Nun ja, mehr wirds nicht geben, die Serie ist seit langem eingestellt.
Diese sogenannte "Anthalogie"-Serie (bei der jede Folge in sich abgeschlossen ist und eine jeweils individuelle Geschichte erzählt), hat mehr Qualität, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Freunde der mysteriösen und / oder Grusel-Kurzgeschichte, die sich nicht auf einen stringenten Handlungsverlauf oder immer wiederkehrendes Personal versteifen, werden hier (wie auch in Staffel 1) reichlich belohnt.
Die überwiegend in Kanada realisierte Serie, produziert von den Brüderm Tony und Ridley Scott ("The Hunger", "Blade Runner", "Alien"), ist von den Episoden her uneinheitlich und hat nahezu gar nichts mit den Vampiren zu tun, die auf den Covers beider Staffeln zu sehen sind. Vielmehr sind diese Vampire Synonyme für den Begriff der Begierde, der Obsession. Gefahr, Verschleierung der Realitäten, erotishe Begierden und das Spiel mit Qualen und Mordlust, spiegeln sich mehr oder minder deutlich in jeder Episode.
Zumeist standen Kurzgeschichten bekannter Autoren wie Brian Lumley oder Stuart Masterson u.v.a. als Quellen zur Verfügung. Die Umsetzungen besorgten diverse Regisseure, die stets ihren eigenen Stil einbringen, so daß manche Folge hektisch geschnitten ist, wie ein entnervender Werbeclip, andere wiederum ruhig und mit unterschwelliger Erregung ihr Geheimnis preisgeben.
Die kanadische Umgebung weckt Erinnerungen an "Akte X", die Anwesenheit David Bowies als Gastgeber allerdings verwirrt, weil die Serie eigentlich nichts mit dem gleichnamigen Film von 1983 zu tun hat (wer sich erinnert: Bowies Charakter stirbt schließlich auch in jenem Film). Nur die oben schon genannte Grundlinie, daß wir uns alle auf die eine oder andere Weise vom Leben oder der Energie des anderen nähren, bleibt.
Schön, morbid, mitunter verstörend, phantasievoll und nicht selten auch betörend, bieten beide Staffeln überwiegnd stilvolle Schauer.