Nicht nur die neue Aufnahme aller Beethoven Ludwig van Beethovens durch Sir Charles Mackerras und das Scottish Chamber Orchestra ist gelungen. Auch sein erster Zyklus mit dem Royal Liverpool Orchestra lässt sich hören. Da wird eine zügige Interpretation geboten, die schon deutlich vor den in der historisierenden Aufführungspraxis wurzelnden Dirigenten einen entschlackten Beethoven-Klang präsentiert. Dabei ist die Aufnahme nicht trocken, sondern meist durchaus mitreißend. Mackerras' Dirigat ist zwar buchstabengetreu, dabei aber nicht bloß akademisch. Im Gegenteil. Die Wiedergabe sprüht nur so von Spielfreude, es geht den Musizierenden um einen werkgetreuen Beethoven, nicht darum, den Dirigenten und seine Deutung zu profilieren. Lediglich das Finale der neuten Sinfonie ist gewöhnungsbedürftig. Sicher, Mackerras begründet die Wahl seiner Tempi mit Beethovens Metronomangaben durchaus schlüssig und grenzt seine Interpretation gegen die der Wagner-Linie ab, die bisweilen an der Einspielung kritisierte Hektik kommt aber zweifelsohne auf. Es bleibt zu fragen, ob die Nähe zu Beethovens Tempoangaben dem Werk wirklich gut tut. Ich persönlich meine: nein. Insgesamt doch eine zu wenig beachtete Aufnahme.