"Befreiende Wege aus der Bulimie" gibt sehr gut Aufschluß über die Geschichte, das Entstehen, die gesundheitlichen Folgen und die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit. Man wird als Eß-Brech-Süchtiger mit allen Daten und Fakten gut und informativ über seine Krankheit aufgeklärt, doch leider mangelt es in diesem Buch sehr an tatsächlicher Hilfeleistung. Es fehlen gänzlich Tips, wie man in der "akuten Situation" die Schäden so gering wie möglich halten kann (z.B. nach dem Erbrechen nicht die Zähne zu putzen, sondern lieber Milch zu trinken, um die Säure zu neutralisieren und als Ausgleich für den enormen Flüssigkeitsverlust viel Wasser zu trinken). Auch das meines Erachtens sehr wichtige Kapitel über die Angehörigen, für die es nach meinen Erfahrungen oft an die Grenze des Unmöglichen geht, die Eß-Brech-Sucht des Mitmenschen zu verstehen und damit umzugehen, fällt sehr oberflächlich aus und entbehrt fast jeglicher Hilfe und Tips. In Erwartung verständlich geschriebener Information ist dieses Buch bestimmt empfehlenswert, in Erwartung konkreter Hilfeleistungen und Tips für den Eß-Brech-Süchtigen und seine Angehörigen jedoch leider weniger, denn meistens ist der Kauf eines Buches, da anonym, der erste Schritt die Krankheit als solche zu erkennen und der erste Versuch, etwas gegen sie zu unternehmen. Doch zum Glück gibt es im Anhang viele Adressen von Organisationen und Kliniken, die vielleicht weiterführen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)