Obwohl die Live-Darbietung in der Bochumer Jahrhunderthalle in Ton und Bild technisch perfekt eingefangen wurde, ist leider ein gravierender Patzer des Solisten eingangs des Es-Dur-Konzerts zu vermelden. Insofern ist unter Live-Bedingungen leider keine Referenzaufnahme enstanden. Das wird bekennende Barenboim-Fans nicht abschrecken, und sie werden durch den umwerfenden Klang der Aufnahme (besonders im DTS-Format) mehr als entschädigt. Bildregie und ästhetisch herausragende Detailstudien der Industriearchitektur tun ein Übriges. Insgesamt aber ein Denkmal der einmaligen Verbundenheit der Klassik-Legende und "seiner" Staatskapelle. Wenn der Maestro kurz vor dem letzten Finale einem seiner Musiker spitzbübisch zuzwinkert und den Daumen nach oben reckt, ist man schon längst zum Augenzeugen einer großen musikalischen Verschwörung geworden. Kein Wunder, dass das Publikum des Ruhr-Festivals jedes einzelne Konzert mit stehenden Ovationen bedachte!