Das wichtigste was eine Kaffeemaschine können muß, kann die Beem ( 2.Version): guten Kaffee kochen. Wir brühen gerne per Hand auf, haben auch eine sehr gute Petra Kaffeemaschine in Gebrauch und da kann die Beem mithalten.
Der Kaffee schmeckt auch nicht nach Plastik, da bin ich sehr empfindlich und bin hier angenehm überrascht.
Die Maschine kommt mehr als gut verpackt an, den ersten Nachmittag hat sie noch etwas nach Plastik gerochen.
Die Anleitung ist sehr ausführlich, mir fehlt hier nur eine Angabe zum Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb.
Das Display ist sehr angenehm, alle Angaben lassen sich gut erkennen, sowohl unter der blauen
Betriebs-Beleuchtung, als auch im Stand-by-Betrieb.
Der Betrieb per eingebauter Zeitschaltuhr funktioniert einwandfrei.
Die Verarbeitung der Maschine ist in Ordnung, mir gefällt vor allem die Kaffeekanne, diese macht einen stabilen Eindruck und tropft nicht. Ausserdem läßt sie sich gut einparken und wieder entnehmen.
Die Bedienung erklärt sich nicht selbst, aber dank der Bedienungsanleitung kann man die Maschine schnell in Betrieb nehmen. Beide Arten des Betriebs, sowohl mit Kaffeepulver als auch mit den von der Maschine gemahlenen Bohnen, liefern in normaler Zeit einen guten Kaffee. Allerdings muß man schon etwas rumprobieren, bis man die Menge an Pulver und Wasser gefunden hat, welche einen wohlschmeckenden Kaffee liefert und keinen Blümchenkaffee.
Die Anleitung verlangt, daß man vor dem ersten Kaffeegenuß einmal nur Wasser durchlaufen läßt. Dies hat bei mir nicht gereicht. Es waren minimale Mengen Schmierfett im Filterhalter am Boden erkennbar. Erst nach dreimaligem Durchlaufen mit verdünntem Sidol Entkalker ( dieser enthält auch Seife) waren die Schlieren weg.
Im Betrieb kann der entstehende Dampf nicht ganz aus dem Bereich des Filters ( welcher sich hinter einer aufklappbaren Blende befindet) entweichen. Um Schimmelbildung zu vermeiden, wische ich innen mit einem Tuch nach Betrieb trocken oder lasse die Filterklappe offen stehen, damit die Maschine trocknen kann.
Ausserdem schwenkt der Filterhalter beim Öffnen mit viel Schwung raus, hier muß man etwas aufpassen.
Ein Minuspunkt.
Das Mahlwerk funktioniert einwandfrei, die Lautstärke ist normal ( das Kegelmahlwerk der Schwiegereltern für die Espressomaschine ist lauter), der Unterschied der einzelnen Mahlstärken ist aber nicht sooo groß.
Um mit der Maschine einen guten Kaffe hinzubekommen, empfiehlt sich die gröbste Mahlstärke.
Den Schacht zwischen Filter und Mahlwerk kann man öffnen und reinigen, dies empfiehlt sich auch. Es verbleibt immer etwas Pulver im Schacht, wird die Maschine länger nicht benützt, sehe ich hier ebenfalls die Gefahr der Schimmelbildung. Immerhin kann man aber den Schacht sauber machen. Deshalb hier kein Abzug.
Die Anzeige des Wassertanks befindet sich im inneren. Von aussen ist also nicht zu erkennen, wieviel Wasser sich noch im Tank befindet. Da die Maschine aber bei jedem Durchlauf den Wassertank leersaugt, sehe ich da auch keinen Bedarf. Die Menge des einzufüllenden Wassers messe ich mit der Kanne ab, diese hat eine Tassenskala.
Vom Platzbedarf her nimmt die Maschine etwa die Grundfläche eines DIN A4 Blattes in Beschlag.
Die Maschine kann mit und ohne den mitgelieferten Aktiv-Kohle-Filter betrieben werden. Es gibt eine Anzeige zum Wechseln des Filters, dieser kann relativ günstig nachgekauft werden. Da nasse Aktivkohlefilter zum Verkeimen neigen, fehlt mir aber noch ein Hinweis, wie lange der Filter insgesamt in der Maschine verbleiben kann ( drei Wochen oder drei Monate?).
Beachtet man, daß die Beem etwas mehr Pflege verlangt, als einfache Maschinen, wird man mit der Maschine sicher viel Freude haben.
Vor allem die "Weckfunktion" mit frisch gemahlenem Kaffeepulver und gutem Kaffee macht einfach Spaß.
Das Preis-Leistungsverhältnis empfinde ich als angemessen.
Deshalb vier wohlverdiente Sterne!
Edit: wir haben die Maschine jetzt seit einem Jahr in Betrieb und nach wie vor keine Probleme. Wegen den in anderen Bewertungen angesprochenen Kritikpunkten: ja, die Maschine mahlt den Kaffee recht grob und benötigt deshalb auch etwas mehr Bohnen. ABER: für mich zählt der Geschmack und der zählt nach wie vor zum Besten, was ich im Bereich Filtermaschinen probieren durfte. Kaffeepulver, welches im Schacht verbleibt, wird beim nächsten Brühvorgang durchgeschoben, es gibt also nicht irgendeinen Abfall, der dann nicht mehr zu gebrauchen wäre.
Inzwischen betreiben wir die Maschine ohne Wasserfilter, möglicher ausgefallener Kalk bleibt im Papierfilter hängen. Nach wie vor kann ich die Beem nur empfehlen, wer ein mögliches Montagsgerät erwischt hat, bitte umtauschen, es lohnt sich. Nur das Mahlwerksgeräusch ist nach wie vor recht laut. Da es aber nicht stundenlang läuft, sondern maximal eine halbe Minute, können wir hier ganz gut damit leben.