Was war das ein Jubel, als sie 91 mit "Heart In Motion" in die Läden kam, und dann kurze Zeit später mit "House Of Love" noch einen drauf gesetzt... Die beiden gefeierten Pop-Alben einer Interpretin, die als christliche Künstlerin schon seit zig Jahren zu den besten der Welt gehört. Viele haben es nicht verstanden, dass sie nun das Pop-Kleid anzieht, einen auf jung macht, und mit hohen Verkaufszahlen absahnt. Aber jetzt das! "Behind The Eyes"! Ein deutlicher Schritt "back to the roots", innen und außen. Die Musik ist erdiger, ruhiger, natürlicher, weniger Keyboards, viel Gefühl, viel Gitarren, und hier und da ein Hauch von Country, ganz im Stil der Farmen, auf denen sie groß geworden ist und auf denen sie die letzten Jahr verbracht hat. Sie ist und bleibt das Mädel vom (Amy-/Ami-)Lande. Ehrliche Texte, Nachdenkliches und Verspieltes, trübes Cover, keine bunten Farben mehr, melancholische Momentaufnahme und damit Abgesang einer Künstlerin, die als Pop-Kind den Duft der weiten Welt geschnuppert hat?... NEIN! - Sehen Sie sich die Rückseite des Albums an! Eine gewagte Pose, nacktes Fleisch vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen. Amy Grant, seitlich von hinten zu sehen, die Hand berührt gedankenverloren den Kopf. Und diese Hand, die verrät es! Es ist die Hand einer Frau, die in die Jahre gekommen ist, und nicht mehr dem Schönheitsideal der Pop-Musik nacheifern will, rauhe, spröde Haut, ungeschminkt die Zahl der Jahre, unübersehbar, ehrlich, enthüllend und selbstbewußt. Die Hand einer Frau, die zu sich selber zurückgekehrt ist. Seht her, DAS bin ich, und nicht das kleine, verspielte Baby-Doll mit den langen Haaren, das Ihr auf den beiden letzten Alben gesehen habt. Amy Grant hat eines ihrer besten Alben abgeliefert! Offenheit pur...