Was treibt die labels, die Dirigenten, heute Beethoven-Sinfonien einzuspielen ?
Vielleicht solche Kritiken ?"De Billy ist kein aufsässiger Historist, kein radikaler Antitraditionalist, sondern ein unverbrauchter Dramatiker. Seine Deutung der "Eroica" ist im besten Sinne "evolutionär" - sie fußt auf der Wiener Beethoven- Tradition und setzt sie unter Strom, lässt den Herzschlag wieder spüren, erneuert und vergegenwärtigt das utopische Potential" oder:
"Nun hat das Wiener RSO unter seinem Chefdirigenten Bertrand de Billy Beethovens Dritte aufgenommen. Das Ergebnis ist schlicht sensationell. Beethovens Vorschriften - nicht nur in Sachen 'con brio' - sind ernstgenommen; und die Musik atmet einen dramatischen Geist und ein Espressivo, die ihresgleichen suchen".
Klar, wenn man so etwas liest in einer Marketin-Abteilung, dann heisst es sicher: mehr davon. Diese Aufnahme ist " mehr davon".
Ich kann dem leider gar nichts abgewinnen.
Ich höre nur, was ich tausendfach und wirklich intensiver, also besser kenne,egal ob nun traditionell gespielt wird,Bernstein, Kleiber,von mir aus Karajan oder in historischer Spielweise Gardiner, Norrington, Immerseel, Brüggen, Hogwood und manche andere.
Diese Aufnahme erscheint mir völlig unspannend. " Brav" ist bei Beethoven ein deutlich abwertendes Urteil. Man kann die Musik " mächtig" spielen, " dramatisch" oder " revolutionär", aber nicht " brav".
Die labels sollten sich angesichts der Fülle des Angebots sehr genau überlegen, ob sie die 257te Aufnahme der fünften oder die 218te Aufnahme der sechsten Sinfonie von Beethoven machen und uns präsentieren.
Diese jedenfalls ist überflüssig.