Literatur und Musik liegen eng beieinander, die literarische Darstellung von Musik ist allerdings nicht einfach. Dieser "Leidensweg" beginnt bereits im "Dr. Faustus" von Thomas Mann (sein schwächstes Werk), und reicht bis zum lächerlich-sentimentalen "Verwandte Stimmen" von Vikram Seth. Ishiguro schafft es, mit einem anderen Ansatz zu überzeugen: Er schreibt nicht über Musik, sondern über Musiker. Nirgendwo wird das so deutlich wie in der Geschichte, wo sich die Beherrschung des Violoncellos nur im Kopf der Protagonistin abspielt. Insgesamt ein wunderbares Buch, das Lust auf Musik macht!