Ich habe den Behringer DJX750 ein paar Monate getestet und verkaufe ihn nun wieder. Zunächst die positiven Seiten:
Das Gerät ist für diese Preiskategorie wirklich schön verarbeitet, hat einen großartigen, klaren Klang (!), ist mit ganz guten Effekten ausgestattet (zu den Kritikpunkten daran später) und ist übersichtlich designed. Der BPM-Counter ist ein nettes Feature, allerdings etwas ungenau und wird von DJs, die mit Software arbeiten, nicht gebraucht.
Der Sorround-Effekt klingt nett, beeindruckt auch, ist aber für mich nicht mehr als eine Spielerei. Wozu das Ganze? Nicht mal Behringer gibt einen Zusatznutzen auf seinen Webseiten an.
Zu den Gründen, warum ich das Gerät weiterverkaufe:
Die Fader und Potis sind zwar ganz gut in der Handhabung, sind aber (zumindest für mich) unintuitiv. Die Filter der EQ-Steuerung der Kanäle sind recht bissig. Wenn man also Höhen, Mitten oder Bass rausdrehen möchte, dann ist der Bereich auch wirklich minimal leise, was sich allerdings stark auf die Gesamtlautstärke des Kanals auswirkt. Für die Höhen ergibt das einen schönen Filtereffekt, in den Bässen ist es gewöhnungsbedürftig. Das ist jedoch an persönliche Vorlieben und Eingewöhnung mit dem Gerät gebunden und kein vollständig negativer Kritikpunkt.
Störend ist außerdem die Unlinearität der Kanal-Fader (wie auch schon Rezensent Htarhan bemerkte). In den unteren zwei Dritteln steuert man gefühlte 20-30% der Lautstärke, im letzten Drittel die restlichen 70-80%. Das ist wirklich schwer einzuschätzen und erfordert Kleinstarbeit mit dem Fader im obersten Lautstärkebereich. Spaß am Mixen ist was anderes! Für den Clubeinastz auch eher ungeeignet, da es dort manchmal auch hektischer zugeht, dunkler ist - der ein oder andere DJ vielleicht sogar ein wenig angetrunken.
Meine Kritikpunkte an den Effekten beziehen sich erstens auf den Klang sowie zweitens auf die Handhabung.
Es sind viele Effekte dabei wie Filter, Auto-Panning, Phaser, Flanger usw. Problem dabei ist, dass Phaser sowie Flanger als Preset sehr schwach klingen. Man muss schon ziemlich genau hinhören, um zu erkennen, dass es wirklich diese Effekte sein sollen. Das muss man vielleicht bei dem Preis des Gerätes entschuldigen.
Doch was die Handhabung angeht, gewinnt Behringer damit sicherlich keinen Designpreis. Man hat einen Poti, um den Effekt auszuwählen sowie die verschiedenen Parameter einzustellen, und einen zweiten, um die Intensität des Effektes zu steuern. So drückt und dreht man also ständig an dem Parameter-Poti und muss sich von Effekt zu Effekt und Parameter zu Parameter durchhangeln, kann nicht direkt etwas anwählen. Auch das ist eher ungeeignet für den Clubeinsatz, wo man schnell mal den einen oder anderen Effekt braucht und von Effekt Nr. 1 zu Effekt Nr. 9 (mit verschiedenen Zwischennummern 1.2-1.5 oder 3.0-3.4 etc.) durchschalten muss. Und dann muss man noch einen bestimmten Parameter verändern, bevor man ihn benutzen kann. Aber nicht nur im Club ist das zu umständlich auch für zu Hause macht es einfach keinen Spaß. Zudem muss man die Effekt-Nummern auswendig lernen, wenn man es wirklich beherrschen möchte. Wirklich unnötig - als wenn man beim Auflegen sonst nichts zu tun hätte als noch zu überlegen, welcher Nummer denn jetzt das Auto-Panning hatte!? War es Nr. 6 oder doch Nr. 8?
Alles in allem also eine umständliche Effektbedienung. Wer nicht so viele Effekte benötigt, kann sich damit abfinden. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob man überhaupt einen Mixer mit Effekten kaufen sollte oder gleich einen anderen mit einfacherer Bedienung.
Das Gerät bekommt von mir 3 Punkte, da es gut verarbeitet ist, guten Klang bietet und insgesamt benutzbar ist. Abzüge bekommt es wegen der umständlichen Effekthandhabung und der gewöhnungsbedürftigen Lautstärkesteuerung mit den Kanal-Fadern.