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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Langweilig,
Von Dirk Westerheide "dreamwest11" (Jávea (E), Schwerte (D)) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Bei Anruf nackt: Meine Partnersuche im Internet (Taschenbuch)
Ich schließe mich denjenigen an, die behaupten, diese Frau sucht keinen Partner, sondern geeignete Opfer, die sich - in der Hoffnung auf ein erotisches Abenteuer, oder einer festen Partnerschaft - mehr oder weniger freiwillig darauf einlassen, die Machtspielchen und intellekte Überlegenheit dieser Frau, die sich im Grunde genommen nur selbst darstellen will, zu ertragen. Dabei laufen die Geschichten immer nach dem gleichen Schema ab: Auf 3 Seiten wird das mehr oder weniger originelle "Profil" des potenziellen Sparringspartners angezeigt, dann folgt auf mehreren Seiten die E-Mail Korrespondenz, in der die Autorin und der entsprechende Mann versuchen, sich gegenseitig in Wortspielereien und vermeintlicher Originalität zu übertreffen. Dann folgt, meist auf 2 (selten mehr) Seiten beschänkt, der einzig halbwegs interessante Teil: Das erste Treffen (sofern es überhaupt dazu kommt), das dann zumeist auch das letzte ist. Hier setzt für meine Begriffe die Logik aus. Obwohl sich die Autorin bei offensichtlicher gegenseitiger Sympathie mit dem einen oder anderen Herrn nach einem guten Schoppen Rotwein näher einlässt, zumindest knutschenderweise, oder im Bett, war's das dann in jedem Fall, was meine o.g. Aussage begründet. Die Frage: "Was will diese Frau überhaupt?" ist damit hinreichend beantwortet. Ihr kann es niemand Recht machen, so dass die vermeintliche Partnersuche am Ende ergebnislos verläuft. Ergo: Bevor man daraus irgendwelche Schlüsse zieht, sollte man sich im Vorfeld über die Zielsetzung im Klaren sein.Ich habe übergefähr bei der Hälfte des Buches innerlich abgeschaltet und mich - in der vergeblichen Hoffnung auf eine Wendung - mühsam bis zum Ende durchgekämpft und fand's zum Schluss (bis auf die letzte Affäre, die ich recht interessant fand, da sie etwas vom Schema F abwich) nur noch langweilig. Irgendwann fand ich die mangelnde Flexibilität und die offensichtliche Ich-Bezogenheit der Autorin unerträglich. Da sich von ihr offenbar nur beruflich erfolgreiche Herren (oder solche, die es gerne wären) mit hohem Bildungsniveau angesprochen fühlen, sind die Darstellungen alles andere als typisch für die "normalen" Partnersuchenden. Allerdings: Hätte sie den Anspruch nach unten geschraubt und Plattitüden und banale Sprüche, wie sie in der Realität sicherlich häufiger vorkommen, mit einfließen lassen, hätte ich es wahrscheinlich noch schlimmer gefunden. Tatsache ist, dass es sich hier um eine Frau über 40 handelt, die... nein, die eben nicht weiß, was sie will, sondern nur, was sie nicht will. Dass sie schließlich am Ende bei einem Partner hängenblieb (für wie lange?), den sie nicht im Internet kennengelernt hat, liegt sicherlich nicht am Internet, oder der Partnerbörse. Vielleicht hätte sie bereits im Vorfeld ihr Beuteschema überdenken sollen, dann wären so manche Treffen überflüssig gewesen, und sie hätte sich einige Enttäuschungen erspart. Ich muss das nicht lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
52 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Am Glücksrad gedreht,
Rezension bezieht sich auf: Bei Anruf nackt: Meine Partnersuche im Internet (Taschenbuch)
Ich denke, das Buch hat zwei sehr unterschiedliche Gesichter. Zum einen ist der Leser zum Preis einer Kinokarte ein Wochenende lang gut unterhalten. Zwar sind die Email-Dialoge bei weitem nicht so witzig wie in Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind", dafür erfährt man aber explizit, wie und wann die Partner von Frau Bornschein ihre Orgasmen hatten. Das ist mutig. So weit, so gut.Die andere Seite ist die Verallgemeinerung zum Thema Partnerbörsen, d.h. der laut Umschlag angepriesene Selbstversuch, der zeigt, dass vorwiegend sexbessene Spinner dieses Biotop bevölkern. Richtig daran ist, dass sich das deutsche Fräuleinwunder der 50er Jahre zum Frauenwunder der späten 90er gewandelt hat. Sprich, die in Portalen suchenden Frauen ab 40 sind ihren männlichen Pendants, die das Spektrum von feinripptragenden Spießern bis durchgeknallten Egomanen abdecken, tatsächlich haushoch überlegen. Das betrifft Intellekt, Geschmack, Gepflegtsein, Fürsorge, emotionaler Kompetenz, häufig auch den sozialen Status. Gerade die Frauen, die - anders als Frau B. - ihr Studium nicht abgebrochen haben und die - beruflich etwas weniger glamorös als die Autorin - heute typischerweise am Rande des Nervenzusammenbruchs die übergewichtigen und verblödeten Wänste anderer Leute unterrichten, daneben eigene Kinder großziehen, Haus und Hof zusammenhalten, und mal mehr und mal minder gut von ihren abgestürzten oder in Selbstüberschätzung geflüchteten Ex-Ehemännern unterstützt werden, leisten Unglaubliches. Das ist inzwischen gesicherte Erkenntnis aller Familienforscher. Natürlich gibt es auch immer wieder den ausgebeuteten Mann, dem der Kontakt mit seinen Kindern schwergemacht wird, nur damit kein Mißverständnis entsteht. Die wenigen Männer, die aus diesem Horrorkabinett positiv herausragen, haben wiederum leichtes Spiel, eine Partnerin zu treffen, und sei es nur für den sprichwörtlichen ONS, weil die Populationen von Männchen und Weibchen ab 40 bereits deutlich zu ungunsten der paarungswilligen Großstädterinnen auseinanderdriften. Dass er sich dann gerne etwas Jüngeres sucht, macht die Sache für sie nicht besser. Dass es aber trotzdem auf dem Weg der seriösen Partnerbörsen für beide Geschlechter klappt, ist auch erwiesen. Das sollte die ermuntern, die realistischerweise nicht mehr darauf warten, dass ihnen der Traumpartner im Supermarkt mit dem Einkaufswagen in die Hacken fährt - diese Aufgabe haben in Deutschland inzwischen flächendeckend ungeduldige Rentner übernommen. So weit, so traurig. Diese immer wieder romantische, manchmal rührende, leider oft auch tragische und bittere Realität der tagtäglichen Internet-Partnersuche romanhaft festzuhalten, ist überfällig. Man hätte es sich von diesem Buch gewünscht. Das kann oder will Frau Bornschein nicht leisten. Sie läßt sich auf Kontakte ein, bei denen das Profil alleine klarmacht, dass der Selbstanpreiser deutlich einen an der Waffel hat. Tatsächlich aber behaupten die seriösen Börsen, dass Jedermann und Jederfrau aus Profil+Bild+Emails+Telefonat mit 95% Sicherheit eine zuverläßige Vorauswahl treffen kann, die ihn/sie vor jener panikartiger Flucht vor Ort bewahrt, die uns Frau B. mehrfach vorführt. Das erscheint plausibel, ungeachtet der Tatsache, dass im virtuellen Raum viel gelogen wird. Dagegen kann man ihr nicht abnehmen, dass sie so blind in diese Katastrophen strauchelt, denn sie hat eine superfeine Beobachtungsgabe. Sie kann alle italienischen Designerstühle in der Galerie ihres Lovers benennen, den Preis der rahmengenähten Budapester ihrer Liebhaber auf +/- 20 EUR genau schätzen, Aqua di Parma-Träger in einer Gruppe blind erkennen und den dermatologischen Befund der sie streichelnden Hand, einschließlich Konsistenz des Fettuntergewebes, präzise rekapitulieren. Da hat also jemand ein wenig am Zufall gedreht. Das aber ist, je länger man es bedenkt, ärgerlich. Denn Frau Bornschein erhebt den Anspruch auf Allgemeingültigkeit, auch in Talkshows bei denen sie auftritt. Sie zieht damit eine moderne und effektive Möglichkeit der Partnerfindung ins Zwielicht, die eh schon mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat. Das ist unschön. Das Urteil haben gerade die Menschen, die nach einer gescheiterten Ehe, und das sind inzwischen ein Drittel aller Ehen in Deutschland, einen Neuanfang wagen (und nicht nur den Auslandsaufenthalt der Tochter ausnutzen wollen) und aus verschiedensten Gründen auf das Internet bauen, nicht verdient. Das einzig entschuldigende Argument, das einem einfällt, ist, dass das Buch berechtigterweise zur Vorsicht im Umgang mit dem Medium anhält. Das wäre auch mit leiseren Tönen, etwas mitmenschlicher Wärme und literarischem Geschick als Novella spannend machbar gewesen. Fazit: Unterhaltsam mit einem bitteren Beigeschmack, auf den großen Roman zum Internetdating warten wir weiter. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Recht interessante Recherche zum Online-Dating,
Von
Rezension bezieht sich auf: Bei Anruf nackt: Meine Partnersuche im Internet (Taschenbuch)
Das Buch ist sehr gut und auch fesselnd geschrieben. Die verschiedenen Charaktere der Männer, die sie kontaktiert und mit denen sie sich dann auch getroffen hat, werden eingehend und nachvollziehbar beschrieben. Gerade die Teile des Buches sind sehr unterhaltsam und irgendwie auch lehrreich. Allerdings meine ich, dass man das Buch durchaus so lesen sollte, wie es bereits der Untertitel rät: "Meine Partnersuche im Internet". Es handelt sich um einen Bericht einer konkreten Partnersuche im Internet, und zwar von einer ganz spezifischen Person in einer spezifischen Lebenssituation mit ganz spezifischen Absichten und Interessen (möglicherweise auch, um darüber ein Buch zu schreiben). Ich glaube nicht, dass die Erfahrungen unbedingt auf eine Frau übertragbar sind, die nur jemanden zum Ausgehen sucht oder die umgekehrt auf der Suche nach einem Ehemann ist. Und auf Männer möglicherweise sowieso nicht, wie mir ein Bekannter verriet, der das Buch gleichfalls gelesen hat. Der behauptete nämlich, die Autorin hätte eine erstaunlich hohe Erfolgsquote gehabt: andersherum gäbe es viel mehr Pleiten.
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