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Begegnung - Brief Encounter
 
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Begegnung - Brief Encounter

Celia Johnson , Trevor Howard , David Lean    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,99 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: Celia Johnson, Trevor Howard, Cyril Raymond
  • Regisseur(e): David Lean
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
  • Untertitel: Englisch, Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Indigo
  • Erscheinungstermin: 8. Dezember 2005
  • Produktionsjahr: 1945
  • Spieldauer: 83 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000BZFPKE
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 11.138 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Der Film nach dem Theaterstück "Still Life" von Noel Coward überzeugt durch seine unsentimentale, realistische und berührende Erzählweise. Optisch nutzt er Elemente des Film Noirs und bietet mit der schroffen Kulisse des Bahnhofscafés ein optimales Setting für die sensibel arrangierte Geschichte der Liebenden. Man kann sich genauso in den Film fallen lassen, wie seine raffiniert stilisierten Symboliken analysieren. Er bietet Raum für beides: Romantik und Reflexion. Fazit: Bemerkenswert!

Moviemans Kommentar zur DVD: Der Film weist altersbedingte Schwächen auf. Das Schwarzweißmaterial hat zahlreiche Kratzer, der Ton bleibt dünn, fast als handele es sich um eine Monofassung. Die Extras können da schon eher überzeugen, wenngleich sie ausschließlich in Textform rüberkommen.

Bild: Der Schwarzweißfilm von 1945 kann zwar in gut ausgeleuchteten Szenen mit großer Detailschärfe punkten (Wangenfalten, 00:07:54), dennoch überschatten insgesamt zahllose Kratzer, Dropouts und permanentes Rauschen (Tür, 00:32:33) das selbstverständlich etwas in die Jahre gekommene Bild. Kontraste bleiben stets schwammig (Mantel, 00:09:55), lediglich in Nahaufnahmen gelingt es Mustern, sich kontrastierend abzusetzen (Ornamente auf der Kasse, 00:37:38).

Ton: Die deutsche Tonfassung gestaltet sich, was die Stimmen betrifft, eher übersatt als nuanciert. Dennoch beweist das leicht stumpfe, englische Original mehr Ausstrahlung, da es eine authentischere Akustik anbietet. Stimmen wie Kulisse bleiben aber leider im Center verhaftet und beweisen nur wenig Vitalität. Effekte kommen deshalb auch kaum an, sondern untermalen lediglich eindimensional die Dialoge. Auch die Musik verteilt sich nicht sonderlich vital, sondern bleibt entweder flach oder gar plärrend unter den Dialogen verdeckt.

Extras: Die hintergründigen aber sehr textlastigen Extras bestehen aus einem Text zu Produzent und Autor Noel Coward, dem Trailer, Texten zu den Darstellern Celia Johnson und Trevor Noward, sowie einem Text zum Regisseur David Lean. Außerdem ist ein einblendbarer Kommentar zum Film anwählbar. Die Informationen, welche durch das Bonusmaterial vermittelt werden, sind umfangreich und durchaus interessant, in ihrer Vermittlung aber nicht besonders unterhaltsam. --movieman.de

Produktbeschreibungen

Eurovideo Begegnung - Brief Encounter, USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 07.12.05

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Liebe im Grau der Vorstadt - Leans frühes Meisterwerk, 23. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Begegnung - Brief Encounter (DVD)
Der Film ist die vierte und letzte Zusammenarbeit von Noel Coward und David Lean. Hier adaptierte Coward sein eigenes Stück "Sill Life" für den Film.

Zur Handlung. Die verheiratete Laura Jesson (Celia Johnson) fährt jeden Donnerstag in die Stadt, um Einkäufe zu erledigen und danach ins Kino zu gehen. Als ihr ein Staubkorn ins Auge fällt, hilft ihr der Arzt Alec Harvey (Trevor Howard), es zu entfernen. Zufällig treffen sie sich am nächsten Donnerstag wieder, da Harvey sich ebenfalls donnerstags in der Stadt aufhält. Zunächst hält es Laura für unangemessen, sich mit Alec zu treffen, ein leichter Unfall ihres Sohnes löst sofort Schuldgefühle bei ihr aus. In den nächsten Wochen treffen sie sich allerdings regelmäßig und verlieben sich. Der ebenfalls verheiratete Alec drängt auf eine Entscheidung Lauras, aber eine gemeinsame Zukunft kann es nicht geben. Resigniert nimmt Alec ein Angebot aus Südafrika an.

Was sich zunächst nach einem simplen Tränendrücker anhört, ist in der Umsetzung eine zu Herzen gehende Miniatur über die überwältigende Macht der Gefühle. Hier sind es aber keine Teenager, sondern reife, fest im Leben verankerte Menschen, die sehr behutsam mit ihren eigene Gefühlen und denen ihrer Partner umgehen. Geschickt wird mit den Gegensätzen Stadt und Land gearbeitet. In der Stadt sind die beiden Liebenden mehr oder weniger gehemmt. Ein zarter Kuss wird von Bahnpassagieren gestört, in einem Restaurant werden sie von einer Freundin Lauras beobachtet. Bei einer Ruderpartie aber sind sie ungestört, ein Ausflug aufs Land macht sie innerlich frei. Der Bahnhof steht für die großen Entscheidungen. Wenn Laura in einer Szene im Dunst verschwindet und wir schon fürchten, sie wolle sich vor einen Zug stürzen, gleicht sie wirklich Anna Karenina.

Einzigartig ist die Erzählstruktur: In der ersten Szene sehen wir Laura und Alec in einer Gaststätte am Bahnhof, eine Bekannte Lauras unterbricht ihre Unterhaltung, Alec geht irgendwann alleine an den Bahnsteig. Ein gewisses Unbehagen macht sich beim Zuschauer breit. Am Ende des Films wird die Szene wiederholt und zeigt die ganze Tragik dieses Augenblicks. Zwischen diesen beiden Szenen wird aus der Perspektive Lauras ihre Beziehung zu Alec erzählt. Zu Hause erinnert sie sich an die glücklichsten Wochen ihres Lebens. Im Radio wird Rachmaninovs 2. Klavierkonzert gespielt, das leitmotivisch den Film begleitet. Wahre Erfüllung kann es zwischen den beiden nicht geben. Als sie sich in der Wohnung eines Freundes von Alec treffen, taucht dieser früher als erwartet wieder auf. Laura muss über die Feuertreppe fliehen, Alec muss sich Vorwürfe gefallen lassen, die die zarte Romanze wie eine schäbige Affäre aussehen lassen.

Die große Stärke des Films liegt auch in der Darstellung von Lauras Mann Fred (Cyril Raymond). Keinesfalls wird Lauras Ehe als unglücklich beschrieben, im Gegenteil. Sehr viel Vertrauen herrscht zwischen den Eheleuten. In ihren Gedanken beklagt Laura, keine wirklich gute Freundin zu haben, der sie von Alec erzählen könnte. Ihr einziger guter Freund sei ihr Mann und ihm könne sie ja nichts erzählen. Sie fürchtet, ihn zu verletzen oder zu beschämen: "Ich wollte Dir nicht sagen, dass ich solche Gefühle habe, so stark und so weit weg von Dir, mit einem anderen Mann." Am Schluss kann der Zuschauer aber den Eindruck gewinnen, dass Fred die Gewissensbisse seiner Frau erahnt. Seine souveräne Art, sie nicht mit Fragen zu bedrängen, lässt das Ende etwas versöhnlich erscheinen.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass ich die Kritik an der angeblich schlechten Bildqualität nicht nachvollziehen kann. Das Bild ist gestochen scharf, lediglich die Sequenz im animierten Hauptmenü ist verschwommen. Neben optionalen englischen und deutschen Untertiteln gibt es noch einen Kommentar von Roland Kruse, den Originaltrailer sowie Textbiografien zu Howard, Johnson, Lean und Coward und einige Trailer. Eine rundum gelungene Edition.

Ein wunderbarer Film!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein beinahe-Ehebruchs-Drama, nicht nur beinahe vollkommen, 24. Dezember 2009
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Begegnung - Brief Encounter (DVD)
Laura (Celia Johnson) und Alec (Trevor Howard) sind jeweils verheiratet und haben Kinder. Doch ist ihnen etwas passiert, von dem viel zu lange totgeschwiegen wurde, dass es die natürlichste Sache der Welt ist: Sie haben sich ineinander verliebt. Jeden Donnerstag können sie sich für ein paar Stunden treffen, auf einem Bahnhof und in der Stadt, doch dann fahren die Züge in entgegengesetzte Richtungen ab...

Obwohl dieser Film augenscheinlich recht wenig mit den großen, späteren, epischen Werken des Regisseurs David Lean zu tun hat (so ist er mit 82 Minuten der kürzeste in Leans Oeuvre), handelt es sich um sein erstes wirkliches Meisterwerk. Was sind seine Besonderheiten? Der Film verurteilt nicht (bemerkenswert, dass der innere Monolog Lauras am Ende sogar sagt, dass sie NICHT wegen der Familie zu ihrem Mann zurückkehrt). Der Film zeigt die Ereignisse, als könnten sie jedem passieren; Laura und Alec sind ganz normale Leute, nicht einmal einen abstoßenden Ehemann bekommt Laura verpasst, wunderbar. Damit provoziert "Brief Encounter" und sagt, dass sehr wohl "sein kann, was nicht sein darf". Stilistisch ist er unerhört: Symbolisch und anspielungsreich bis ins Letzte, in Wort und auch in Bild. Es gibt eine schöne kleine Brücke, die über einen Bach führt - aber die beiläufige anfängliche Erzählung von einem Bahnhof, bei dem eine Brücke die Gleise eher trennt als verbindet, lässt uns Zweifel an romantischen Träumen haben. Gleiches geschieht durch eingestreute Kinobesuche von Laura und Alec - "Flames of Passion" scheint ein fürchterlicher Kitsch zu sein, eine Illusion voller Falschheit. Und Donald Duck als Vorfilm - hat dessen unverbesserlicher Optimismus nicht immer in die Katastrophe geführt?

So sind wir gewappnet für eine sehr erwachsen erzählte Geschichte - die aber keinesfalls kalt lässt. Fotografiert ist sie alles andere als nüchtern. Die Optik (Kamera: Robert Krasker) ist wie bei einem Film Noir - man denkt an die USA oder auch an deutschen Expressionismus, aber es sieht völlig anders aus als beispielsweise englische Filme der später Dreißiger. Lange Schatten, Aufsichten, tiefenscharfe Fluchtperspektiven, gefängnisartige Kadrierungen, abenteuerliche Schwarzweißkontraste (heller Rauch von symbolisch kommenden und wegfahrenden Zügen in Dunkelheit / unnatürlich schwarze Hintergründe, wenn sich alle Ereignisse und Gefühle in Lauras Gesicht verdichten). Der Dialog ist exzellent geschrieben. Bereits in der Eröffnungsszene ahnen wir, dass ein Bahnhofsvorsteher etwas mit der Kellnerin des Bahnhofsrestaurants hat und dass es da eine Krise gibt - Widerspiegelung der Geschichte zwischen Laura und Alec, die wir zu sehen bekommen werden. Ein gemeiner Kameraschwenk auf die beiden Protagonisten zeigt, dass sie offenbar nicht glücklich sind, während das Gerede der Bahnhofsangestellten weitergeht. Eine unglaublich schwatzhafte Freundin Lauras (wir sehen sogar einmal die Großaufnahme ihres enervierenden MUNDES und können ermessen, was Laura fühlt) stört die Szenerie - Alec wird als ein loser Bekannter vorgestellt, und es kommt heraus, dass er in einer Woche nach Afrika gehen wird. Laura ist sichtlich unwohl, und sie wird - auch das eine für den Film Noir typische Erzählhaltung - eine längere Rückblende einleiten. Interessanterweise gestaltet Lean dies als inneren Monolog. Laura denkt nach, erzählt sich selbst und damit dem Zuschauer, was sie ihrem Mann Fred nicht zu sagen wagt, um ihn nicht zu verletzten. Der Zuschauer ist fast so etwas wie ein Beichtvater, wird direkt ins Geschehen einbezogen und ist den Figuren, insbesondere Laura, auf sehr intensive Weise nahe.

Ist er auch Komplize? Eher nicht. Bei allem Verständnis, das Lean weckt, ist dieser Film niemals einseitig. Bei der Ehe mit Fred merken wir höchstens unterschwellig, dass ein bißchen zu viel Routine drin ist, doch ist Fred alles andere als ein kaltherziger oder stieseliger Gatte - nein, ich würde sagen, er ist liebend und kennt seine Frau sehr gut, denn in einem wundervollen Schlussbild wird angedeutet, dass er all das, was für seine Ohren nicht hörbar war, möglicherweise längst geahnt hat. Er kann in Lauras Geistesabwesenheit lesen wie in einem Buch (Celia Johnson hat aber auch schöne, intensive, große Augen, eine schüchternere Schwester der großen Bette Davis). Doch zunächst ist er der Mann, der schwärmerischen romantischen Gefühlen misstraut. Genialer Kniff: Fred sucht nach einem Wort mit sieben Buchstaben für sein Kreuzworträtsel - dem Schluss einer Zeile eines Keats-Gedichts. Laura meint "romance", und Fred hält es für die richtige Lösung: "That fits with ,delirium' ...".

Derartig gut geschriebene, doppeldeutige und perfekt durchkomponierte Dialoge findet man noch an so mancher Stelle. Ein Mal berichtet Alec von seinem Beruf: Er ist Arzt und (das wird es bei Lean öfter geben) ein junger enthusiastischer Pioniergeist, der die Welt bewegen und Neues in der Forschung zum Nutzen der Menschheit erreichen möchte (dass er am Schluss in die weite Welt gehen wird, passt auch zum späteren Weltenwanderer David Lean, der seine Helden in Filmen wie "Die Brücke am Kwai", "Lawrence von Arabien" und "Reise nach Indien" an alle nur erdenklichen Orte der Welt geschickt hat). Sein Gebiet ist die Präventionsmedizin, eigentlich eine Wissenschaft vom guten, vernünftigen Leben (die ihn aber nicht gegen das Verliebtsein gefeit hat, und er ist immer noch ein Stück unvernünftiger als Laura). Einmal redet er von "silicosis" (Staublungenkrankheit), und ich dachte sofort an "silly" und "cosy", also "albern, töricht, unklug" und "behaglich, gemütlich, lauschig" ("cosy links" heißt übrigens "Mauscheleien", was Alec und Laura in Folge ihrer Beziehung tun müssen). Eine Überinterpretation? Vielleicht. Aber dem Film gelingt insgesamt eine interessante und innovative Mischung: In Bildkompositionen, Dialogen, Erzählhaltung etc. ist er perfekt durchgestylt, erzählt aber dennoch eine alltägliche Begebenheit. Und dadurch macht er fühlbar, wie berührend und wichtig scheinbar Banales, Unspektakuläres sein kann. "Brief Encounter" wird auf diese Weise zu einem Film, der auf höchste Weise Herz und Hirn erfüllt, ohne dass das eine auf Kosten des anderen geht. Vielmehr erleben wir eine kongeniale Ergänzung und gegenseitige Verstärkung von Geist und Emotion.

Nachtrag: Den Film kann man mit dem drei Jahre später entstandenen Lean-Werk "The Passionate Friends" (1948) vergleichen, und erstmals bin ich mit dem Booklet der "David Lean Centenary Collection" nicht einverstanden: Während dieses den Charakteren des späteren Films mehr Komplexität zuschreibt, meine ich, dass "The Passionate Friends" stark von der Schlussphase lebt, vorher aber ein bißchen stereotyp ist. Bei mir gerade so eben fünf Sterne, aber hier: eine sehr klare, leidenschaftliche Fünfer-Entscheidung für einen Film, der keine Wünsche offen lässt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Frau und der Seitensprung ihres Lebens, 11. Juni 2010
Von 
Myop "Kurzblicker" (zwischen überall und nirgends) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Begegnung - Brief Encounter (DVD)
Große Lieben können durch ganz kleine Dinge in Gang gesetzt werden. Es war nur ein Sandkorn in ihrem Auge, das den vornehmen Herrn im Wartesaal eines Bahnhofs dazu veranlasste, mit der Dame in Kontakt zu treten.

Zur weiteren Handlung würde ich am liebsten gar nichts sagen, denn sie würde sich wie ein trivialer Groschenroman lesen, und Sie würden mir nicht glauben, dass "Begegnung" trotz der 08/15-Story "Verheiratete Frau verliebt sich in verheirateten Arzt" ein Meisterwerk werden konnte. Schuld an der Tiefgründigkeit dieses englischen Liebesfilms von 1945 sind zum Beispiel die gehaltvollen Dialoge zwischen den beiden Verliebten Laura und Alec, die sich wünschen würden, nicht ineinander verliebt zu sein und ihre guten Ehen zu Hause glücklich fortführen zu können. Auch die vielen inneren Monologe, die Laura als imaginäres Geständnis an ihren Ehemann im Wohnzimmer richtet, zeichnen sich durch eine gepflegte Sprache aus.

Von den vielsagenden großen Augen, die Schauspielerin Celia Johnson der Figur verleiht, profitiert das Niveau des Films ebenso wie von einer einfallsreichen Kameraeinstellung, die am Schluss kurz durch eine auffallende Schieflage die innere Verlorenheit der Protagonistin verdeutlichen soll.

Auch das Stilmittel, die Abschiedsszene der beiden Liebenden an den Anfang zu setzen, ist genial. Noch kann der Zuschauer die scheinbar langweilige Szene im Wartesaal, bei der eine widerlich quasselnde Klatschtante in die letzten gemeinsamen Minuten des Liebespaares hineinplatzt, gar nicht einordnen, und mag sich denken: "Hätte man die Stelle nicht weglassen können ?". Am Ende wird die Szene dann nochmal gezeigt - und jetzt wird der Zuschauer der vollen Tragik gewahr, die in dieser Situation steckt.

Mein Fazit: Brillantes, intelligentes, für 3 Oscars (Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin) nominiertes Melodram über Liebe, Angst, Gewissen und Verzicht, mit dem der berühmte Regisseur David Lean ("Doktor Schiwago", "Lawrence von Arabien", "Die Brücke am Kwai") seinen Durchbruch feierte, und das auch für Schauspieler Trevor Howard als Sprungbrett zu einer Karriere diente.
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