Gemüsesuppe und Fleischklößchen, Pfannkuchen, Zimtschnecken und Grütze - das sind die Speisen, die in den von Millionen Kindern verschlungenen Büchern der großen schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren immer wiederkehren, das, was Karlsson und Madita, Pippi, Michel und die Kinder auf Bullerbü nur zu gern essen. Es ist Astrid Lindgrens eigene Küche, einfach und nahrhaft, wie sie sie als Bauerntochter auf Näs in Småland kennengelernt hat und in der man wenig braucht, um wunderbare Feste mit sage und schreibe siebzehn Käsekuchen feiern zu können. Aus Anlaß des 100. Geburtstags von Astrid Lindgren am 14. November hat Sybil Gräfin Schönfeldt, die Autorin literarischer Kochbücher über Goethe, Fontane und Thomas Mann und einer Lindgren-Monographie, anhand von Zitaten und aufgrund eigener Gespräche mit der Autorin die Speisen und Getränke der schwedischen Küche zusammengestellt und ihre Herkunft und Geschichte, wie immer kenntnisreich und lebendig, beschrieben. Ein eigener Teil mit farbigen Fotos enthält über 40 Kochrezepte für die ganze Familie. Ein willkommenes Geschenk für alle, die Astrid Lindgren und ihre Bücher lieben. Mit Rezepten
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Eingangs erzählt Sybil Gräfin Schönfeldt im Kapitel "Astrid Lindgren und ihre Welt" wie die Kinderbuchautorin im schwedischen Småland aufwuchs und schreibt kenntnisreich welche Gepflogenheiten damals in Schweden herrschten. So weiß Sybil Gräfin Schönfeldt beispielsweise, dass es feste Regeln für die Knechtsküche gab, die derb und kräftig war, und bei der die Männer morgens Hering und Milchsuppe bekamen, während in den schwedischen Städten in den Großbürgerhäusern die Mode herrschte, Menüs mit sieben bis acht Gängen zu servieren. Immer wieder stellt die Autorin den Zusammenhang zwischen Astrid Lindgrens Kindheit und dem Thema Essen dar, weiß genau, wo Astrid Lindgren welche Ereignisse, wie Schlachten und Krebsfang, oder Rezepte ihrer Familie in ihre Bücher einfließen ließ.
Sybil Gräfin Schönfeldts biografische Reise wird von historischen Fotos und mit Bildern von Carl Larsson illustriert, der Maler, der insbesondere das einfache schwedische Landleben in seinen bekannten Bildern einfing.
Im zweiten Teil des Buches "Bei Astrid Lindgren zu Tisch" hat Sybil Gräfin Schönfeldt 40 Rezepte zusammengestellt, die auf appetitanregenden Fotos von Wolfgang Franz zu sehen sind. Seine Bilder sind ebenso schlicht wie die meisten Rezepte, keine von Foodstylisten aufgetakelten Aufnahmen, was man als sehr angenehm empfindet. Leider sind jedoch nicht alle vorgestellten Gerichte bebildert.
Eingeteilt sind die Rezepte in "Sommeressen", "Alltagsessen" und "Festessen", zu denen beispielsweise Ananaspudding, Erbsensuppe und Kalbsrouladen gehört, sowie Kuchen - "Karlssons Sahnetorte" - und Weihnachten mit "Butterkaramellen" und "Weihnachtssülze". Zum Schluss folgen "Astrids Lindgrens Lieblingsgerichte", zu denen "Kartoffelknödel mit Speck" ebenso gehört wie Fischauflauf und "Reistorte zum Geburtstag", sowie "Schwedens klassische Rezepte", bei denen sich "Elch-Gulasch" und "Seemannsbeef" findet. Auch der Käsekuchen nach Hannas Rezept, Astrid Lindgrens Mutter, fehlt nicht in der Sammlung.
Garniert sind die abwechslungsreichen Rezepte mit den Helden der eigenen Kindheit: Michel aus Lönneberga und Pippi begegnen einem ebenso wie die Kinder aus Bullerbü und Madita. Sybil Gräfin Schönfeldt zitiert genau die passenden Textpassagen aus Astrid Lindgrens Büchern, in denen es um die Gerichte geht, deren Rezepte sie verzeichnet hat.
Ein alphabetisches Verzeichnis der Rezepte fehlt ebenso wenig wie der Anhang mit Astrid Lindgrens Lebensdaten und Sybil Gräfin Schönfeldts Danksagung, in der nachzulesen ist, dass Karin Nyman, Astrid Lindgrens Tochter, ihr Familienrezepte geschickt hat, sie aber vor allem das Glück hatte, Astrid Lindgren selbst noch kennenzulernen und die schwedische Gastfreundschaft der Kinderbuchautorin hautnah zu spüren. "Mögen alle (...) das genießen, was ich auf diesen Seiten zusammengetragen, gekocht, gebacken und gebraten und mit Wolfgang Franz fotografiert habe" - na, liebe Sybil Gräfin Schönfeldt, das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen!
"Bei Astrid Lindgren zu Tisch" öffnet die Tür, um in eigenen Kindheitserinnerungen zu schwelgen und die Familie mit original schwedisch-lindgrenschen Rezepten zu überraschen!
(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com
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*Frische Zimtschnecken. Fleischklößchen in diversen Variationen. Und dazu: Warme Grütze mit einem Klecks Butter ...
Was wäre die Welt von Pippi Langstrumpf, Madita und Michel aus Lönneberga ohne diese Köstlichkeiten, die an den wunderlichsten Orten ihren Weg in die Mägen der kleinen Helden und Heldinnen fanden. Die Bullerbü-Kinder stehen noch heute für ihre ungewöhnlichen Ausflüge sowie ihre Körbe mit Essen: Eierpfannkuchen mit Marmelade, Milch, Saft, Wurstbrote und Kuchen - und natürlich - unabdingbar - Fleichklöße oder auch Fischklöße ...*
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Am 14. November 2007 wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Die Autorin Sybil Gräfin Schönfeldt hat sich zu diesem Anlass auf eine literarisch-kulinarische Spurensuche begeben und der großen schwedischen Autorin in die Bücher und Kochtöpfe geschaut.
Das Ergebnis: Ein faszinierendes literarisches Kochbuch, das den Lesern einen wahrlich liebevollen und auch kenntnisreichen Einblick in die Welt der Astrid Lindgren schenkt, die sich mit ihren Figuren und Geschichten die Kinder- und Erwachsenenherzen so vieler Generationen erobert hat.
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Fazit 2: Ein fabelhaftes Buch!
Auch beim Lesen isst das Auge mit! - Und dafür sorgt die Zusammenstellung der Autorin Sybil Gräfin Schönfeldt: Die zarten, idyllischen Aquarelle des schwedischen Malers Carl Larsson (1853-1919) in Kombination mit Astrid Lindgrens schwarz-weißen Familienfotografien und den Bildern von Wolfgang Franz, der die von der Autorin gekochten Gerichte fotografiert hat, spiegeln die Verbindung von Märchenwelt und Realismus - und gerade diese Verbindung wird die Poetik Astrid Lindgrens für immer auszeichnen.
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Ein wunderbares kleines Buch in einer sehr liebevollen Ausstattung - dem Arche-Verlag sei Dank!
Es grüßt ein sehr beeindruckter sowie zufriedener --
Reinhard Busse
zuerst die wunderschönen bilder, allein das titelbild war schon den buchkauf wert.
man erfährt sehr viel über astrid lindgren und kann nachvollziehen, woher ihre vielen, vielen ideen
für ihre (nicht nur-) kinderbücher kommen.
Nicht zuletzt die überaus appetitlichen schwedischen originalrezepte, die zum nachkochen einladen.
ein seltener glücksfall in der riesigen bücherwelt!!!
Da ich eine leidenschaftliche Leseratte, Köchin und Kochbuchschmöckerin... Lesen Sie weiter...
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