Lange hat es gedauert, viel wurde diskutiert, im Gesamten vier ganze Jahre ließen uns Mastermind Devon Graves und seine Mannen zappeln.
Doch gleich vorweg: Die Zeit hat sich gelohnt! Ab dem 19. November 2010 ist nun endlich das lang ersehnte Album 'Behind the Black Veil' von The Shadow Theory erhältlich. Die Band besteht ausschließlich aus absoluten Ausnahmemusikern, die ihr einzigartiges Können mit einbringen und perfekt miteinander harmonieren ' hörbar in jeder Sekunde. Devon Graves hat sich wirklich nur die Besten der Besten ausgesucht und eine perfekte musikalische Symbiose geschaffen. Sei es das absolut brillante Bassspiel von Kristoffer Gildenlöw ( Hört euch mal die Basslines im Opener des Albums an), die perfekte Drumarbeit von Johanne James und die hypnotische Gitarrenarbeit von Arne Schuppner, der besonders im 5. Song des Albums, 'By the Crossroads' zeigt, dass er zur absoluten Speerspitze der Gitarren Community gehört. Für die nötige Atmosphäre ist Demi Scott verantwortlich, der sich mit seinen Keyboard- Sounds perfekt einfügt, das nötige Fundament bietet, außergewöhnliche, interessante Töne generiert und mit seinem Spiel nie aufdringlich wirkt. Über allem thront jedoch die faszinierende, emotionale Stimme von Devon Graves, der manchmal hart, manchmal sanft verträumt, doch immer passend und vor allem einzigartig jeden einzelnen Ton intoniert und Gänsehaut pur erzeugt.
Was hier an musikalischer Raffinesse und Ideenreichtum abgefeuert wird, sucht seinesgleichen. Ultraharte, tonnenschwere, megagroovende Riffs wechseln ab mit leisen, wunderbar atmosphärischen Parts, das ganze jedoch sehr dunkel und mit einem düsteren, interessanten textlichen Konzept versehen, welches durch das Wechselspiel der musikalischen Arrangements perfekt 'in Szene gesetzt' wird und jederzeit authentisch klingt. Und genau da liegt die Stärke der Scheibe: Sie ergreift Dich und führt Dich in eine Welt voller Rätsel, eine Welt der Träume, zieht Dich als Hörer vollkommen in ihren Bann und lässt dich erst nach einer knappen Stunde wieder los. Behind the Black Veil ist fesselnd und hypnotisch, ausufernd genial und zu keiner Sekunde langweilig.
Natürlich denkt man bei dem Namen Devon Graves alias Buddy Lackey an die früheren Bands, die er mit seinem einzigartigem, extrem gefühlvollen Gesang bereicherte. Als alter Psychotic Waltz Fan höre ich doch einige Parallelen, im direkten Vergleich mit Deadsoul Tribe ist diese Musik doch um einiges differenzierter und vielschichtiger. Das soll nun aber nicht heißen, dass die fünf Scheiben, die Deadsoul Tribe veröffentlicht haben, schwach sind! Ganz im Gegenteil, auch die sind großartig. The Shadow Theory geht jedoch in eine andere Richtung. Behind the Black Veil will gehört werden, analysiert werden und fordert teils viel Konzentration, da der geschaffene Klangkosmos derart dicht und vielschichtig ist und ein genaues Zuhören erst die ganze Größe dieses Albums erkennen lässt. Nimmt man sich jedoch die Zeit, wird man dafür auch belohnt.
Ich habe das große Glück, Besitzer einer High End Stereoanlage zu sein, die mir förmlich jedes Detail der Musik um die Ohren donnerte. Behind the Black Veil wächst von Mal zu Mal, und immer wieder wird man als Hörer von Neuem überrascht.
Als Paten kann man King Diamond, Tool und die schon erwähnten genialen Psychotic Waltz nennen. Deren Einflüsse, ob gewollt oder nicht gewollt, sind mit Sicherheit herauszuhören.
Doch macht euch selbst ein Bild dieser grandiosen Band und gebt ihr die Chance, die sie verdient. So ehrliche und intensive Musik findet man nämlich nicht so oft in der heutigen Zeit.
Anspieltips sind 'I Open up my Eyes', das mit einem fantastischen Refrain versehene und mitreißende 'Welcome' und der furiose letzte Song der Scheibe 'A Symphony of Shadows', in dem die Musiker alle Register ihres Könnens und ihrer Songwritingkunst unter Beweis stellen. Großartig!!! Kaufen!!!Genießen!!!