Dieses Buch lebt nicht von der Spannung wie es wohl enden wird. Denn das Ende steht schon zu Beginn fest: Tessa, 16 Jahre alt, wird sterben. Denn sie hat Leukämie und keine Therapie konnte ihr helfen. Doch der Weg dorthin macht die Geschichte: Tessa hat eine Liste mit Dingen, die sie noch erleben möchte bevor sie stirbt. Und diese Liste ist gespickt mit diversen Dingen wie Sex, Drogen, an einem Tag so viele Gesetze brechen wie möglich, etc.
Tessa wird auf ihrem Weg begleitet von ihrem Vater (der sie in allem so gut wie nur möglich unterstützt und sich ständig Sorgen um sein Mädchen macht), ihrem kleinen Bruder Cal, ihrer Mutter (die jedoch von der Familie getrennt lebt und sich nicht wirklich mit Tessas Krankheitsbild auskennt), ihrer besten und einzigen Freundin Zoey (die zwar sehr eigenwillig ist, aber versucht Tessa zum Leben anzutreiben) und schließlich Adam (der in Tessa so kurz vor ihrem Tod heftige Gefühle weckt).
Leider wurde ich mit der Protagonistin nicht richtig warm. Konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen. Und obwohl die Thematik sehr sensibel und emotional ist, konnte ich nicht richtig mitfühlen. Erst am Ende sind ein paar dicke Tränen gekullert - aber bis dahin war mir alles irgendwie zu negativ, zu unemotional. Ich hatte das Gefühl, dass Tessa nie so wirklich weiß was sie eigentlich will (obwohl sie ja ihre Liste hat?).
Mir haben einfach emotionale Momente gefehlt. Tessa hat sich nie so recht gefragt wie es den anderen wohl geht. Sie hat immer nur sich selbst in den Mittelpunkt gestellt. Auch z.B. als sie Adam kennenlernt. Sie stellt sich eigentlich gar nicht die Frage, ob es gut ist sich zu verlieben - wie es dem anderen wohl gehen wird, wenn sie dann "weg" ist. Mir hat einfach der Tiefgang in manchen Szenen gefehlt.
Die Kapitel sind auch recht kurz gehalten. Was ich eigentlich ganz gerne mag. Hier wirkte es aber teilweise zu kurz, etwas abgehackt und wie gesagt: Das Tiefgründige hab ich ein bißchen vermisst. Gerade bei so einem Thema.
FAZIT: Interessantes Thema! In meinen Augen aber leider zu unemotional ausgearbeitet. Ich habe mir einfach mehr erhofft. Dennoch alles in allem ein ganz gutes Buch und damit 3,5 Sterne von mir.