45 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bewegendes Werk einer erniedrigten Frau, 16. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Bei lebendigem Leib (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich dieses Buch zu lesen angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.
Souad (das Pseudonym dieser mutigen Frau, die sich noch heute vor ihrer Familie versteckt hält) erzählt in eindringlichen Worten ihre bewegende und beinah unfassbare Geschichte. Sie macht sämtlichen Menschen auf der ganzen Welt klar, dass es nach wie vor Länder gibt, in denen Frauen und Mädchen weniger zählen als ein Schaf oder eine Kuh. Vom Tag ihrer Geburt an wird ihnen eingeschärft, dass sie nur existieren um für Männer zu arbeiten und Söhne zu bekommen. Bis zum Tag ihrer Hochzeit müssen sie mit gesenktem Blick durch die Straßen gehen, immer in Begleitung einer erwachsenen Frau oder eines zumindest gleichaltrigen Mädchens. Sieht sie einem Mann in die Augen, hat sie die Ehre ihrer Familie beschmutzt und diese hat nun das Recht, das Mädchen zu töten. So etwas nennt man im Osten "Ehrenmord". Das Urteil wird von der eigenen Familie gefällt und von einem ausgesuchten Familienmitglied vollstreckt.
Souad lebt mit ihren Eltern, ihren drei Schwestern und ihrem kleinen Bruder, der in der Familie von allen wie ein Prinz verehrt wird, in einem Dorf im Westjordanland. Außer diesem Dorf kennt sie nichts von der Welt, hat kein Recht auf einen Schulbesuch und kann daher weder lesen noch schreiben. Ihr Alltag besteht von frühmorgens bis spätabends aus Arbeit, Arbeit und Arbeit. Mädchen müssen sehr hart und schnell arbeiten. Machen sie einen kleinen Fehler oder sind zu langsam, werden sie vom Vater oder Bruder verprügelt. Souad kennt ihren Geburtstag nicht, aber als sie ungefähr im Alter von 17 Jahren ist, verliebt sie sich in ihren Nachbarn Faiez, dem sie schon so gut wie versprochen ist. Allerdings darf sie ihn nicht heiraten, bevor nicht ihre um ein Jahr ältere Schwester verheiratet ist. Souad begeht einen für sie tödlichen Fehler. Sie beginnt eine Affäre und wird schwanger. Für eine Familie im Westjordanland bedeutet das die größte aller Schanden und so beschließt die Familie ihren Tod, als sie im Nebenzimmer sitzt. Am Tag darauf übergießt sie ihr Schwager Hussein mit Benzin und zündet sie an.
Souad hat überlebt und legt mit diesem Buch nun ein Zeugnis über die Ehrenmorde ab, die noch heute so häufig in mehreren Ländern als völlig normal angesehen werden.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern, entstellt von Verbrennungen, in Europa.
"Bei lebendigem Leib" ist das fesselnste, berührendste und schockierendste Buch, das ich je gelesen habe und ich kann es nur jedem empfehlen. Vor so einer Grausamkeit die Augen zu verschließen, ist keine Lösung.
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unfassbar, tragisch & menschenverachtend., 30. April 2006
Dieses Buch ist eines der besten, aber auch eines der grausamsten Bücher, die ich je gelesen habe. Es vermittelt einen erschütternden Eindruck darüber, wie schlecht es so vielen Menschen dieser Erde ergehen kann. Es nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und beeindruckt vor allem mit dem Mut dieser Frau namens Souad: Ein Buch über ihre schrecklichen Erlebnisse zu schreiben, um Menschen aufzurütteln, sich mitzuteilen und anderen Frauen zu signalisieren, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sein müssen und es geteilt wird. Wahnsinnig große Hochachtung vor dieser mutigen Frau! Angesichts dieser vielen positiven Aspekte des Buches erscheint es absolut nebensächlich, dass der Schreibstil de Autorin ab und zu etwas hölzern wirkt! Es ist in jedem Fall ein Buch, das das Leben des Lesers verändern kann!
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Leben voller Leid und Angst, 10. Juli 2005
Souads Geschichte hat mich zutiefst erschüttert. Gerne hätte ich sie in die Arme genommen und getröstet um sie dann an der Hand zu nehmen und mit ihr aus diesem Schrecklichen Dorf am Ende der Welt zu fliehen. Als Mutter von zwei kleinen Mädchen zerreist es mich fast wenn ich lese wie viel seelische und körperliche Grausamkeit und Kälte Mädchen in anderen Teilen der Erde tagtäglich von ihrer Familie erfahren müssen.
Umso froher bin ich, dass Souads Geschichte ein einigermaßen glückliches Ende findet und ich habe den allergrößten Respekt vor dieser Frau.
Ich gebe fünf Sterne weil Souad mit ihrer Lebensgeschichte beweist, dass eben nicht nur alles Klischee ist. Frauen und kleine Kinder werden in Nahost unterdrückt, versklavt, geschlagen und für die „Ehre" der sie umgebenden Männer umgebracht. Und das in der heutigen Zeit!
Ein Bericht von Frauen denen der Kopf abgeschnitten wird, weil sie einmal zu oft beim Kaufmann um die Ecke einkaufen gehen und sich somit des Ehebruchs verdächtig machen. Von Neugeborenen, die erstickt werden, weil sie mit dem falschen Geschlecht geboren werden und von Mädchen, die in der ständigen Angst leben im Schlaf erstickt zu werden.
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