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5.0 von 5 Sternen
Legendäre, unerreichte Aufnahme, 26. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Fidelio (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Nach wie vor -trotz der ausgezeichneten Londoner Klemperer Produktionen - ist diese Furtwängler Aufnahme das Maß aller Dinge. Der Meister dirigiert mit dem unerreichten großen Atem. Voll Pathos und doch lebendig, spannend. Die Sänger sind die besten Interpreten ihrer Partien. Überragend vor allem Mödl und Frick. Wie die nicht unbedingt immer höhensichere Sängerin aus der Leonore ein faszinierendes Charakterbild formt ist einmalig. In seiner Zeit gab es für den Rocco nur eine Wahl und die hieß Frick. Deshalb ist er in den meisten Aufnahmen vertreten. Unendlich gefühlvoll singt er den biederen Vater. Erschütternd der Dialog mit Pizarro. Man höre nur z. B. die Phrase "Nein morden ist nicht meine Pflicht". Dazu die warme, herrliche Stimme. Nie wieder erreicht! Otto Edelmann gestaltet einen sehr glaubhaften Pizaaro. Windgassen ist ein intelligent singender und vor allem gestaltender Florestan. Insgesamt eine Fidelio Aufnahme, die Schallplattengeschichte geworden ist. Sternstunde der Oper, dank Wilhelm Furtwänger und seiner Elite-Sänger.
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54 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolut charismatisch, 12. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Fidelio (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Bei diesem wirklich schwierig aufzuführendem Stück weiß man nie, wie man es richtig machen kann. Wilhelm Furtwängler macht alles richtig. Eine so spannende Orchesterbegleitung wie z.B. bei der Arie des Pizarro "Ha, welche ein Augenblick" habe ich noch nie erlebt. Bei den Sängern ragt natürlich Martha Mödl heraus. Sie ist perfekt, ihre Stimme hat den absoluten Reifegrad für diese schwierige Rolle. Ein Muß für alle Beethoven-Fans und ein absolutes Muß für alle diejenigen, die mit dieser Oper bisher ihre Schwierigkeiten gehabt haben.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fast vollkommen, 5. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Fidelio (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Im Reigen der großen "Fidelio"-Aufnahmen nimmt Wilhelm Furtwänglers Studioproduktion von 1953 eine Ausnahmestellung ein. Es bedurfte immer eines besonderen Anstoßes, den großen Dirigenten ins Aufnahmestudio zu bringen. Furtwängler brauchte ein Publikum, um zur Höchstform auflaufen zu können, und deswegen stand er Schallplattenaufnahmen im allgemeinen skeptisch gegenüber.
Manchmal gelangen ihm aber auch Plattenproduktionen, die Ewigkeitscharakter beanspruchen dürfen. Zu diesen zählt ohne Zweifel der vorliegende "Fidelio", der im Oktober 1953 im Großen Musikvereinssaal in Wien aufgezeichnet wurde. Erstrangige Sänger standen ihm zur Verfügung. In der Titelpartie ist die unvergessene Martha Mödl zu hören und zu erleben, und man hat das Gefühl, daß es keiner Künstlerin vor oder nach ihr gelungen ist, ein solches in allen Teilen überzeugendes Rollenporträt zu gestalten. Was reine Stimmschönheit betrifft, kann man bei Frau Mödl durchaus geteilter Meinung sein, hier könnte man Vergleiche zu Maria Callas ziehen, aber darstellerisch ist ihre Leistung nicht zu toppen. Ihr zur Seite steht Wolfgang Windgassen, der große Wagner-Sänger auf dem Grünen Hügel nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Rolle des Florestan gut und rollendeckend meistert. Alle übrigen Partien sind hervorragend besetzt, Gottlob Frick (Rocco), Otto Edelmann (Don Pizarro) und Alfred Poell als Minister Don Fernando. Ein ganz großes Kompliment ist noch Sena Jurinac zu machen, die aus der Marzelline fast eine Hauptrolle zu machen versteht. Selbst Rudolf Schock als Jaquino war keine schlechte Wahl.
Der Chor der Wiener Staatsoper ist eine glänzende Formation, der großartige, fein abgestufte Gefangenenchor zum Schluß des 1. Aktes ist einer der zahlreichen Höhepunkte der Aufnahme. Über die Wiener Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler braucht man eigentlich kein Wort mehr zu sagen, Seiten wären zu füllen, wollte man ihren Leistungen voll gerecht werden.
Ich verzichte diesmal mit Bedacht darauf, Vergleiche zu anderen Aufnahmen anzustellen, so gut diese im einzelnen auch sein mögen. Furtwänglers Wiener "Fidelio" ist eine Spitzenleistung, die in den CD-Olymp aufgenommen gehört. Der Monoklang ist annehmbar und auch relativ rauscharm, und die Textbeilage bringt einige gute Fotos der beteiligten Künstler und das deutsche Libretto mit englischer Übersetzung. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, daß Furtwängler auf den gesprochenen Text ganz verzichtet hat. Das läßt den Ablauf der Handlung ein wenig im Unklaren. Das ist aber auch der einzige nennenswerte Einwand.
Zum Schluß eine Anregung: Obwohl die vorliegende Ausgabe durchaus in Ordnung ist, wäre es doch dringend zu wünschen, wenn die EMI sich entschließen könnte, diese Ausnahmeproduktion in einer repräsentativeren Edition erneut auf den Markt zu bringen, z.B. in der verdienstvollen Serie "Great Recordings of the Century". Sie hätte es verdient.
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