Ein frühes Juwel von Stevie Vaughan (noch ohne den "Ray" in der Mitte) und Double Trouble - bereits in dieser frühen "Studio-Live-Aufnahme" merkt man, welche Register SRV ziehen konnte. Gleich bei der ersten Nummer, "In the Open", bearbeitet er seine Gitarre wie vor ihm höchstens noch Jimi Hendrix - aber Vaughan hatte dazu noch den Blues, und das macht einen gewaltigen Unterschied.
In dieser CD stecken bereits die Grundlagen der Alben "Texas Flood" oder "Couldn't Stand the Weather", man kriegt jede Menge SRV-Klassiker in ihrer Rohfassung zu hören: "Love Struck Baby" z.B., oder das unter die Haut gehende "Tin Pan Alley" - die Nummern sind noch nicht so bis ins letzte Detail ausgefeilt, aber dafür platzen sie geradezu vor Spielfreude, es fetzt ganz einfach, es geht bis ins Mark. Allein das Solo in "Love Struck Baby" lässt einem den Mund offenstehen; ich finde sogar, dieses Stück hat der Meister nie wieder so umwerfend hingekriegt.
Hinzu kommen viele Cover-Versionen, z.B. von Nummern von Otis Rush oder Eddie Jones, alle im unverkennbaren Vaughan-Sound.
Zwar konnte man Vaughans Stimme nie mit denen der Altmeister wie z.B. Howlin' Wolf oder John Lee Hooker vergleichen, da macht diese CD keine Ausnahme, aber die Verve, mit der er hier den Rhythm'n Blues rüberbringt, ungebremst und ungefiltert, ist einmalig, stärker noch als auf seinen späteren Platten; und das will was heißen.
Also, nicht nur ein Muss für die Fans, sondern ganz einfach klasse.