Wenn ich den Genre-Begriff "Grindcore" höre, dann denke ich zunächst automatisch an Bands aus Amerika, England oder eventuell auch Japan...jedoch ganz bestimmt nicht an die Schweiz. Glücklicherweise kann diese Wissenslücke nun entgültig geschlossen werden. Denn mit "Behold the failure" beweist das bisher eher unbekannte Quartett MUMAKIL eindrucksvoll, dass die Eidgenossen mittlerweile auch einige erstklassige Rüpel-Bands in der Hinterhand haben. Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt sind MUMAKIL allerdings nicht. Schließlich erschien bereits im Jahre 2006 das eher mäßige Debüt-Album "Customized warfare", gefolgt von einer Vielzahl solider Split-CD's (u.a. mit den Ami-Grindern von MISERY INDEX), deren musikalischer Einfluss auch auf "Behold the failure" eindeutige Spuren hinterlassen hat.
27 Songs in 35 Minuten...wer hier spielerische Kabinettstückchen oder sonstigen melodischen Firlefanz erwartet, der ist natürlich Fehl am Platze. Auf "Behold the failure" legen MUMAKIL gleich los wie die sprichwörtliche Feuerwehr, und entfachen einen musikalischen Flächenbrand, dem man sich als geneigter Grindcore-Hörer eigentlich kaum entziehen kann. Wo andere Bands gelegentlich Kinnhaken austeilen, da hauen MUMAKIL ohne Umwege in die Magengrube. Ohne Rücksicht auf Verluste zockt das Quartett seinen vehementen, unverwüstlichen Death/Grind-Sound runter, agiert dabei aber niemals stumpfsinnig oder unüberlegt. Songs wie "Wish you the worst" , "Let there be meat" , "Mass murder institution" , "State of war" , "Brothers in slavery" , "Worms of chaos" , "Face reality" , "Whip reward" , "I-bomb" oder "Black sheep" sind hierbei natürlich kurz und knapp ausgefallen, und daher selten länger als 1 Minute. Wie heißt es doch so schön: "In der Kürze liegt die Würze".
In Punkto Songwriting ziehen sich MUMAKIL dabei mehr als passabel aus der Affäre, haben einige geile Riffs auf der Pfanne, und sorgen zeitweise mit richtig coolen "Stop & go"-Parts für gelungene Abwechslung. Hier und da lassen sich sogar vereinzelt einige Black Metal-Tendenzen heraushören (z.B. bei "Apathy"), die aber eindeutig in der Minderzahl sind. Ansonsten regiert auf "Behold the failure" die unbarmherzige Death/Grind-Keule, die vor allem für Fans von BRUTAL TRUTH , NAPALM DEATH , DYING FETUS oder eben auch MISERY INDEX interessant sein dürfte. MUMAKIL geben echt Vollgas, machen Spaß auf der ganzen Linie...und hauen rein wie 10kg schweizer Schokolade auf Diabetiker-Magen. Sehr geil !!!
Übrigens, der Bandname stammt aus der legendären "Herr der Ringe"-Trilogie von J.R.R. Tolkien und betitelt die übergroßen Elefanten, die in der Schlacht um Mittelerde als Kriegsmaschinerie eingesetzt werden.