Der Roman handelt von einer jungen Frau, die sich in einen dominanten Mann verliebt und mit ihm eine (ihre erste) SM-Beziehung eingeht. Leider haben mich einige Logikfehler in dem Buch sehr gestört beim Lesen, so erschließt sich mir nicht, warum jemand, der angeblich Höhenangst hat, Klettern als Hobby auswählt. Seltsam auch, dass eine Frau, die sich selbst als frigide bezeichnet und noch nie einen Orgasmus beim Sex hatte, bei ihrer ersten Fesselaktion nur durch einige Berührungen mit den Fingern in kurzer Zeit einen Höhepunkt hat und sich gar nicht darüber wundert, ja kaum irritiert scheint von so einer krassen Änderung in ihrem Sexleben.
Leider gibt es auch wenig Einblicke in die Psyche der beiden Protagonisten, was die Sexszenen blutleer und technisch macht, so dass sich beim Lesen nie erregendes Prickeln oder mehr einstellt, was ich von einem Erotikroman aber eigentlich erwarte. Die Sprache ist locker und einfach, was den Lesefluss erleichtert, so dass man das Buch in gut zwei Stunden durch hat. Die Sexszenen werden wie erwähnt ziemlich nüchtern beschrieben und beschränken sich auf die äußerliche Darstellung des Geschehens, ohne dem Leser zu verraten, welche Empfindungen die beiden Menschen dabei durchmachen. Das ist schade. So werden ausführlich geschilderte Bondagetechniken und anschließendes kurzes Fummeln mit den Fingern mit dem einen Satz "Ein Orgasmus erschütterte ihren Körper" beendet, was mir persönlich doch zu wenig war.
Auf Kraftausdrücke und Obszönitäten wird weitgehend verzichtet, hier ist von Lustperlen und Gliedern die Rede, was für mich aber ok ist. Und so bleibt mir nach der Lektüre die Frage, warum ich das Buch gelesen habe - anregend war es nicht, die Geschichte hat zu viele Logikfehler und bleibt großteils zu flach, und ich erfahre auch nicht, was genau nun der Reiz an dieser Spielart der Sexualität ist.
Drei Punkte vergebe ich trotzdem für den angenehmen Schreibstil und die flüssige Lesart und wende mich dann wieder tiefergehenden Analysen der Materie zu.