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am 15. August 2011
Strauss' "Beginnlosigkeit: Reflexionen über Fleck und Linie" ist weniger ein Essay (als der er hier deklariert ist) als eine Sammlung von Aphorismen und Gedankensplittern.

Inhaltlich kreist das Konvolut um wenige zentrale Gedanken, die stilistisch anspruchsvoll vielfach variiert werden:
1. Früher war die Welt besser.
2. Denn früher hatten die Leute noch Respekt vor einem höheren Wesen.
3. Heute sind die Menschen befangen in einer technologischen Entwicklung, die so kontinuierlich ist, dass sie als zwanghafte Wiederholung des Immergleichen erscheint. Die Menschheit hat sich ein Hamsterrad aus lösbaren Problemen gebastelt.
4. Die Perspektive reicht nie über den Horizont der Probleme im Hamsterrad hinaus. Über die unfassbaren Endpunkte (Anfang und Ende)des Betriebes denken die Menschen nicht mehr nach, der Gedanke an ein Jenseits der besinnungslosen Aktivität kommt so nicht mehr auf.
5. Das verdirbt insbesondere den sprachlichen Umgang der Menschen miteinander. Wohnte der Sprache früher ein Zauber inne, so ist sie heute bloßes Werkzeug zur Verlängerung bzw. Verewigung einer faden statischen Entwicklung.

Stilistisch wird das auf hohem Niveau entfaltet und variiert. An den besseren Stellen eignet dieser konservativen Kulturkritik etwas von der zarten Melancholie Rilkes (vor allem des "Malte", Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (suhrkamp taschenbuch)). Weniger sympathisch wirken die vielen Passagen, in denen Strauss mit großem Pathos den elitären Gestus von George und dessen Zirkel beschwört. An nicht wenigen Stellen möchte man dem Autor empfehlen, noch einmal einen Blick in Adornos "Jargon der Eigentlichkeit" Edition Suhrkamp Nr. 91: Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie zu werfen, um die weihevollen Floskeln der Beschwörung auf ihre inhaltliche Tragfähigkeit hin zu prüfen.

Insgesamt entfaltet Strauss hier ein Programm, dass an vielen Stellen durch einen performativen Selbstwiderspruch geprägt ist: Gefordert und beschworen wird immer wieder die Demut vor einem Höheren. Das Ganze wird aber - hierin unterscheidet sich der Strauss entscheidend von Rilke - so betont mit dem Gestus der elitären Macht des Durchblicks vorgetragen, dass dagegen die kritisierten Protagonisten einer technologischen Entgrenzung nett und bescheiden wirken. Wer von anderen die Demut vor Höherem fordert, sollte nicht selbst so auftreten wie einer, der über allen und allem schwebt und sich auskennt wie keiner mehr in dieser trüben Welt.
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