Dies ist ein wirklich gut strukturiert ausgeführtes Buch aus Österreich zum Thema Beerenobst, das sich positiv von der einschlägigen Literatur abhebt. Es werden zwar auch (und vor allem) die gängigen Beerensorten beschrieben und incl. Fotos dokumentiert, aber zusätzlich sehr wertvolle Hintergrundinformationen gegeben. Beispielsweise habe ich bisher nirgends eine derart schlüssige Beschreibung des Fruchtverhaltens von Sommer- und Herbsthimbeeren gelesen. Hierbei ist der Schreibstil ansprechend, leicht verständlich und nicht zu wissenschaftlich orientiert.
Die Standortansprüche der einzelnen Arten werden durch zweckmäßige Erziehungssysteme (mit Skizzen sowie Vor- und Nachteilen) untermauert. Hinweise zum Schnitt werden gegeben, als einzige Literatur für gezielte Schnittmaßnahmen wäre mir das Buch allerdings etwas zu knapp.
Es gelingt, auch immer wieder Informationen zum Erwerbsanbau einzustreuen (z. B. Düngemengen, zu erwartender Ertrag pro Fläche) ohne damit den Kleingärtner zu langweilen. Sehr hilfreich für eine Sortenauswahl sind aussagekräftige, tabellarische Gegenüberstellungen einiger Sorten am Ende jedes Teilkapitels.
Der Stand des Buches ist zum Zeitpunkt der Rezension 2001, dennoch werden erstaunlich viele aktuelle Sorten behandelt. Neben den in der Kurzbeschreibung genannten Sorten werden beispielsweise auch Brombeer-Verwandte (z. B. Tayberry, Jap. Weinbeere) angesprochen. Hingegen kommt die Jochel- bzw. Jostabeere mit einer knappen halben Seite relativ kurz.
Das Kapitel zu Verarbeitung/Rezepten rundet ein fundiert recherchiertes Buch zum Thema Beerenobst als Bonus-i-Tüpfelchen ab.
Fazit: lässt das Herz von Beerenfreaks höher schlagen.