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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der verzweifelte Versuch einer Flucht aus der Mittelmäßigkeit...,
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
,Becks letzter Sommer' ist die Geschichte des Enddreißigers Robert Beck und seinem Schüler, Rauli Kantas. Die Geschichte beginnt an einem Punkt, an dem man Becks Lebensentwurf, zumindest aus seiner Sicht, als gescheitert bezeichnen könnte. Er wollte ein gefeierter Rockstar werden und wurde Lehrer. Anstatt ausverkaufte Stadien, organisiert er Literaturcafes und Ausflüge zu Max Goldt Lesungen. Aus seiner früheren Band war er rausgeflogen. Das Einzige was ihm davon bleibt, ist die Freundschaft mit dem ehemaligen Schlagzeuger Charly, einem manisch depressiven, drogenabhängigen Deutschafrikaner und Hypochonder, der jeden Tag davon überzeugt ist an einer anderen schweren Form von Krebs zu sterben. Doch dann erkennt Beck, dass es in den Reihen seiner Schüler einen gibt, der ihm den Weg aus der Mittelmäßigkeit leuchten könnte, wie der Stern von Bethlehem die heiligen drei Könige zum Jesukind - Rauli Kantas, Wunderkind und Musikgenie.Beck beschließt den Jungen unter seine Fittiche zu nehmen und ihm das zu ermöglichen, was ihm selbst immer verwehrt geblieben war - ein Karriere als Musiker. Von Anfang an nicht selbstlos und schon gar nicht neidlos, versucht Beck den Jungen in die richtige Richtung zu lenken. Vielleicht der schwierigste Part, den Rauli Kantas ist auch nicht ohne Geheimnisse. Was irgendwann unweigerlich zu der Frage führt - Wer manipuliert hier eigentlich wen? ,Sie wollten Musik, ich hatte Musik. Ich wollte Anna, sie hatten sie.' Vielleicht der Satz der die Geschichte zwischen den Beiden am besten beschreibt. ,Becks letzter Sommer' ist ein rasantes Buch über Musik, die Liebe, über unerfüllte Wünsche und Träume, der Frage nach einem Leben nach dem Scheitern und dem Mut aus dem gesicherten Leben auszubrechen, um es vielleicht doch noch einmal zu versuchen. Ein Trip der Sonderklasse quer durch Europa und die Gefühlslagen der Protagonisten. Bis man sich auf ein Ende zu bewegt, das einen bangen lässt auf den letzten Seiten doch noch über die Klippe zu fallen, nur um einen dann fast sprachlos und zugleich tief berührt, mit Tränen glänzenden Augen und einem Lächeln zurück zu lassen. So sieht Hoffnung aus. Benedict Wells schafft es mit seinen Figuren - nicht nur Beck und Rauli, sondern auch Charly und Lara, die Frau, die Beck zwar hübsch findet, die aber nicht sein Typ ist, aber für die er trotzdem nicht mehr nur der Drei-Monate-Mann sein will, die Kantas Familie, Anna Lind, Grabowsky u.v.m. eine Universum zu schaffen, das einen direkt in seinen Bann zieht. Wobei sein eigener Auftritt dem Buch noch eine zusätzliche, ganz neue, eigene Dimension gibt. Der Schreibstil des Autors ist spritzig, voller Sprachwitz und passt sich perfekt dem Beat der Geschichte an. Dass das Buch im letzten Drittel für mich die eine oder andere, kleine Länge aufwies kann ich leicht verschmerzen. Es ist ein gutes Buch und ein grandioser Erstling. Ich freue mich darauf, in Zukunft mehr von diesem vielversprechenden jungen Talent zu lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Ende aller Illusionen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Benedict Wells hat sich das Zepter von Sven Regener gestohlen und seinen eigenen Herr Lehmann geschaffen. Einen frischeren und lebendigeren. Es ist ein unruhiger Sound, der hier weht. Wells schrieb das Buch zwar mit gerade einmal Anfang 20, hat jedoch genug mitbekommen, um über die Sinnkrisen der emanzipierten Becksgeneration 25+, zu schreiben. Sei es, weil er nach dem Abi in Berlin genug Zeit mit solchen Existenzen verbracht hat oder sei es, weil er einen realen Stoff als Grundlage hatte.Die Geschichte nimmt sich, wie der Protagonist Beck, nie Ernst, erst Recht nicht die Krisen, oberflächlich betrachtet, denn der Autor konfrontiert im Verlauf der Story zunehmend seine Figuren mit ihren eigenen aufgesetzten Ausreden und legt so die wirkliche Enttäuschung und Bitterkeit der Akteure bloß. Das hier ist kein Paulo-Coelho-Lebe-Deinen-Traum-Buch, sondern ein trotz jedes ironischen Witzes todernstes Werk. Wells erzählt nicht nur eine Geschichte über die Befreiung aus dem monotonen Alltag, sondern entlarvt gleich noch die viel gepriesenen Umbruchsvisionen des Durchschnittsbürgers. "Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten", schrieb Lessing. Wells Motto könnte sein: "Es sind nicht alle frei, die ihre Ketten brechen". Die Schreibe des jungen Autors besitzt ein extremes und äußerst kurzweiliges Tempo. Der Spannungsfaden reißt zu keinem Zeitpunkt ab. Nur in der zweiten Hälfte des Buches, der B-Seite, verändert er sich. Der Sound wird weicher, wenn der Road Trip beginnt. Wie die Reise selber, treten Natur und Menschen in den Vordergrund - samt ihrer Reflexionen. War das Buch vorher ein schnelllebiger Spaß, so wird es nun nachdenklich. Und über allem weht ein imaginärer Dylan-Sound: "The times they are a-changin'". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gelungenes Debüt (mit Schwächen),
Rezension bezieht sich auf: Becks letzter Sommer (Gebundene Ausgabe)
Ein gelungenes Debüt, das der junge Autor Benedict Wells da abliefert. Beschwingt im Ton, mit einem Schuss Tragik und Poesie versehen, die dem Roman einen ernsthaften Unterton verleihen ohne ihn in ein Rührstück zu verwandeln. Die Charaktere sind und agieren glaubwürdig - auch wenn einem das als Leser an manch einer Stelle missfällt.Allerdings verweigert der Autor so manche Erklärung und Hintergrundinformation, was selten stört, aber doch manchmal wirkt, als habe Wells selbst nicht so genau gewusst, was seine Figuren denn eigentlich antreibt. So bleibt vieles im Ungewissen, was aber durchaus nicht schlimm ist. Vielmehr stört da der Versuch des Autors sich selbst in die Geschichte einzuschreiben. Dieses Spiel mit der Fiktion wirkt aufgesetzt und wird definitiv zu oft eingesetzt. Nichtsdestotrotz ein vielsprechendes Debüt!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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