52 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Denkmal, 13. Juli 2006
Bei der Lektüre dieses Buches habe ich folgendes gelernt:
- Das Schicksal der letzten freien Prärieindianer war im eigentlichen Wortsinne tragisch. Ohne ihre Schuld wurden sie von den Weissen gejagt und vernichtet. Jeder Widerstand verlängerte nur den Todeskampf. Am Ende stand der Untergang
- Im Umgang mit den Indianern war alles erlaubt. Es wurde gelogen, betrogen, geraubt und gemordet. Immerhin hatten sie die falsche Hautfarbe und waren keine Christen. Ausserdem galt das Recht des Stärkeren, spätestens seit Darwin ein verbrieftes Naturrecht. Auch der liebe Gott selbst hatte vorgesehen, dass der ganze nordamerikanische Kontinent von den Weissen besiedelt werden sollte ( "Manifest Destiny" ).Vor allem aber standen die "Rothäute" bei der Landnahme und beim Goldschürfen im Weg.
- Auch die Schlacht am Little Bighorn, immerhin die grösste Niederlage der amerikanischen Armee, war eigentlich nur ein Scharmützel. Gerade mal 283 amerikanische Soldaten fanden den Tod. Viele der Indianer flüchteten gleich anschliessend ins kanadische Exil, die anderen wurden wenig später besiegt.
- Die Indianer waren am Ende so verzweifelt, dass sie sich in Trance tanzten und glaubten ihre "Geisterhemden" machten sie unverwundbar für die Kugeln der Weissen. Es kam wie es kommen musste, zum letzten grossen Massaker des Wilden Westens
Mit diesem Buch hat Dee Brown den grossen Indianerlegenden und ihren Stämmen ein würdiges Denkmal gesetzt. Er ergreift Partei für die Schwachen und Unterdrückten und relativiert die vielen unsäglichen Wildwestfilme mit ihrer völlig verlogenen Propaganda. Wer spannende und informative Lektüre liebt sollte dieses Buch unbedingt lesen
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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vorsicht: Wichtiges Buch, aber mit Mängeln, 21. Juli 2010
Dee Browns Buch ist vor über 30 Jahren erstmals erschienen, und fast ebenso lange ist es her, dass ich es zum ersten Mal gelesen habe. Ich weiß noch gut, wie beeindruckt ich war. Ganz so, wie praktisch alle Rezensenten hier.
Gerade deshalb habe ich mich seither immer wieder mit der Geschichte der indianischen Völker in Nordamerika beschäftigt (Ich brauche nicht zu sagen, dass es DIE Indianer nie gegeben hat). Und das bringt mich nun dazu, ein klein bisschen vor Dee Browns Buch zu warnen. Künftige Leser sollten den Kopf oben behalten und bedenken, dass dieses wichtige Buch auch seine Mängel hat. (Viel mehr möchte ich aber davor warnen, alle Rezensionen hier ernst zu nehmen. Viele zeigen mehr blühende Phantasie als Faktenkenntnis. Wenn etwa von 30 Millionen getöteter Indianer geschrieben wird, dann bleibt rätselhaft, woher diese Zahl stammt - jedenfalls nicht von Dee Brown. Selbst bei den beiden schlimmsten Massakern - am Sand Creek und am Wounded Knee - gibt er als höchste Schätzung 500 bzw 300 Opfer an. Und insgesamt, in über 200 Jahren Indianerkriegen, sind mit großer Sicherheit weniger Indianer in Kämpfen umgekommen, als ein einziger Tag im 2.Weltkrieg an Opfern gefordert hat. Damit will ich nichts verharmlosen, aber unsinnige Behauptungen darf man wohl richtigstellen.)
Dee Brown ist sicher im Recht, wenn er belegt, wie sehr den indianischen Stämmen Unrecht geschehen ist. Aber leider scheint er den geschichtlichen Fakten nicht ganz zu trauen. Nur so kann ich mir erklären, dass er einseitig Indianer prinzipiell als gute, die damaligen Weißen als schlechte Menschen erscheinen lässt. Ganz so, als ob das erlittene Unrecht geringer wäre, wenn man daran erinnert, dass auch Indianer gut und böse sein konnten.
Nach dem, was ich heute weiß, ist das Buch nicht frei von Verklärung der 'native Americans'. Aber so wenig, wie das frühere Bild vom blutrünstigen Roten etwa in vielen Western alter Prägung der Gesamtwirklichkeit entsprach, so wenig trifft die heute eher verbreitete romantische Vorstellung vom edlen Wilden zu.
Nochmal: Dee Brown scheint zu glauben, dass es das Indianern angetane Unrecht verkleinert, wenn er von Indianern selbst getanes Unrecht einräumt. Ich glaube das nicht. Ich darf also daran erinnern, dass auch Indianer gelogen und Verträge gebrochen haben, dass sie oft von ausgesuchter Grausamkeit waren, dass etwa Sioux und Komantschen Angst und Schrecken verbreiteten. Da ist für mich heute schon die Wortwahl bei Dee Brown verschleiernd. Wie oft lesen wir, dass Indianer 'abgeschlachtet' wurden. Kein Zweifel, allzu oft das richtige Wort. Mich stört nur, dass Weiße bei ihm im schlimmsten Fall 'getötet' wurden. Dabei war es gerade bei den 'plains Indians' üblich, Verwundete und Gefangene zu Tode zu quälen. Nein, das entschuldigt weißes Unrecht nicht, gerade deshalb sollte man es nicht verschweigen.
Und grundsätzlicher: Bei Dee Brown wird nicht recht klar, dass indianische Stämme seit jeher Kriege miteinander führten. Dass etwa die Sioux erst im 18.Jahrhundert nach Süden zum Missouri kamen und dabei über 20 Stämme dort mit Krieg überzogen, ihnen ihr Land wegnahmen und sie zum Teil praktisch ausrotteten - etwa die Crow und die Arikara, von denen einige mit den weißen Truppen gegen die Sioux kämpften. Wiederum: Keine Entschuldigung für weiße Verbrechen. Aber ich finde es unredlich, unterschwellig den Eindruck zu erzeugen, dass in Nordamerika bis zum Eintreffen der Weißen nur friedliche Indianerkulturen im Einklang mit der Natur lebten. (Was auch viele der Rezensenten hier anscheinend noch glauben.)
Und noch grundsätzlicher: Ich finde bei Dee Brown zu wenig zum Problem, wie hier völlig verschiedene Kulturen, unterschiedliche Lebens- und Denkweisen aufeinander prallten, die sich vielleicht überhaupt nicht verstehen konnten. Aber dazu kann ich mich nicht in der hier gebotenen Kürze äußern.
Also: Dee Brown lesen, aber sein Buch nicht für die Bibel halten.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Desillusionierung des gloreichen Wilden Westens, 21. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses (Taschenbuch)
Hier wird in einem relativ dünnen Buch plötzlich alles über den Haufen geschmissen, was man bisher über den gloreichen amerikanischen Wilden Westen im Fernsehen gesehen hat.
Dee Brown erzählt einem schonungslos ehrlich wie brutal und kaltblütig das weiße Volk die Indianer gehetzt und massarkiert hat. Es schockiert nicht durch bis ins kleinste Detail ausgetretene Brutalität sondern vielmehr durch die Tatsache, dass er eine wahre Geschichte erzählt.
Die Schlachten der Indianer gegen die weiße Übermacht, der verzweifelte Versuch, sie zu besiegen um zu überleben, gebrochene Versprechungen und Verträge. Man kann dieses Buch nicht lesen, ohne dass man fassungslos angesichts der Grausamkeiten den Kopf schüttelt, sich oftmals schämt und man kann es auch nicht einfach so weglegen und vergessen, wenn man es zu Ende gelesen hat.
Wer sich für Indianer und den Wilden Westen interessiert sollte dieses Buch auf jeden Fall gelesen haben, auch wenn es wie bittere Medizin schmeckt. Es ist ein Klassiker und eine späte Huldigung an die amerikanischen Ureinwohner.
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