenze. Sie sind auf Skiern unterwegs, als Tarnung haben sie weiße Unterwäsche über ihre Kleidung gezogen. Die Flucht gelingt, völlig erschöpft klopfen sie in Bayern an eine Tür. Doch während für sie ein neues Leben beginnt, geraten ihre Angehörigen im Osten immer tiefer ins Netz der Stasi. Die Ehefrauen kommen in U-Haft, eine hält dem Druck der Verhöre nicht stand. Sie darf nach Hause, die anderen landen im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck. Zum ersten Mal berichten die Beteiligten über ihre Erlebnisse: Neun Personen erzählen die dramatische Geschichte einer Familie, deren Wunsch nach Freiheit in der Katastrophe endet.

Über den Autor

Heike Otto, geboren 1968 in Hubertusburg/Sachsen, war Lehrerin, bevor sie viele Jahre als Reporterin und Redakteurin für den SWR/ARD-Hörfunk in Stuttgart arbeitete. Heute lebt sie als freiberufliche Journalistin in München.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Grenzfall 26. März 2011
Von Falk Müller TOP 50 REZENSENT
Auf den ersten Blick unterscheidet sich diese Geschichte einer Flucht aus der DDR nicht so sehr von den vielen anderen, welche es in der Zeit der deutschen Teilung gab: 3 Männer überwinden im Jahre 1984 erfolgreich in einer spannend geschilderten Flucht die deutsch-deutsche Grenze. Ihre Frauen bleiben gemäß gemeinsamen Plan in der DDR zurück und hoffen, dass sie im Rahmen der Familienzusammenführung auch bald in den Westen nachreisen können.

Doch diese Geschichte verläuft anders. Zwar hatten die Frauen erwartet, dass sie Verhören der Stasi ausgesetzt sein würden. Doch dass diese derart schnell und hart mit Untersuchungshaft zuschlägt, hatten sie dann doch nicht erwartet. Eine der drei Frauen wird schwach, gibt ihre Pläne auf, in den Westen nachzureisen und gesteht auch, dass die Frauen von den Fluchtplänen ihrer Männer wussten. Die Folge ist Freilassung auf Bewährung für sie und schlimme Haft im berüchtigten Gefängnis Hoheneck für die anderen beiden. Schliesslich wird deren Traum doch noch wahr und sie dürfen zu ihren Männern in den Westen.

Es ist aber keine Geschichte von Helden und Verrätern. Im Buch wird deutlich, dass die Wahrheit hier weitaus vielschichtiger ist, dass private Entscheidungen politische Gegebenheiten überlagern. So erfährt man, dass die Ehe der Frau, die dann doch nicht mehr ihrem Mann in den Westen folgen wollte, schon länger kriselte, dass er sie sogar schlug. Und sie sich auch deshalb entschloss, mit einem anderen Mann ein neues Leben in der DDR aufzubauen.

Das Buch besteht aus 2 Teilen. Während im ersten die bewegende Flucht und ihre Folgen durch alle damals beteiligten Personen geschildert wird, enthält der zweite Teil Dokumente und Fotos der Stasi-Behörde zu diesem Fall. Dort findet sich z.B. der Tagesbericht der Grenztruppen zur Flucht, Protokolle der Verhöre der Frauen, Einschätzungen der Stasi über die familiäre und berufliche Situation der Betroffenen. So erfährt man ungefildert die Sicht der anderen Seite zu den Ereignissen - die Sicht der Staatsmacht. Durch diese Kombination von historischer Dokumentation einerseits und der Schilderung der privaten Hoffnungen, Erlebnisse und Entscheidungen der beteiligten Personen andererseits, ist es ein eindrucksvolles Zeitdokument geworden.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieser Erzählband gibt DEUTSCHE GESCHICHTE der jüngsten Vergangenheit wieder. Ein Geschehen aus den letzten Jahren der DDR-Existenz wird aufgegriffen, eine Republikflucht junger Männer. Es ist eine außergewöhnliche, abenteuerliche, bis ins Detail durchdachte und trotzdem sehr gewagte Flucht!
Nicht das Gelingen dieser Flucht ist der Höhepunkt des Buchinhaltes - die Tatsache, dass einer der geflüchteten jungen Männer, Jürgen, im Alleingang an der gleichen Grenzdurchbruchstelle wieder in die DDR zurück flüchtet!

Heike Otto wählt für ihr Buch nicht die Ich-Erzählform, sie lässt alle beteiligten Personen (Ehefrauen, Eltern, Kinder ...) aus der eigenen personengebundenen Sicht erzählen. Dadurch wird der Leser mit den unterschiedlichsten subjektiven Sichten der abgelaufenen Geschehnisse konfrontiert. Der Leser wird zur eigenen Meinungsfindung herausgefordert!

Die im Anhang des Buches veröffentlichten Stasidokumente öffnen dem Leser knallhart die Augen: Diese Protokolle spiegeln eindeutig die hinterhältigen und unmenschlichen Verhörmethoden der Stasi wider! Man ist nach dem Lesen geneigt, der Kerstin ihren "Verrat" zu verzeihen.

Dieses Buch empfehle ich vor allem unseren Jugendlichen: Hochinteressanter Geschichtsunterricht über das Schicksal einzelner, vor allem junger Menschen aus den letzten DDR-Jahren. Heike Ottos Darstellung der im Buch erzählten Episoden ist betont objektiv - trotzdem werden beim Leser viele Emotionen ausgelöst, die in bestimmte Richtungen Zorn, Hass und Abscheu erzeugen.

Ich persönlich (1941 geboren) empfand als DDR-Bürger das Eingesperrtsein als menschenunwürdig! Die Methoden der Stasi und führender Staatsorgane sind mir leider nicht unbekannt: Auch ich verlor meine berufliche Stellung, meinen Arbeitsplatz! Ich bekam im Heimatkreis Riesa keine Arbeit, egal welche! Auch in meinem Fall schwimmen die ehemaligen für meinen "Rausschmiss" veranrwortlichen Staatsfunktionäre wieder im Fahrwasser: Fraktionschefin der LINKEN im Kreistag, Landtagsabgeornete ...

Danke Heike für Ihre aufwendigen Recherchen, für Ihren Mut, einen solch hoch explosiven Stoff aufzugreifen und danke für Ihr gelungenes Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschend 15. Januar 2012
Von Cleopatra
Aufgrund eigener Betroffenheit, wenn auch nur indirekt, stürze ich mich im Moment auf alle möglichen Werke über die ehemalige DDR. Von diesem Buch hatte ich in einer Radiosendung gehört und war begeistert, fasziniert und sehr gespannt. Das Ergebnis hat mich dann jedoch auf ganzer Linie enttäuscht. Trotz der Schilderungen der Beteiligten liest das Werk sich so dröge wie ein Finanzbericht aus Focus oder Money. Ich hatte nicht direkt Sensations-Journalismus erwartet, aber deutlich mehr Emotionalität und Mitreiß-Faktor allein durch den Umstand, daß hier Betroffene selbst erzählen. Der einzige Moment, an dem wirklich mal Emotionen durchkommen, die einen erahnen lassen, wie es den Betroffenen seinerzeit ergangen sein muß, findet sich in Kerstins Nachwort hinter den Stasi-Akten. Fazit: Wer sowieso schon begriffen hat, daß die DDR ein Unrechtsstaat war, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, der lernt aus diesem Buch auch nichts neues. Hoffnungslose Ostalgiker dagegen, die immer noch davon träumen, wie gut es ihnen seinerzeit gegangen ist, wird man mit diesem Buch ganz bestimmt nicht vom Gegenteil überzeugen können. Schade drum, da ist meiner Meinung nach viel Potential verschenkt worden.
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