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am 23. Februar 2012
Ein tolles Buch und eine hervorragende Biographie ist das jetzt auf Deutsch erhältliche Werk des an der Universität Löwen lehrenden Professors Jan Caeyers "Beethoven. Der einsame Revolutionär."

Umfassend, tiefgründig, einfühlsam und mit hohem musikalischem Sachverstand beschreibt Caeyers auf knapp 800 Seiten (inklusive Anmerkungen)Leben und Musik dieses außergewöhnlichen Komponisten. Zunächst war ich etwas skeptisch, hatte ich doch schon einige Musikerbiographien gelesen, die mir nicht gefallen hatten, da diese zu sehr auf die Musik und deren Bedeutung abzielten. Die Skepsis wich aber bereits nach kurzer Zeit. Dieses leicht lesbare Buch, sehr spannend und gut verständlich geschrieben, fesselt seinen Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Kein Wunder das Cayers Werk in Belgien und den Niederlanden ein Bestseller war. Der Autor lässt keine Fragen unbeantwortet und löst so manche Legende über Beethoven auf, zugleich gelingt es ihm ausgezeichnet den Charakter des etwas exzentrischen Künstlers nachzuzeichnen. Ceyers geht auch ausführlich auf Beethovens gesundheitlichen Probleme ein, bekanntermaßen war der Künstler in den letzten Jahren beinahe taub zudem sah er noch sehr schlecht. Ursache letzteren Leidens war vornehmlich Beethovens ungewöhnlich hoher Alkoholkonsum, den einige Biographen bisher dezent unterschlagen haben.
Besonders gefallen hat mir an diesem Buch wie der Autor es vermag auch nicht Musikern die Besonderheiten von Beethovens Musik in einfachen Worten verständlich zu erläutern.

Insgesamt kann ich nur raten, dieses ausgezeichnete Buch zu kaufen und zu lesen. Es lohnt sich wahrhaftig!

Weniger als fünf Amazonsterne wären nicht gerechtfertigt.
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am 12. März 2012
Wirklich Neues, Aufregendes, bis dato Unbekanntes gibt es sicherlich nicht mehr zu Person und Leben Beethovens zu erzählen. Gut erforscht, vielfach in Fachbuch und Literatur verewigt sind die wesentlichen und wichtigen Fakten zu Beethovens Leben, Werk und.

Dass dieses Buch des Dirigenten, Musikwissenschaftlers und ehemaligen Leiters der Beethoven Akademie, Jan Caeyers, dennoch frisch, unverbraucht und mitreißend den Leser gefangen zu nehmen versteht, liegt an zwei Gründen.

Zum einen ist und bleibt Beethoven ein Gigant der Musik. Bleibt einer, der ein Leben mit Brüchen und Leiden lebte, äußerlich durch seine Taubheit, innerlich durch seine Zerrissenheit, seine intensive, stetige Suche und 'Sehnsucht nach dem Höheren'. Immer wieder aufs Neue faszinieren daher Musik und Leben, Tiefe und Breite von Person und Werk, lassen sich nie ganz erschöpfend in den Raum stellen und wollen immer wieder, für jede Generation und Zeit, neu entdeckt werden.
In dieser Hinsicht bietet dieser voluminöse Band (gut 750 Seiten) mitsamt seinen (wenigen) Abbildungen und dem (breiten) Anhang eine umfassende Informationsmöglichkeit alleine schon, die sich nicht nur in den äußeren Fakten des Lebens erschöpft, nicht nur die Werke aufführt und erläutert, sondern in der Caeyers tatsächlich als 'Grundton' ein Blick in das Innere, die Seele, die innere Entwicklung Beethovens gelingt.

Gerade das letzte, große Kapitel des Buches, 'Der einsame Weg' öffnet durchaus das Herz auch des Lesers für diesen schwachen, starken Mann, für die 'Ode an die Freude' und den da schon fast erkennbaren, folgenden 'Verfall des Lebens'. Trotz aller Bekanntheit auch mancher ungehobelten, unfertiger Umgangsformen Beethovens und seiner dahinter liegenden Sehnsucht nach Wärme und Liebe, neu erlebbar wird dies im Buch und führt den Leser mitten hinein in diese Person, die Abstoßen und verweifelte Suche nach Nähe kannte und die diese Gefühlsmomente immer wieder in Musik zu gießen verstand.

Dass diese emotionale Seite des Buches in dieser Form spürbar wird, dass Leidenschaft, Begeisterung, Niedergeschlagenheit nicht nur beschreibende Worte, sondern durchaus nachvollziehbare innere Zustände werden, dies liegt sicherlich an der (spürbaren) Begeisterung und Leidenschaft des Autors selbst für 'seinen' Beethoven. Dem er Tragik durchaus attestiert, aber eine Tragik, die für die Welt von hoher Bedeutung werden sollte. Denn vor allem durch die Ertaubung des Komponisten, durch die zunehmende äußere und innere Einsamkeit, durch die massiven Emotionen, die Beethoven durch dieses Schicksal erlitt und erlebte erst ist das 'andere', das 'revolutionäre', das 'musikalische Weiten der Räume' in seine Musik mit eingeflossen. Eine 'Revolution', die Caeyers zu einemd er Hauptthemen seiner Biographie ausbaut.

Entwicklungen, die Caeyers emotional, doch nicht überbordend darstellt. Neben dem gesamten Lebensweg Beethovens, den musikalischen Entwicklungen zwischen den frühen Tage und der späten Klaviermusik, dem Aufwachsen, dem 'Platz in der Welt' suchen und dem ganz besonderen persönlichem Weg, den Beethovens Leben späterhin nahm.
Wege, ein Leben, dass in jeder Phase sich in Musik auszudrücken verstand. Eine Musik, die Cayers ebenso fundiert und nachvollziehbar je zu erläutern versteht, wie er die Persönlichkeit Beethovens in lebendigen Farben zu zeichnen versteht.

Jan Caeyrs legte eine mit Herz geschriebene, umfassende Biographie eines der größten Komponisten aller Zeiten vor, die dem Leser so gut wie keine offenen Fragen hinterlässt und ihn ebenfalls mit Begeisterung versieht. Eine echte und gelungene 'Ode an Beethoven', ohne Frage.
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Liegen über eine Person schon zahlreiche Biografien vor, ist die Frage berechtigt, weshalb es noch eine weitere braucht. Bei Ludwig van Beethoven ist die Antwort ganz einfach: Weil Jan Caeyers zu den Musikern gehört, die auch das Handwerk des Schreibens beherrschen. Und weil er die Mühe auf sich nahm, das anspruchsvolle Quellenmaterial seriös zu verarbeiten. Da man dies in Belgien und den Niederlanden offenbar ebenso sieht, wurde seine Beethoven-Biografie dort zum Bestseller.

Ohne Anmerkungen Bildnachweise, Bibliographie, Werkregister und Personenregister umfasst diese Biografie über 750 Seiten, inklusive 47 Abbildungen und 24 Notenbeispiele. Das schreckte zuerst auch mich ab, zumal ich kein Kenner der klassischen Musik und ihrer wichtigsten Komponisten bin. Aber da ich seit Jahren recherchiere, welche Lebensgeschichten, Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensmuster die großen Meister ihres Fachs gemeinsam haben, machte ich mich trotzdem an die Lektüre.

Mein spezielles Interesse an Biografien bringt es mit sich, dass ich den frühen Jahren besondere Aufmerksamkeit schenke. Denn wie die Neurowissenschaftler und viele Entwicklungspsychologen gehe ich davon aus, dass Erlebnisse der frühen Kindheit und der Pubertät unser Verhalten so stark prägen, dass sie auch unsere Gewohnheiten als Erwachsene weitgehend bestimmen.

Warum die Aufarbeitung und Darstellung von Beethovens Leben so schwierig ist, erläutert der Autor im Prolog. Dabei scheut er sich nicht vor deftigen Worten, wenn es um die Charakterisierung von Anton Felix Schindler geht. Wörtlich schreibt er: "Er war der Inbegriff des Kriechers, eine ekelhafte Kreuzung aus Schmeichler und Parasit, besessen vom Wunsch, in den kleinen Kreis von Intimi des mittlerweile hoch berühmten Komponisten vorzudringen. Denn er hoffte, als eine Art Beethoven-Gefährte, wenn nicht zu dessen Lebzeiten, dann wenigstens danach, den Sprung aus der eigenen Bedeutungslosigkeit zu schaffen." Daher ließ Schindler Dokumente verschwinden, die nicht in seinen Plan passen oder fälschte sie.

Im ersten Teil, der mit dem Abschied Beethovens von Bonn endet, beschreibt Jan Caeyers die Jahre von 1770-1792. Spannend ist Caeyers Rekonstruktion auch, weil er es versteht, ein Stimmungsbild der damaligen Zeit zu vermitteln. Und einmal mehr zeigt sich, dass sich zwar die Kulissen ändern, nicht aber die menschlichen Verhaltensweisen.

"Zeit der Gärung" nennt Caeyers den zweiten Teil, der die Jahre von 1782-1802 umfasst. Jetzt treten Karl von Lichnowsky, Haydn, Albrechtsberger, Franz Joseph Lobkowitz und die Gräfin Anna von Brunsvik in das Leben der aufstrebenden Komponisten. Das Unterkapitel "Der neue Weg" leitet den dritten Teil ein, in dem noch klarer wird, warum diese Biografie in den Niederlanden zum Bestseller wurde. Denn nur ein Musiker wie Jan Caeyers kann die schwierige Aufgabe lösen, den Lesern den musikalischen Werdegang Beethovens verständlich zu vermitteln.

Die dritte Episode von "Die unsterbliche Geliebte" fällt in die Zeit von 1809-1816, in der auch die Begegnungen mit Goethe und das Ende der klassischen Sinfonie fallen. Dunklere Töne begleiten den Leser durch den fünften und letzten Teil, in dem von Krankheit, Entfremdung, Niederlagen und unerfüllten Sehnsüchten die Rede ist. Beethovens einsamer Weg berührt, wühlt auf und lässt den Leser oft ratlos zurück. Wie elegant und sicher Jan Caeyers die Gratwanderung zwischen objektiver Berichterstattung und persönlicher Anteilnahme besteht, zeigt nochmals seine Beschreibung, was sich am Montag, dem 26. März 1827 in Wien ereignete. Wie Jan Caeyers die letzten Stunden von Beethoven in Worte fasst, hat mich beeindruckt.

Mein Fazit: Gerade weil ich nicht zu den Beethoven-Kennern gehöre und kein lockeres Verhältnis zu klassischer Musik habe, beeindruckte mich diese Biografie. Denn Jan Caeyers versteht es ausgezeichnet, auch Laien wie mir das Aussergewöhnliche von Beethovens Werk näher zu bringen. Bei der Beschreibung des gesellschaftlichen und politischen Umfeldes konnte ich als Goethe-Verehrer davon profitieren, dass ich viel über den Zeitraum von 1749-1832 gelesen habe. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich auch Leser ohne Vorkenntnisse auf eine Zeitreise mitnehmen lassen, wenn Jan Caeyers sie dabei begleitet.
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am 27. August 2012
Es wäre eine Illusion zu glauben, dass man heute noch grundlegend Neues über Beethoven herausfinden kann; dazu ist sein Leben zu gründlich erforscht und die Quellenlage zu lückenhaft - ein gewisser Schindler, den Caeyers als "ekelhaften Kriecher" hinreichend kritisiert, ein selbsternanter Freund Beethovens, hat kurz nach dessen Tod alles, was das Ansehen des Meisters ist ein zweifelhaftes Licht rücken könnte, vernichtet. So arbeitet sich diese Biographie an den bekannten Themen dieses ebenso erfüllten wie verzweifelten Lebens ab:
Die Bedeutung des Vaters Jean, einem Chorsänger und Alkoholiker, der nach dem Tod seiner Frau quasi entmündigt wurde, so dass Ludwig van Beethoven früh alle Verantwortung für die Familie übernehmen musste. Jan Caeyers stellt den Vater in etwas milderem Licht als die bisherigen Biographen dar, betont, dass er seinem Sohn immerhin die richtigen Musiklehrer verschafft habe.
Da ist die große unerfüllte Liebe zu der adeligen Josephine von Brunswick, die ihn unzweifelhaft ebenfalls liebte, aber diese Gefühle - auch nach der Trennung von ihrem regulären Ehemann - dem gesellschaftlichen Prestige und ihren Kindern opferte, für die der ständig klamme Komponist nicht der richtige Vater gewesen wäre. Im Anschluss an diverse Forschungsarbeiten ist Jan Caeyers ganz entschieden der Meinung, dass auch die geheimnisvolle Geliebte seiner späteren Jahre nicht Antonia Brentano, sondern eben Josphine ist.
Da ist der verlorene Kampf um die Vormundschaft seines Neffen Karl, dem Sohn seines Bruders, den er nach dessen Tod gern selbst großgezogen hätte.
Und natürlich die Taubheit. Auslöser war nicht Typhus, schon gar nicht Syphilis, sondern ein damals häufig vorkommendes "Floh-Fleckfieber", das er sich auf einer Konzertreise holte. So genau wie hier konnte man bisher wohl nirgends nachlesen,wie Beethoven diese Erkrankung erlebte, wie er sie anfangs in Schach hielt, wie er die Neuerungen im Klavierbau ausnutzte - namentlich die englischen Klaviere wurden damals immer lauter -, so dass er wenigtens partiell noch Musik hören konnte, während er Gespräche nur noch mit Hörrohren, Schiefertafeln und sogenannten Konversationsheften bestritt. Vollständig ertaubt, so dass er gar nichts mehr von der Musik hörte, war Beethoven demnach erst in seinen letzten drei Lebensjahren.
Faszinierend finde ich vor allem die Darstellung seiner wirtschaftlichen Stellung: Er ist der erste bürgerliche Komponist,in dem Sinne, dass er versuchte, von dem Verkauf - dem Druck - seiner Kompositionen zu leben; er ist bekannt für einige n heroische Äußerungen gegenüber dem Adel, aber er bleibt doch finanziell immer abhängig von adligen Mäzenaten (Waldstein, Lichnowski etc. ) Mit Ausnahme der "Lärmlawine", wie es hier treffend heißt, "Wellingtons Sieg", die Beethoven Ruhm und Geld wie nie zuvor verschafte, ließ er sich niemals von seinen Gönnern künstlerisch beeinflussen.(Seine anderen großen Erfolge zu Lebzeiten waren "Adelaide", die 1. und die 9. Symphonie und die erst später so geannte Mondscheinsonate, "Fidelio", reüssierte erst in einer vollständig umgearbeiten Fassung, und seine Streichquartette erreichten vor allem die Kenner.)
Diese Biographie ist randvoll von liebevollen Porträts der Freunde von Beethoven - etwa Carl Czerny, das Wunderkind, das aber für eine Karriere nicht gemacht war und das sich früh in den Dienst von Beethoven stellte - von wissenswerten Details über die damalige Konzertpraxis(vielmehr freie Improvisationen als der heutige Klassikbetrieb auch nur erahnen lässt!), über Revolutionen im Instrumentenbau (der Geigenbogen wurde damals sozusagen neu erfunden)und über den Einfluss der großen Politik. Und Jan Caeyers ist wohl der erste Biograph, der Beethovens Bearbeitungen schottischer und irischer Folklore (würde man sie aufnehmen, bräuchte man dazu sechs CDs) nicht ein paar vorschnell und ungerechtfertigt abwertende Zeilen, sondern ein ganzes Kapitel widmet.
Ein fesselndes, großes Buch, dem man die kleinen stilistischen Mängel - etwa jede zwanzig Seiten meint der Autor einen vermeintlich fetzigen Begriff wie "Groupie" (zu Bettina Brentano, früher sagte man charmanter: Muse) oder "VIPs" oder "Marketing-Mix" (zu der Doppelwidmung der "Eroica") - gern verzeiht.
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Es gibt Biographien, die schrecken vielleicht anfangs ab, da sie so seitenstark sind, dass man allein schon vom Umfang her "erschlagen" ist. Bei dieser Beethoven-Biographie ist man aber von der ersten Seite an gefesselt und kann sich wunderbar in die Epoche Beethovens und die damaligen Lebensumstände hineinversetzen. Beethoven wird hier ausgesprochen detailliert, menschlich und als grandioser Komponist und Musiker beschrieben.
Das aus fünf großen Abschnitten bestehende Werk besticht durch eine feingliedrige Aufteilung und die Berücksichtigung vieler "Nebenarme" im großen Lebensfluss Ludwig van Beethovens. Auch wenn man zwischendurch meinen könnte, der Autor würde sich fast in Kleinigkeiten verlieren, schafft er es dennoch ausgesprochen kompetent, wieder den Bogen zum Gesamtwerk und zur Persönlichkeit Beethovens zu spannen.
Im ersten Teil geht es um die Kindheit und den jungen Mann in der Zeit von 1770 bis 1792, wo die Rollen des Großvaters, des Vaters und des Mentors Christian Gottlob Neefe gut dargestellt werden. Außerdem versteht es Jan Caeyers, die regionalen Bezüge zwischen dem Rheinland und Österreich bzw. zwischen Bonn und Wien deutlich zu machen vor dem Hintergrund der damaligen Musikszenerie.
Im zweiten Abschnitt wird das Jahrzehnt zwischen 1792 und 1802 beschrieben und hierbei Bezug genommen auf die Wirkung Beethovens auf das Publikum, seine Karriereplanung und seinen Kompositionsunterricht.
Das dritte Kapitel beschreibt den "Herrscher" Beethoven in den Jahren zwischen 1802 und 1809. Auf den gut 150 Seiten werden die Beziehungsgeflechte deutlich, ehe im vierten Abschnitt "Masse und Macht (1809 - 1816)" der soziale Status Beethovens, seine "unsterbliche Geliebte" und die Begegnungen mit Johann Wolfgang von Goethe beschrieben werden.
Die zunehmende Vereinsamung Beethovens in den Jahren zwischen 1816 und 1827 schildert der brillante Biograph, künstlerische Leiter, Dirigent, Professor Jan Caeyers im letzten Kapitel. Hier angekommen im letzten Abschnitt von Beethovens Lebensfluss wird man noch einmal um so mehr spüren können, wie facettenreich, umtriebig, arbeitssam, leidvoll, revolutionär und ausgesprochen einsam sein Leben gewesen ist. Taubheit und übermäßiger Alkoholkonsum waren nur zwei Gründe für sein mehr und mehr isoliertes Dasein. Und so ist es konsequent, dass der Jan Caeyers schließlich die letzten Tage und Stunden Beethovens ausführlich darstellt.
Das Buch ist ein wahrer page-turner, man blättert Seite um Seite um und kann gar nicht mehr aufhören, den großen Meister und Komponist der leider zu oft "elektronisch abgenudelten" "Europahymne" und "Für Elise" im Detail kennenzulernen.
Der Anhang mit Anmerkungen, einer thematisch sortierten Bibliographie sowie einem Werk- und Personenregister ermöglicht noch einmal eine vertiefte Auseinandersetzung und den Überblick, mit wem Ludwig van Beethoven in Kontakt gestanden ist. Das Leinenband hilft sehr gut, immer die passende Stelle zum Weiterlesen zu markieren.
Bei den Abbildungen hätte man sich ein größeres Format gewünscht. Außerdem wäre es hilfreich gewesen, in graphischer Weise das Familiengeschichtliche Beethovens darzustellen. Hier hätten sich beispielsweise die Vor- und Nachsatzblätter trefflich angeboten.
Im Gesamten aber eine editorische, musikgeschichtliche Glanzleistung, die Beethoven mehr als gerecht wird und ihm eine gebürende, auch für Laien verständliche Anerkennung schenkt im 185. Jahre nach seinem Tod. Wer das Buch liest, wird Beethoven mit anderen Augen sehen, mit anderen Ohren hören und wird noch einmal besonders spüren, dass er ein wahrhaftig großartiger Künstler gewesen ist.
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am 3. Dezember 2013
Mir wurde diese Beethoven Biographie von der Leiterin eines Lese-Hauskreises empfohlen. Seit ich ihn sie auf meine beiden Kindle heruntergeladen habe, lesen meine Frau und ich sie parallel und tauschen forrtwährend unsere neuen Erkenntnisse über Beethoven, seine Kompositionen, sein Privatleben, seine frühe Schwerhörigkeit, sein Liebesleben, seine Begegnungen mit berühmten Personen seiner Zeit etc aus. Auf Kindel merkt man auch nicht die hohe Seitenzahl nicht. Wegen der Spannung und der Neugier zerrinnen einem die Seiten wie im Nu.
Sehr zu empfehlen. 5 Sterne ohne Einschränkung verdient.
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am 16. April 2013
Sehr gut geschriebene und recherchierte Biografie!
Ich finde sie für Laien und auch für Profis sehr gut lesbar, sie hat bei ihren 755 Seiten (reiner Text, danach folgen Anmerkungen usw.) nur wenige Längen, die meiste Zeit habe ich gedacht, "oh nur noch 355 Seiten,... nur noch 200" usw. Ich war richtig traurig als es zu Ende war. Von mir aus hätte das Buch noch doppelt so dick sein können.
Ich finde es sehr kurzweilig und werde es mit Sicherheit bald wieder lesen, was ich sonst eigentlich nie mache!
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am 10. November 2014
Von Jan Caeyers habe ich in einer Fernsehsendung auf Arte oder 3sat einige Kommentare zu Beethoven sprechen gehört. Ich dachte mir: "Wenn er so schreibt, wie er spricht, möchte ich gerne ein Buch von ihm lesen. Und tatsächlich, dieses Buch ist eines der wertvollsten, die ich in Sachen Musik im allgemeinen gelesen habe. Vor allem, wie Beethoven von den ca. 100 Grafen und Herzögen in Wien der damaligen Zeit immer wieder Aufträge bekommen hat und so die, meiner Meinung nach, beste Musik, die je komponiert wurde, geschaffen hat. Toll und lebendig geschrieben, wie ein Roman.
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am 18. Februar 2014
auf einen großen Mann. Der Musik geschrieben hat die den Geist zum fliegen bringt. Jeder der Beethovens Musik liebt und ihren zeitlosen Ausdruck auch versteht, sollte dieses Buch lesen. Es sind keine neuen Erkenntnisse, sondern der Blickwinkel auf Beethoven und sein Schaffen ist ein Neuer. Absolut lesenswert.
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am 23. Juni 2012
... ein Genuss für den versierten Musikkenner; wohl weniger für den "musikalischen Laien" gedacht. Insgesamt aber ein sehr informatives Werk!
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