Selbst wenn man seit über zwanzig Jahren Beethovens Symphonien hört und immer wieder hört, wenn man von den hier neu eingespielten Symphonien weit über zwanzig verschiedene Interpretationen besitzt, selbst wenn man sich die kritische Frage stellt: Warum sollte ausgerechnet ein amerikanisches Orchester, das nicht zu den so genannten Big Five gehört mit einem finnischen Dirigenten das non plus ultra in Sachen Beethoven Symphonien liefern, - selbst dann muss man ganz einfach und ehrlich sagen:
Das ist es!!!
Die Musik klingt unglaublich natürlich, rhythmisch packend und transparent. Endlich spielt einer Beethoven ohne ideelle Voreingenommenheit. Hier klingt die Musik und nicht ein Zerrbild, das sich jemand gemacht hat BEVOR er daran geht, die Werke zu spielen! Früher hieß es stets: Beethoven, der heroische Schmerzensmann - so wurde dann auch gespielt, dann hieß es: Beethoven, der alles umstürzende Revolutionär - so wurde und wird gespielt. Aber Beethoven war vor allem und zunächst einmal ein geradezu aberwitzig guter Komponist, der begeisternde Musik geschrieben hat - und genau das hört man hier!
Und man hört noch viel mehr! Aufgrund der überragenden Orchesterkultur, der alten Sitzordnung mit geteilten Violinen und nicht zuletzt Dank der hervorragenden Tontechnik hört man Dinge, die man in besagten zwanzig Jahren und auf Dutzenden von Einspielungen noch NIE gehört hat.
Und immer denkt man sich, man fühlt es einfach, ohne, dass man es genauer beschreiben könnte:
Das ist es! Endlich.
Kurzum: Wer sich für Beethoven interessiert, der sollte diese Aufnahme hören und immer wieder hören. Doch Vorsicht!
Dieser Beethoven macht süchtig!