Die „Dead Kennedys“ sind ein Unikat, eine Legende. Sie haben mit nur einer geringen Anzahl von Alben die Punkmusik komplett neu erfunden. Und mit diesem Album endet die Zeit der einzigen Punkband, die ich politisch ernst nehmen kann. Die Szene wird niemals wieder einen solchen Texter finden, wie Jello Biafra: Mit beissend-ironischem Humor nimmt er auf diesem Album nocheinmal soziale Ungerechtigkeit, Pauschaltourismus, Gewalt im Kinderprogramm oder den von den Modemachern ferngesteuerten „Individualismus“ der Jugendszene aufs Korn. Die Musik ist sehr zwar sehr Hardcore-lastig bleibt jedoch immer melodisch. Kein Song ähnelt dem anderen.
Wenn man sich ansieht, was für ein Niveau wir heute als „politische“ Punkmusik akzeptiert haben- zahnspangentragende Schuljungen mit angeklebten Tätowierungen, oder gegelte Skater, die noch bei ihren Eltern wohnen, sich aber schon darüber beklagen, dass wir vom „System“ ausgebeutet werden- kann man Punk sowohl als Musik, wie auch als Einstellung eigentlich offiziell für tot erklären. Neben den Dead Kennedys wirkt sämtliche Konkurrenz wie eine Karikatur.