Es gab ja schon einige Berichte von Mitarbeitern aus der direkten Umgebung Hitlers. Traudl Junge (Bis zur letzten Stunde), Christa Schroeder (Er war mein Chef), usw. Nun meldet sich also noch ein Zimmermädchen zu Wort und man bekommt den Eindruck, daß die Autorin auf den Zug aufspringen will. So sagt sie zum Beispiel, ein Fernsehinterview mit Traudl Junge habe sie dazu veranlasst, dieses Buch zu schreiben, oder vielmehr schreiben zu lassen. Dabei erfährt der Leser wenig Neues, was nicht schon ihre Vorgänger zu Papier gebracht hätten. Die abstruse Sammelleidenschaft der Autorin hat auf mich auch recht abschreckend gewirkt. So hat sie zum Beispiel von Eva Braun zerrissene, weggeworfene Fotografien wieder aus dem Papierkorb geholt und aufbewahrt. Dieses Herumschnüffeln empfand ich schon sehr illoyal. Zudem präsentiert sie diese Fotos nun auch noch der Öffentlichkeit, indem sie in ihrem Buch veröffentlicht werden.
Das Buch wurde im Stil eines Interviews geschrieben. Angeblich um die Dramatik am Berghof so lebensnah wie nur möglich darzustellen. Wobei Dramatik wohl das falsche Wort ist, vielmehr wird immer wieder betont, dass das Leben auf dem Obersalzberg wohl eher langweilig war.
Mein Fazit: Mit seinen 130 Seiten ist das Buch an einem Nachmittag schnell durchgelesen. Der Titel verspricht mehr, als der Leser tatsächlich bekommt. Ein paar Infos hier, ein paar Infos da, nichts wirklich Weltbewegendes. Anna Plaim hat es leider nicht, wie von ihr beabsichtigt, geschafft, auf den Zug aufzuspringen". Vielmehr liegt das Buch weit hinter dem von Traudl Junge zurück. Wer wirklich eine packende Story und interessante Details aus Hitlers Privatleben lesen will sollte sich lieber für Bis zur letzten Stunde entscheiden".