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Produktinformation
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Wie sich dies für eine ordentliche Enthüllungsgeschichte gehört: Bedingt dienstbereit hat schon vor seinem Erscheinen gehörig Staub aufgewirbelt. Indes: Ganz so brisant, wie es die Vorab-Berichterstattung vermuten ließ, ist das Ganze gar nicht. Der Generalbundesanwalt eröffnete zwar ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verrats von Staatsgeheimnissen, weshalb man im Verlag fürchtete, die Auslieferung könne verboten werden (und sie kurzerhand vorzog). Tatsächlich macht Juretzko für einen Ex-Geheimdienstler etwas Unerhörtes: Er nennt in seinem Buch seinen Chef bei dessen echten Namen.
Doch dies könnte man auch für eine wohlkalkulierte Marketing-Aktion halten. So ein Name lässt sich im Zweifel schnell schwärzen. Und ansonsten wird in dem Buch nichts offenbart, was unter das Gesetz der Geheimhaltung fiele und was man nicht so oder so ähnlich schon einmal gehört oder gelesen hätte. Lesenswert ist das Buch gleichwohl! Es gewährt einen sehr persönlichen Einblick in die Welt der Pullacher Schlapphüte, in der der Autor selbst viele Jahre zu Hause war. Der glaubwürdige Bericht bestätigt manches Vorurteil gegenüber der Beamtenschaft nicht nur beim Bundesnachrichtendienst. Auch dort begegnet man wie in jeder anderen Amtstube neben engagierten Idealisten (zu denen zweifellos der Autor sich zählt) vielen schmierigen Karrieristen, Nichtsnutzen und Faulpelzen. Von den unfähigen Vorgesetzten ganz zu schweigen. Hoffen wir, dass nicht tatsächlich einmal von solchen Leuten unsere Sicherheit abhängt! --Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Darüber hinaus bestätigt dieser Erlebnisbericht wieder einmal eindrucksvoll, dass die Arbeitsmethoden ALLER Geheimdienste sehr ähnlich sind. Unter einem legalen Deckmäntelchen wird Post gelesen, abgehört und überwacht, werden Papiere gefälscht, Scheinfirmen etabliert, Personen kompromittiert und erpresst, „Romeos" täuschen Liebe vor, denn die Devise lautet: „Wir sind die Guten, die anderen sind die Bösen." Interessant auch die Tatsachen, dass BND-Quellen in erster Linie durch Geld motiviert wurden und dass US-Geheimdiensten jeder Skrupel fremd ist und auch „befreundete" Dienste bei jeder Gelegenheit ausspioniert werden.
Sicher wusste man das alles schon vorher, doch mit dieser schonungslosen Offenheit einen Insider darüber schreiben zu sehen ist doch sehr erfrischend. Zumal in diesem Fall sicher auch eine gehörige Portion Courage dazu gehört, denn Großmut kann man bundesdeutschen Geheimdiensten leider nicht nachsagen. Deshalb würde ich einen Sonderstern für Mut vergeben.
OK, Juretzko ist nicht Böll, dafür hat Böll nie so packend über einen BRD-Geheimdienst geschrieben.
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