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Beifang: Roman
 
 
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Beifang: Roman [Gebundene Ausgabe]

Ulrich Ritzel
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich gibt es nicht viel zu tun für Hans Berndorf. Zumindest könnte man das meinen, wenn man sich die Ausgangslage seines Einsatzes vergegenwärtigt. Denn der ehemalige Polizist wird zu den Ermittlungen in einem Fall gerufen, der eigentlich schon abgeschlossen scheint. Der mutmaßliche Täter beim Mord an der 27-jährigen Kunsthistorikerin Fiona Morny scheint nämlich durch Indizien ohnehin schon überführt zu sein – auch wenn der Ehemann, ein Hauptmann der Bundeswehr, noch im Ulmer Gerichtssaal mit leiser Stimme seine Unschuld beteuert.

Als dann aber ein involvierter Anwalt vor den Zug gestoßen wird, und als sich herausstellt, dass dieser mit dem mit dem Mord befassten Richter besser bekannt war, als beide während des Prozesses haben durchblicken lassen, weitet sich das vermeintliche Eifersuchtsdrama zu einer spannenden Geschichte, deren dunkler Schatten bis ins Deutschland der unseligen vierziger Jahre zurückreicht. Im Zentrum der Aufklärung scheint dabei ein mysteriöser Hochzeitsring zu stehen, den die Ermittler auf einem der letzten Fotos mit der toten Fiona Morny erkennen – Teil einer feierlichen jüdischen Zeremonie und inzwischen eine mehr oder weniger rare Antiquität. Welche Rolle spielt er in dem Fall? Und welche Rolle spielt der Richter, der Bernsdorf und seinem Team einiges verschweigt?

„Ich frage mich, ob diese junge Frau gewusst hat oder hätte wissen müssen, was sie da trägt. Und warum sie es trotzdem getan hat“, heißt es einmal in Beifang. Und genau diese Frage ist es, deren Beantwortung der Roman in einem ebenso spannenden wie klug entwickelten Plot auf über 450 Seiten fulminant entwirft. Das alles ist handwerklich meisterhaft gemacht. Und gut zu lesen ist es auch. -- Stefan Kellerer

kulturnews.de

Aus dem Ratgeber für Krimiautoren: 1) Gib den harten Hund. Ein Autorenfoto mit gefährlichen Tieren macht sich immer gut, dazu das Image des Unangepassten. Der Autor: ein älterer Mann mit skeptischem Gesichtsausdruck, Wanderstiefeln und Dogge, besser: zwei Doggen. 2) Zwei Themenstränge sind besser als einer. Wenn der Leser nicht mehr mitkommt: macht nichts. Krimis funktionieren, indem AM ENDE die unterschiedlichen Fäden entwirrt werden. Oder auch nicht. 3) Baue Serien. Heißt: Nimm Hauptfiguren ins nächste Buch mit. Falls eine zurückbleibt: Suche dir ein gutes Argument, weswegen sie im übernächsten wieder auftaucht. Dass der pensionierte Hauptkommissar aus "Schwemmholz" in "Beifang" als Privatdetektiv zurückkehrt, ist, ähm, ein nicht so gutes Argument. 4) Ein Provinzsetting ist in der deutschen Krimiszene wichtig. Noch wichtiger ist: Die Provinz irgendwie nicht so toll zu finden. Das macht man mit 5) Ironie. 6) Nazis gehen immer. 7) Sex auch. Naja, wenn es nicht zuviel wird. Dann hat man eine Altherrenfantasie, also Vorsicht. Zur Handlung: Der pensionierte Kommissar Berndorf kehrt als Privatdetektiv in seine Heimatstadt Ulm zurück und ermittelt im Mordfall einer Kunsthistorikerein und Teilzeithure. Nebenbei vögelt er die zuständige Anwältin und deckt ein unter den Teppich gekehrtes Geheimnis aus dem Dritten Reich auf. Ganz gutes Buch, das. (fis)

Pressestimmen

"Einer der besten deutschen Krimi-Autoren." (Stern )

„Berndorf, knorriger Held der meisten Ritzel-Romane, ist Romantiker und Skeptiker und daher ein klasse Detektiv. (…) Ulrich Ritzel gehört zu den Autoren, die trotz dichter und komplexer Erzählweise ihren Figuren Luft lassen – und damit ihren Lesern die Möglichkeit, zu staunen.“ (Die Zeit, Tobias Gohlis )

„Kaum einer schreibt so spannend, scharfsinnig und temporeich wie Ulrich Ritzel. Brillant recherchiert.“ (Buchmarkt )

Kurzbeschreibung

Kommissar Berndorf ist zurück!

»Ich versuche, etwas über die Zeit und die Gesellschaft zu erzählen, wie ich sie sehe. Schreiben ist immer der Versuch, etwas zu benennen, etwas aufzudecken, etwas zu verstehen.«

Der ausgediente Kriminalbeamte Hans Berndorf bekommt den Auftrag, private Ermittlungen zu dem Mord an einer jungen Frau zu führen, deren Ehemann als anscheinend bereits überführter Täter in Ulm vor Gericht steht. Doch als Berndorf eintrifft, ist sein Auftraggeber – der Verteidiger des Angeklagten – tot, auf dem Hauptbahnhof von einem Güterzug überrollt. Hat er Selbstmord begangen oder ist er vor den Zug gestoßen worden? Das ist nicht die einzige Frage, vor der Berndorf steht. Vor seinem Tod war der Anwalt wiederholt in heftige Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden Richter geraten, weil ein seiner Ansicht nach für das Verfahren entscheidendes Beweisstück spurlos verschwunden ist: ein Schmuck, den die ermordete junge Frau getragen hatte. Dieser Schmuck – eine Goldkette mit einem breiten Ring, auf dem in Miniatur das biblische Motiv des Sündenfalls eingearbeitet war – führt Berndorf weit über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus. Er stößt auf allerhand Merkwürdigkeiten – eine davon ist, dass der tote Anwalt und der Vorsitzende Richter entgegen dem Anschein, den sie in der Verhandlung geweckt hatten, seit vielen Jahren gute Bekannte waren. In dem Dickicht von alltäglichen Verstrickungen, von Lügen und Niedertracht, das Berndorf freizulegen versucht, stößt er schließlich auf das Verbrechen, das vor Jahrzehnten am Anfang von allem stand.

Über den Autor

Ulrich Ritzel, geboren 1940, gilt als einer der besten Kriminalautoren Deutschlands. Nach seinem Jurastudium arbeitete er jahrelang für verschiedene Zeitungen, 1981 erhielt er für seine Gerichtsreportagen den renommierten Wächter-Preis. Seine Kommissar-Berndorf-Krimis »Schwemmholz« und »Der Hund des Propheten« wurden preisgekrönt, sein Roman »Beifang« wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2010 ausgezeichnet. Ulrich Ritzel lebt seit 2008 in der Schweiz.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Tobruk war gefallen, und Kaufmann Hirrle hatte den Laden beflaggt, aber Weckgläser gab es keine. Marianne machte auf dem Absatz kehrt und ging wieder, sie hatte zwei große Kannen Stachel- und Johannisbeeren gepflückt, was wollte sie nun damit! Hirrle hatte ihr noch einen Blick zugeworfen, kommen Sie doch später noch mal, hieß das, wenn sonst keine Kunden mehr da sind, aber sie mochte diese Angebote nicht.
Im Laden war es kühl gewesen, doch draußen auf der staubhellen Dorfstraße stand die Hitze wie eine Wand, und Marianne brach der Schweiß aus auf der Stirne, noch bevor sie auf ihr Rad gestiegen war. Am Lenker baumelten die Kannen voller Beeren, wie nutzlos doch ihre ganze Mühe gewesen war! Sie fuhr los, vornüber gebeugt und beide Hände am Lenker, den Schlaglöchern ausweichend, noch immer ärgerlich und enttäuscht.
Plötzlich schrak sie hoch, Kindergekreisch brach über sie herein, eine Horde von Schulbuben schoss über die Straße, die Ranzen auf dem Rücken, ein strohblonder Junge wäre ihr fast ins Vorderrad gerannt, sie musste abbremsen und kam gerade noch rechtzeitig mit dem Fuß auf den Boden, sonst wäre sie gestürzt. Der Junge warf ihr einen erschrockenen Blick zu und rannte der Horde nach. Marianne atmete tief durch, dann stieg sie wieder auf und fuhr weiter.
Die Kinder waren jetzt, johlend und schreiend, an der Straßenecke weiter vorne stehen geblieben, gegenüber dem Postamt, einige von ihnen sammelten Steine auf. Erst in diesem Augenblick entdeckte Marianne auf der anderen Straßenseite die grauhaarige Frau, die aus dem Postamt gekommen sein musste und die jetzt mit hastigen Schritten der Horde zu entkommen suchte, die Hände abwehrend erhoben.
Wieder sah Marianne den blonden Jungen, der gerade eben einen Schritt auf die Straße hinausgetreten war und mit der Hand ausholte. Marianne schrie noch ein: "Nicht!" oder wollte es schreien, als der Junge mit einer abgezirkelten Bewegung auch schon einen Stein eigentlich nicht warf, sondern fliegen ließ, der Stein traf die alte Frau am Kopf, Staub oder Erdreich lösten sich beim Aufprall und stiegen um den Kopf der Alten auf wie eine lustige kleine Wolke. Einen kurzen Moment verharrte die Getroffene regungslos, dann barg sie das Gesicht in den Händen und krümmte sich, bis sie in sich zusammensank.
Marianne ließ das Fahrrad samt den Kannen auf den Boden fallen und lief zu der Getroffenen, die nun mit angezogenen Knien auf dem Gehsteig hockte. Blut lief ihr über die Hand, mit der sie das Auge schützte. "Ganz ruhig", sagte Marianne, kniete sich neben sie und überlegte, womit sie die Blutung stillen könnte. "Ich helfe Ihnen, es ist sicher nur eine Platzwunde."
Beim Niederknien war ihr der Rock hochgerutscht, und der Unterrock lugte hervor. Sie warf einen Blick auf die andere Straßenseite, die Horde hatte zu kreischen aufgehört, plötzlich liefen die ersten Kinder weg. Nur der Steinewerfer starrte noch herüber, dann rannte auch er davon.
Marianne schob den Rock höher und packte mit beiden Händen den Unterrock - zerschlissen war er ohnehin - und riss eine aufgegangene Naht vollends auseinander, bis sie einen Fetzen weißes Baumwollgewebe in der Hand hielt. "Gleich", sagte sie beruhigend, zog behutsam die Hand der Frau von der Platzwunde und legte den zusammengefalteten Lappen auf.
"Was ist nur geschehen?", rief in diesem Augenblick eine klagende Stimme. Schritte näherten sich, Marianne blickte auf, ein Mann in einem abgewetzten Anzug hastete heran, am Sakko trug er den Judenstern, auch die Frau, die noch immer auf dem Boden hockte, trug den Stern, warum hatte Marianne nicht darauf geachtet? Dabei hatten die Kinder doch die ganze Zeit "Judensau" geschrien, jetzt, wo sie daran dachte, hatte sie es wieder im Ohr.
"Ein Steinwurf", sagte sie und stand so rasch auf, dass ihr für einen Moment schwindlig wurde. Der Mann versuchte, die Frau vom Boden hochzuziehen; dabei warf er Marianne einen so hilflosen Blick zu, dass sie sich bückte und der anderen aufhalf.
"Danke", sagte die alte Frau und stand, zunächst schwankend. Mit der einen Hand hielt sie den Stofflappen an ihre Schläfe. "Sie sind sehr freundlich..." Durch den Lappen drang ein kreisrunder Blutfleck.
Abwehrend schüttelte Marianne den Kopf. "Können Sie sie zu ihrer Wohnung bringen?", fragte sie den Mann. Dann fiel ihr ein, dass die beiden in dem Altersheim oben an der Wippinger Steige untergebracht sein mussten, das war noch ein gutes Stück, vor allem ein gutes Stück bergauf, aber der Mann meinte, ja doch, das ginge wohl, und Marianne deutete ein Kopfnicken an, kehrte zu ihrem Rad zurück und kniete sich nieder, um wenigstens einen Teil der Beeren wieder aufzusammeln, die aus den Kannen gerollt waren. Sie hatte das Gefühl, das ganze Dorf würde ihr dabei zusehen und hätte vorher schon zugesehen...
Was erst wird Otto sagen, wenn er es erfährt?
Und wenn? Dieses Altersheim hatte doch sie nicht eingerichtet. Sie stieg auf und trat in die Pedale, so gut es eben geht, wenn einem die Knie zittern.

An diesem Abend kam Otto früh zurück, kurz vor sechs Uhr hörte sie den gleichmäßigen raschen Takt, mit dem die beiden Krücken und das eine Bein abwechselnd auf dem Gehsteig aufsetzten, eigentlich hörte man nur die Krücken. Marianne hatte einen Teil der Beeren mit Magermilch und Quark zusammengerührt, den löffelte er eilig, denn er wollte noch am Abend zu einer Rommelfeier der Ortsgruppe, "du weißt doch, Tobruk ist gefallen!". Während er aß, erzählte sie von ihrem Ärger mit den Weckgläsern, einen ganzen freien Tag habe sie daran gehängt, was solle sie jetzt mit dem Rest der Beeren bloß tun!
"Es ist doch dumm, dass man die nirgendwo bekommt", sagte sie, "das ist doch nur vernünftig, wenn man Vorräte anlegt, alle sollten das tun können."
"Vernünftig wäre", antwortete Otto und schluckte einen Mundvoll Beerenquark hinunter, "dass jeder an seinem Platz das tut, was ihm möglich ist. Nicht vernünftig ist es, wenn sich ständig irgendwo ein kleines Meckerlein meldet und von nichts anderem reden will als davon, dass es gerade das nicht gibt oder jenes nicht."
Von der Rommelfeier kam er spät zurück, als Marianne schon im Bett lag, und obwohl sie jedes Mal aufwachte, wenn er mit seinen Krücken ins Schlafzimmer holperte, stellte sie sich diesmal schlafend.

Die Nacht brachte nur wenig Abkühlung, und als Marianne am nächsten Morgen zu den Zementwerken radelte, warf die Sonne schon wieder blauschwarze Schatten auf die Dorfstraße. Sie hatte nicht gut geschlafen, irgendwann in der Nacht war ihr eingefallen, dass sie womöglich eine Vorladung bekommen würde, nur wegen dieser alten Frau. Aber sie hatte den Stern nicht gesehen, wirklich nicht, hatte ihn gar nicht sehen können, die Alte lag doch halb auf dem Boden ...
Als sie an der Post vorbeifuhr, trat sie rascher in die Pedale, bis das Fabriktor der Zementwerke in Sicht kam. An drei Tagen in der Woche arbeitete sie dort im Personalbüro, lange wollte sie sich das nicht mehr antun.
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