...das kreativste Album des Neuen Jahrtausends. Da mögen die Geschmäcker streiten. Mit Sicherheit jedoch ein Meilenstein im Bereich alternativer Musik. Ein Album das Maßststäbe für alles im Bereich Singer-Songwriting setzt, was vorher war und was noch kommen wird. Kaum ein Künstler hat andere Kunstschaffende so inspiriert, wie Regina Spektor das geschafft hat. In dieser Beziehung nimmt die in Moskau geborene Amerikanerin eine absolute Ausnahmestellung ein. Es hat ein paar Jahre gebraucht, bis die Musikwelt erkannt hat, wie Trend setzend, eigenständig und genial Spektors Silberlinge sind. -Begin to hope- ist da keine Ausnahme. Ein Doppelalbum aus einem Guss. Mit erkennbar klarem Konzept, wunderbar harmonischer Zusammenstellung und Songs, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Spektor wird gern zur Alternativ und Antifolk-Szene gerechnet. Aber egal wie viele Kritiker sich darüber noch Gedanken machen, Spektors Songs passen in keine Schublade. Das ist Musik in ihrer ureigensten Form. Eine Stimme, die herrliche, von Instrumenten erzeugte, Geräusche miteinander verbindet und wirklich magische Momente schafft. Das Ganze in einer Bandbreite, die nicht fassbar ist.
-That Time- ist Pop/Punk, wie wir es von einer Laurie Anderson in Bestform kennen. Das Klavier beherrscht -20 Years of snow-. Zusammen mit Spektors Stimme hat das schon fast Operncharakter. -Better- ist da schon fast ein Rocksong, der auch auf einem Beatlesalbum seinen Platz gefunden hätte. -Edit- geprägt von einem Stakkato der Klaviertasten, bringt Pop und Elektro in knapp 5 Minuten unter einen Hut. Einem gesungenen Märchen, von Streichern und Bläsern begleitet, kommt -Fidelity- gleich. Spektors Stimme schafft auch diese Gratwanderung. -Field Below- ist eine traumhafte Ballade. Der -Hotel Song- birgt Gesundheitsrisiken. Diesen Beat werden sie nie wieder los. -On the Radio- schließt sich da nahtlos an. -Samson- ist, jedenfalls für mich, eines der schönsten Liebeslieder, das je produziert wurde.
Auf der Bonus CD gibt es die Geschichtenerzählerin Regina Spektor mit Musikuntermalung. -Düsseldorf- schwebt so leicht wie ein Musicalsong aus den Lautsprechern, ist verspielt und verschnörkelt. -Uh America- ist mehr ein Kunstwerk als ein Lied. -Another Town, Baobabs und Music Box- repräsentieren ein Songwriting, zu dem, außer Regina Spektor, vielleicht noch ein Tom Waits fähig ist.
Ich weiß, ich weiß...ich habe mich mal wieder viel zu sehr ausgelassen. Aber -Begin to hope- bringt einen so weit. Und wenn man feststellt, dass man im Verlauf der letzten Jahre, in schöner Regelmäßigkeit, das gelbe Album aus dem CD-Regal fischt, die Regler der Anlage auf volle Lautstärke dreht und sich aus der Wirklichkeit verabschiedet, dann kommt man ins Schwärmen. Also: Egal wie viele Sterne es zu vergeben gibt, Regina Spektors -Begin to hope- bekommt sie alle. Dieses Album ist eine Investition für die Zukunft. Darauf lege ich mich gern fest.