Diese CD von den Bläck Fööß aus den 70er Jahren ist nach meiner Ansicht einer der besten. Sie setzt die Milieuschilderungen aus dem alten Köln der 20er Jahre von Willi Ostermann fort, nur mit dem Unterschied, dass
sie in die Zeit der siebziger Jahre geht. Das bekannte Lied, Ming eetste Fründin, hat so oder so ähnlich, wohl jeder
junge Kerl, erlebt. Hier kommen aber die speziellen Feinheiten, aus dem kölschen Südstadtmilieu heraus,aus dem Severinsviertel, auf Kölsch Vringsveedel. Man kann sich natürlich aber mit diesem Lied seiner Jugend auch identifizieren,wenn man nicht aus dem Herzen der Kölner Altstadt stammt.
Ahnlich verhält es sich mit dem Lied Pütze Hein, welcher sein erst geborenes bekommt, wahrscheinlich Zeitraum so 60er Jahre, wo Kinddäufe noch auf der Strasse und im Veedel mit der Nohborschaft, zusamme jefiert woden.Dieses ist selbst in Köln heute so nicht mehr gegenwärtig.
Das Lied Hello Mädche hat keinen besonderen Kölner Lokalcolorit, beschreibt aber auch sehr feinfühlig, die Sorge und Nöte, der Jugend vor 50 Jahren.
Dat Spanien Leed, schildert, wie sich auch einfache Schichten und Arbeiterklientels, plötzlich einen Urlaub in Spanien mit dem Flugzeug leisten konnten, nach dem im ersten Wirtschaftswundergang sie mit dem Auto nach Italien an
die Adria reisten. In Spanien in dem Fall ( Benidorm ) ist alles genauso wie zu Huus, nur die Aussicht von den Hochhäusern auf den Dom fehlt.
Also wer ein Faible für die Musik der ersten Kölner Barden, der Bläck Fööß hat, die ersten Lieder aber nicht so kennt, ist bei dieser CD sehr gut aufgehoben, es sind noch andere feinsinnige Lieder auf der CD.
Beim Kauf dieser CD macht man alles richtig, es ist allerdings von grossem Vorteil, wenn man den kölschen Dialekt
versteht, oder versucht die Inhalte sprachlich nach zu empfinden.